Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

OB-/NIDWALDEN: Die Furcht vor dem Transitverkehr

Der VCS lehnt den Bypass Luzern und den Tunnel Kaiserstuhl kategorisch ab. Ob in der laufenden Projektauflage gegen den Tunnel zwischen Giswil und Lungern Einsprache erhoben wird, ist aber noch offen.
So soll das Südportal des geplanten Tunnels Kaiserstuhl für die Umfahrung zwischen Giswil und Lungern aussehen. (Bild: Visualisierung: PD)

So soll das Südportal des geplanten Tunnels Kaiserstuhl für die Umfahrung zwischen Giswil und Lungern aussehen. (Bild: Visualisierung: PD)

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@nidwaldnerzeitung.ch

Die Sektion Ob- und Nidwalden des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS) äussert massive Bedenken zu verschiedenen grossen Strassenprojekten in den beiden Kantonen. Mit einem identischen Schreiben vom 19. Juni an das Amt für Raumentwicklung und Verkehr des Kantons Obwalden respektive die Baudirektion des Kantons Nidwalden fordert der VCS die beiden Kantone auf, die Anliegen in die Stellungnahme zuhanden des Bundes aufzunehmen. Momentan läuft eine Anhörung zur ersten Auflage des Sachplans Verkehr, Teil Infrastruktur Strasse, welchen das Bundesamt für Strassen (Astra) in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) erarbeitet hat. Er umfasst die sachplanrelevanten Elemente der Netzfertigstellung, der Engpassbeseitigung, der LKW-Abstellanlagen und weiterer Aufgaben der Nationalstrassen.

Ersatzlose Streichung des Bypass Luzern

Der VCS Sektion Ob- und Nidwalden verlangt, dass der Bypass Luzern ersatzlos aus dem Sachplan zu streichen sei. Argumentiert wird damit, dass Kapazitätserweiterungen mehr Verkehr anziehen würden, die Strassen seien besser mit anderen Massnahmen zu entlasten wie dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs oder der Veloinfrastruktur.

Ausführlich geht der VCS auf die Ergänzung Süd im Grossraum Hergiswil ein, die in den Unterlagen kaum beschrieben sei. «Es ist anzunehmen, dass die Eingriffe auf Hergiswiler Gemeindeboden sowohl in der Landschaft wie auch auf Eigentum gross werden. Es ist mit fehlender Akzeptanz zu rechnen», heisst es im Schreiben an die Kantone. Nach Realisierung des geplanten Ausbaus würden Staus nicht nur in Ausnahmesituationen wie heute, sondern täglich zu erleben sein. «Es ist definitiv von einer Verkehrszunahme als Folge des Ausbaus auszugehen, und diese wird betreffend Lärm und Gesundheit nicht ohne Folgen bleiben.»

Obwalden soll nicht zum Transitkanton werden

Ebenfalls kategorisch abgelehnt wird der Tunnel Kaiserstuhl zwischen Lungern Nord und Giswil Süd. «Die Verkehrszahlen sind sehr bescheiden und rechtfertigen den Ausbau für ca. 290 Millionen Franken nicht», schreibt der VCS. Jede Verbesserung der Strasseninfrastruktur am Brünig ziehe eine Zunahme des Transitverkehrs nach sich. «Das Risiko, Obwalden in einen Transitkanton wie Uri umzuwandeln, nimmt zu.» Die bestehende Strasse solle aber verbessert werden, auch bezüglich des Langsamverkehrs.

Die Projektauflage des Tunnels Kaiserstuhl läuft bereits und dauert noch bis am 12. Juli. Der VCS könnte aufgrund des Verbandsbeschwerderechts dagegen Einsprache erheben. Ob er das tun wird, ist noch offen. «Wir haben noch keinen Entscheid gefällt, werden die Frage aber nächstens im Vorstand besprechen», sagt Daniel Daucourt, Co-Präsident VCS Sektion Ob- und Nidwalden auf Anfrage. Die Kosten des Tunnels sind in Obwalden nicht unbestritten. Persönlich hofft Daucourt deshalb, «dass angesichts der angespannten finan­ziellen Situation des Kantons eine politische Diskussion stattfindet».

Einverstanden zeigt sich der VCS dagegen mit dem beschlossenen Anschluss Alpnach Süd, der das Dorfzentrum vom Durchgangs- und insbesondere vom Schwerverkehr befreien soll. Auch der Verzicht auf einen Brünig­tunnel im Bereich des Abschnitts zwischen Lungern Süd und Brienz­wiler Ost begrüsst der VCS.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.