OB-/NIDWALDEN: Keine Bauernhofhunde beim Hundehalterkurs dabei

Seit das Obligatorium für den Sachkundenachweis für Hundehalter auf­gelöst wurde, wollen Besitzer von Bauernhofhunden auch keinen Kurs mehr besuchen.

Marion Wannemacher
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Auch Bauernhofhunde müssen nicht mehr in die Schule. (Bild: Robert Hess)

Auch Bauernhofhunde müssen nicht mehr in die Schule. (Bild: Robert Hess)

Der Anmeldeschluss ist vorbei, und kein einziger Halter von Bauernhofhunden wollte mitmachen. «Seit es das Obligatorium für den Sachkundenachweis für Hundehalter nicht mehr gibt, ist kein Interesse mehr da», sagt Raphael Bissig, Geschäftsführer des Bauernverbandes Nidwalden. Für ihn ist klar: «Die Landwirte haben genug Vorschriften, das Problem sehe ich eher bei gewissen Rassen, aber sicher nicht bei Bauernhofhunden.» Auf freiwilliger Basis stehen Hundehaltern aber nach wie vor Angebote zur Verfügung.

Das Thema Hund und Wanderer betrachtet Hans Graber, Leiter von Wanderwege Nidwalden, entspannt. «Ich bin selbst auf einem Bauernhof aufgewachsen. Ich meine, das Thema wird zu heiss gekocht. Es muss nicht alles behördlich geregelt werden. Ein Kurs gibt auch keine Garantie», ist er überzeugt.

Keine Fälle von aggressiven Hunden auf Alpen

Wohl würden ihm Wanderer mal melden, dass dieser oder jener Wanderweg wieder hergerichtet werden müsse, bislang aber nicht, dass ein Hund auf einer Alp die Wanderer bedrohe.

Wie soll man sich aus seiner Sicht im Zweifelsfall denn gegenüber einem «giftigen» Hund verhalten? «Wenn eine Gruppe vorbeigeht, hat der Hund ohnehin mehr Respekt. Bei einer Einzelperson kommt es auf die Körpersprache desjenigen an. Der Hund merkt, wenn jemand Angst hat. Ganz sicher sollte man den Hund nicht provozieren oder mit einem Stecken herumfuchteln. Der Hund will Hof und Tiere verteidigen», rät Hans Graber. Der Hundehalter müsse sicherstellen, dass die Wanderer auf den ausgeschilderten Wanderwegen nicht von seinem Hund angegriffen würden.

Ein ganz anderes Thema sieht Raphael Bissig. «Wenn Tiere einmal in Kontakt mit dem Wolf gekommen sind, haben sie künftig auch Angst vor dem Hund. Führende Mutterkühe gehen dann im schlimmsten Fall zum Angriff über.»

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@luzernerzeitung.ch