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OB-/NIDWALDEN: Lehrabbruch: «Nicht die Flinte ins Korn werfen»

Rund fünf Prozent beträgt die Quote der Lehrabbrüche in beiden Kantonen. Dafür müssen die Berufsbildungsämter immer mehr tun.
Marion Wannemacher
Die Arbeitswelt eines Telematik-Lehrlings. (Bild: Archiv / Neue LZ)

Die Arbeitswelt eines Telematik-Lehrlings. (Bild: Archiv / Neue LZ)

«Jeder Fünfte bricht die Lehre ab», meldete unsere Zeitung für den Kanton Luzern. Eine solche Quote können die Berufsbildungsämter in den Kantonen Ob- und Nidwalden nicht bestätigen. «lm langjährigen Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre liegt die Lehrabbruchsquote im Verhältnis zur Gesamtmenge aller Lehrverhältnisse bei 5,4 Prozent», meldet Urs Buch, Leiter des Berufsbildungsamts Obwalden. Sein Kollege Pius Felder hat ähnliche Zahlen für Nidwalden.

Starke Vernetzung als Plus

Allerdings berechnen beide Kantone die Abbruchquote anteilig auf den Gesamtbestand der Lehrverhältnisse, während der Kanton Luzern von den neu abgeschlossenen Lehrverhältnissen ausgeht. Hochgerechnet dürfte danach laut Pius Felder die Quote mit 15 Prozent immer noch tiefer sein als in Luzern.

Den Grund für die etwas besseren Zahlen in beiden ländlichen Kantonen im Verhältnis zu Luzern können beide nur vermuten: «Man kennt sich besser und wirft den Bettel nicht so schnell hin.» Ausserdem betont Urs Burch für beide Kantone die starke Vernetzung von Oberstufe, Wirtschaft und Verwaltung. «Wir haben in Ob- und Nidwalden kurze Wege.»

Als Feuerwehr einspringen

2011 wurde das Lehrverhältnis bei 6,8 Prozent aller Lehrlinge in Obwalden aufgelöst, in Nidwalden bei 6 Prozent. Für dieses Jahr geht Burch von etwa gleichen Zahlen aus. «Die Tendenz ist immer wieder schwankend, seit etwa fünf Jahren leicht zunehmend.»

Diese Zahlen sind es nicht, die beide Amtsleiter beunruhigen. «Wir haben aber sehr viel mehr Aufwand in der Lehraufsicht, um die Quote niedrig zu halten. Es gibt viel mehr Fälle, die wir begleiten müssen. Das macht mir Sorge», sagt Pius Felder. «Sehr häufig müssen wir als Feuerwehr einspringen, wenn es schon viel zu spät ist.»

Für die Lehraufsicht hat der Kanton Obwalden 100 Stellenprozent, der Kanton Nidwalden 130 zur Verfügung. Bei 1100 Lehrverhältnissen sind die Mitarbeiter voll gefordert.

Gründe für Lehrabbruch

Aus folgenden Gründen werden Lehren abgebrochen:

  • Falscheinschätzungen bei der Selektion durch den Lehrbetrieb
  • falsche Berufswahl
  • Konflikte zwischen Auszubildendem und Lehrbetrieb

Als ein wesentliches Problem betrachten Felder und Burch auch, dass die Lehrverträge immer früher abgeschlossen werden, oft ein Jahr vor Antritt der Lehre. «Alle Vertragsparteien sind gefordert, Lehrverträge nicht zu früh abzuschliessen, oftmals ist man sich des Risikos nicht bewusst», weiss Urs Burch. «Dies kann in der Entwicklungsphase der Jugendlichen zu Problemen führen», ergänzt Pius Felder. Diese Unsicherheit stamme häufig noch aus der Zeit zwischen 2003 und 2008, als es in der ganzen Schweiz zu wenig Lehrstellen gab. Aufgrund der demografischen Entwicklung hat sich der Lehrstellenmarkt jedoch merklich entspannt. In einigen Berufen können nicht mehr alle Lehrstellen besetzt werden.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am 27. Dezember in der Neuen Nidwaldner Zeitung oder als AbonnentIn kostenlos im E-Paper.

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