OB-/NIDWALDEN: Die Katzen kamen unters Messer

Flavia Zimmermann aus Buochs hat es geschafft: Dank ihrer Aktion wurden etwa 120 Katzen kastriert.

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Ein voller Erfolg: die Kastrationsaktion in der Produktionshalle der Schmid Parkett AG.Bild: Adrian Venetz (Alpnach, 12. November 2016)

Ein voller Erfolg: die Kastrationsaktion in der Produktionshalle der Schmid Parkett AG.Bild: Adrian Venetz (Alpnach, 12. November 2016)

Es war der Höhepunkt von Flavia Zimmermanns Maturaarbeit: Knapp 70 Katzen wurden am Samstag in einer Produktionshalle der Schmid Parkett AG in Alpnach kastriert. Wegen des grossen Erfolgs der im Sommer angekündigten Aktion wurden bereits im August und September Katzen in Ob- und Nidwalden – vornehmlich auf Bauernhöfen – eingefangen und anschliessend in der Parkettfabrik kastriert (wir berichteten). Ingesamt kamen dank Flavia Zimmermanns Engagement rund 120 Katzen unters Messer.

Tatkräftige Unterstützung bei dieser Aktion erhielt Flavia Zimmermann von Susann Schmid, Geschäftsführerin der Schmid Parkett AG und ehrenamtliche Helferin bei der Tierschutzorganisation NetAP (Network for Animal Protection). Das gesamte Personal für die Kastrationsaktionen wurde von NetAP rekrutiert. Am Samstag standen fünf ehrenamtlich arbeitende Tierärztinnen im Einsatz sowie ein grosses Team von ausgebildeten Helfern. «Ich habe gehofft, dass die Aktion ein Erfolg wird – aber damit hätte ich nicht gerechnet», sagt Flavia Zimmermann. An ihrem Wunsch, nach der Matura Veterinärmedizin zu studieren, hat sich in den vergangenen Monaten nichts geändert. Im Gegenteil: «Dank dieser Aktion hatte ich die Möglichkeit, mit verschiedenen Tierärztinnen ins Gespräch zu kommen. Das war sehr interessant und lehrreich.»

Am Samstag vor Ort war auch Esther Geisser, Präsidentin und Gründerin von NetAP. Solche Kastrationsaktionen seien «eine humane Bekämpfung der Überpopulation von Katzen», sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Es sei nicht von der Hand zu weisen, dass es in der Schweiz – und auch weltweit – zu viele Katzen gebe. «Katzen sind zu einem Wegwerftier geworden», spricht Geisser Klartext. Eine Kastrationspflicht wäre deshalb längst überfällig. (ve)