OB-/NIDWALDEN: Informationsaustausch: Zahl der Selbstanzeigen steigt an

Die Steuerämter verzeichnen mehr Nachsteuer-Fälle.

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Die Steuerämter verzeichnen mehr Nachsteuer-Fälle. (Bild: Keystone (Symbolbild))

Die Steuerämter verzeichnen mehr Nachsteuer-Fälle. (Bild: Keystone (Symbolbild))

Seit 2010 ist es in der Schweiz möglich, einmal im Leben bis anhin nicht deklariertes Einkommen und Vermögen den Behörden zu melden. Die Steuer­pflichtigen müssen dann eine Nachsteuer für maximal die letzten zehn Jahre bezahlen, werden jedoch nicht bestraft. Seit Neujahr gilt der automatische Informationsaustausch unter anderem mit der Europäischen Union, Kanada oder Australien. Der Austausch führt dazu, dass die Steuerbehörden ab 2018 Bankdaten aus dem Ausland von hier lebenden Personen unaufgefordert erhalten.

Mehrere Millionen zusätzliche Steuern

Diesen Umstand spürten auch die Steuerämter in Ob- und Nidwalden. Die Zahl der Selbstanzeigen stieg im vergangenen Jahr in beiden Kantonen auf 77 Fälle an. Aus der Aufstellung aus Obwalden geht hervor, das davon 51 Ende 2016 noch offen waren. Zuvor zählten die Kantone laut einer Auswertung der Steuerämter seit 2010 im Schnitt 30 Fälle pro Jahr (OW) respektive rund 48 (NW). Bei den kantonalen Steuerämtern geht man denn auch davon aus, dass der Anstieg einen Zusammenhang mit dem automatischen Informationsaustausch hat. Wie viele Selbstanzeigen tatsächlich mit den neuen Regeln zu tun haben, lässt sich hingegen nicht eruieren. In den Zahlen sind auch die Fälle von vereinfachter Nachbesteuerung von Erben enthalten.

Die Selbstanzeigen haben in Obwalden über die Jahre Einnahmen von 6,7 Millionen Franken gebracht. Rund 4,8 Millionen davon als kantonale Nachsteuern, der Rest entfiel auf die direkten Bundessteuern. Für den Kanton Nidwalden waren keine Informationen zu den Nachsteuersummen erhältlich. (mu)