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OB-/NIDWALDEN: «Ich bin ein Fan von diesem Berg»

Bereits zum 10. Mal ist Mark Waser bei der Pilatus-Putzete dabei. Der Bezug zum Berg wurde ihm quasi in die Wiege gelegt.
Niels Jost
Pilatusputzer stellen einen Prügelweg wieder her. (Bild: PD)

Pilatusputzer stellen einen Prügelweg wieder her. (Bild: PD)

Niels Jost

«Um 7 Uhr muss der Bus zurück sein», sagte Mark Waser (Bild) gestern am Telefon über seine heutige Teilnahme an der jährlichen Pilatus-Putzete. Obwohl, «nur» teilnehmen wäre untertrieben: Denn um 7 Uhr in der Früh muss er sich bereits um seine drei Hergiswiler Putzete-Gruppen gekümmert haben. Das heisst: Zwei Gruppen an die Talstation in Kriens chauffieren, Lunch­säcke abholen und auf die 21 Personen verteilen, und den Bus wieder zurück nach Hergiswil bringen. Dann wiederum selber mit dem Auto zur Schwandi hochfahren, wo er mit der Bahn zum Treffpunkt auf die Alp Gschwänd gelangt. Organisation und Koordination pur. «Mein Kopf ist ganz schön voll», so der Koordinator für die Sanierung der Bergwege bei der Pro Pilatus. «Ich muss alle Pendenzen im Überblick behalten: die Busmiete, meine Gruppen und die Lunchpakete. Und erst danach beginnt die eigentliche Arbeit.»

Trotz Regen optimistisch

Und diese Arbeiten haben es in sich: mit Pickel, Schaufel und Motorsäge werden etwa Wanderwege von Geröll befreit und gesichert, neue Tritte befestigt und gar die Klimsenkapelle von den Spuren des Winters wieder zugänglich gemacht. So trifft der traditionelle Name «Putzete» nicht mehr ganz auf die zu errichtenden Arbeiten zu. Vielmehr ist es die Instandstellung der Bergwanderwege am ganzen Pilatusgebiet. Das sind teilweise auch gefährliche Arbeiten, weshalb heute alle Wanderwege bis 14 Uhr gesperrt sind. Sicherheit geht vor bei den Arbeiten, die jedes Jahr am dritten Samstag vom Juni stattfindet – bei jedem Wetter. So auch heute, bei eher tristen Verhältnissen. Wobei Mark Waser auch hier etwas Positives aus der Situation gewinnt: «Bei Regen sieht man, wo das Wasser abläuft und kann allenfalls die Rinnsale ausbessern.»

Geselligkeit am Nachmittag

Ganze 330 freiwillige Helfer sind heute am Luzerner Hausberg zu Gange, aufgeteilt in über 20 Gruppen. Wobei sich jede Gruppe um den «eigenen» Bergweg oder -abschnitt kümmert, und: «Jede Gruppe entscheidet selbst, wo was gemacht werden muss», sagt Waser. «Auch das Material und die Ausrüstung organisieren wir selbst. Nur die Bahnfahrten werden von den Pilatus-Bahnen offeriert und das Lunchpaket von der Vereinigung Pro Pilatus.» Gesponsert mit einem guten Mittagessen wird Wasers Gruppe ausserdem von der Gemeinde Hergiswil, in deren «Hoheitsgebiet» die freiwilligen Helfer zu Werke gehen. Zum gemeinsamen Mittagessen dürfen ein erfrischendes Bier oder ein guter Wein allerdings nicht fehlen. «Am Morgen die Arbeit, am Nachmittag die Geselligkeit», so Waser. «Es kann schon mal recht lustig werden bei uns.»

Kameradschaft grossgeschrieben

Die Faszination für den Pilatus wurde Mark Waser sozusagen in die Wiege gelegt. Sein Vater wuchs am Fusse des Berges in Hergiswil auf und nahm Waser schon als Kind oft auf den Berg. «Beim ehemaligen Skilift auf der Fräkmüntegg habe ich Skifahren gelernt», weiss Waser zu erzählen. Sein Vater war es auch, durch den Mark Waser in Kontakt mit den Alpenfreunden Pilatus Hergiswil trat, wo er nun selbst seit neun Jahren das Präsidialamt innehat. Und auch bei Pro Pilatus sitzt Waser seit fünf Jahren im Vorstand. «Ich bin halt ein Fan von diesem Berg», so der 54-Jährige.

Bunte Mischung von Helfern

Und so zieht es ihn heuer schon zum 10. Mal an die Pilatus-Putzete. Den als Tiefbau-Konstrukteur arbeitenden Waser fasziniere die bunte Mischung der freiwilligen Helfer. «Von alt bis jung, vom Handwerker zum Büroangestellten, vom Erfahrenen zum Unerfahrenen – jedes Jahr begegnet man allen möglichen Personen.»

Und das Schöne dabei: «Man muss sie nicht einmal anrufen und fragen, ob sie zur Putzete kommen. Denn sie melden sich ganz von alleine.» Die Kameradschaft sei es schlussendlich, die ihn zu dieser Arbeit motiviere – genauso wie die Liebe zur Natur.

Auch sonst am Pilatus

So zieht es Waser auch im restlichen Jahr an die fünf bis zehn Mal an den Pilatus, immer auf verschiedenen Routen. «Aber niemals nur zum Wandern», sagt er. Sieht er etwa herumliegenden Müll, nehme er diesen selbstverständlich mit. Erfreulicherweise hinterlassen aber nur wenige Wanderer Spuren. Und dennoch: Was Mark Waser und die weiteren 329 Freiwilligen jährlich leisten, muss ihnen hoch angerechnet werden. Schliesslich gehört der Pilatus zu den Aushängeschildern von Luzern. Als Reaktion über diesen freiwilligen Service für die Region und die Natur käme Waser durchaus ab und an ein herzliches Dankeschön zu Ohren.

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