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OB-/NIDWALDEN: Ganzes Jahr Ferien, ganzes Jahr gefragt

In Ferienzeiten wie jetzt ist das Tierheim Paradiesli in Ennetmoos mit Tieren voll belegt. Doch Spitzenzeiten gibt es längst nicht mehr nur in den klassischen Ferienwochen.
Richard Greuter

Richard Greuter

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

«Im Moment sind wir zu 100 Prozent ausgelastet», sagte Tanja Siegwart, Mitarbeiterin und Mitglied der Stiftung Paradiesli, Tierheim für Ob- und Nidwalden, bei unserem Besuch. Während Herrchen und Frauchen in die Ferien reisen, sorgen sieben ausgebildete Tierbetreuerinnen für ihren Liebling. Im Tierheim unweit der Kantonsgrenze zwischen Ob- und Nidwalden herrscht während dieser Zeit Vollbetrieb.

Zurzeit leben im Paradiesli rund 60 Hunde und 60 bis 70 Hauskatzen. Dazu einige Meerschweinchen und Kaninchen. «Mehr liegt nicht drin», erklärt Stiftungsrätin Siegwart. Nicht immer zur Freude der Ferienreisenden, die es unterliessen, ihren Liebling rechtzeitig anzumelden. «Wir mussten auch schon langjährigen Stammkunden schweren Herzens absagen», ­berichtete Tanja Siegwart, die selber mehrere Hunde hält. Das Tierheim sei wie ein Hotel. Es könne auch nicht mehr Gäste aufnehmen als das Haus zulässt.

Seit 17 Jahren besteht das Tierheim Paradiesli. Innerhalb dieser Jahre hat die Auslastung mit Ferientieren stetig zugenommen. «Früher waren wir nur während der Schulferien voll belegt, danach war wieder Normalbetrieb.» Heute verreisen die Leute übers ganze Jahr in die Ferien. Dadurch ist das Paradiesli praktisch übers ganze Jahr voll ausgelastet. Für die 53-jährige Hundehalterin ist klar: «Jedes Tierheim ist ein Spiegelbild der Gesellschaft.» Inzwischen sei auch der Personalbestand von zwei auf sieben Mitarbeiter angestiegen.

Viermal eine Stunde im Freien

Wenn man zuschaut, wie die Hunde herumtollen und bellen, kommt man zum Schluss, dass sich die treuen Vierbeiner wirklich im Ferienparadies befinden. Viermal täglich erhalten die Hunde während jeweils einer Stunde Auslauf und werden von einer Fachperson betreut. Dabei können sich die Vierbeiner auf einer 1'000 Quadratmeter grossen Wiese mit rund 20 Artgenossen austoben. Während dieser Zeit werden ihre Boxen gereinigt.

Das Tierheim unterscheidet drei Haltungsformen: Rudel-, Gruppen- und Einzelhaltung. Dies setzt voraus, dass die Hunde kastriert sind. Einzelhaltung kommt nur in Ausnahmefällen zur Anwendung. Oft sind es beschlagnahmte Hunde oder Findlingshunde. «Das sind oft tragische Fälle. Diese Hunde haben viel erlebt und haben oft auch ein Defizit», sagt Siegwart. Die meisten Hunde sind zu zweit in Boxen untergebracht.

Hunde, die weniger «kooperativ» sind, verbringen ihren Auslauf in Gruppen mit etwa sechs Mitbewohnern. Zweimal pro Tag erhalten die Tiere ihr Futter. Für diesen Service bezahlen die Hundehalter je nach Grösse des Tieres 22 bis 30 Franken pro Tag. Die rund 60 bis 70 Katzen können sich rund um die Uhr im Freien bewegen oder sich an einem geeigneten Ort zurückziehen.

Trotz der viel stärkeren Auslastung: Allein mit den Pensionsgebühren lässt sich das Tierheim nicht finanzieren. «Die Ferientiere decken nicht alles ab. Wir sind nach wie vor auf Spenden angewiesen», betont Tanja Siegwart. Einen bescheidenen Beitrag an die Kosten leisten die Kantone Obwalden, Nidwalden und Uri. Ein Leistungsvertrag verpflichtet das Tierheim Paradiesli überdies, beschlagnahmte Tiere aufzunehmen.

Hinweis

Am Sonntag 10. September, ist das Tierheim Paradiesli von 10 bis 16 Uhr für die Bevölkerung geöffnet. Mehr Infos zum Heim gibt es auf www.tierheim-paradiesli.ch

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