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OB-/NIDWALDEN: Mit Musik auch Aggressionen ausleben

Bereits zum dritten Mal ist es Olivia Rava gelungen, ein Jugendblasorchester Unterwalden auf die Beine zu stellen. Mit Uraufführung.
Olivia Rava organisiert die blasmusikalische Projektwoche zum dritten Mal. (Bild Kurt Liembd)

Olivia Rava organisiert die blasmusikalische Projektwoche zum dritten Mal. (Bild Kurt Liembd)

Kurt Liembd

Auch wenn die zwei grossen ­Konzerte erst im Oktober stattfinden, laufen die Vorbereitungen bereits während der Sommerferien – nämlich mit Üben. Vor kurzem haben die 73 Jugendlichen das Notenmaterial erhalten. Dass das Projekt Jugendblasorchester Unterwalden nach 2010 und 2013 wiederum zu Stande kommt, ist nicht selbstverständlich. Denn es müssen nicht nur genügend qualifizierte Spieler gefunden werden, auch die Finanzierung muss gesichert sein. Immerhin beträgt das Budget ­stolze 70 000 Franken. Ermöglicht wurde die Finanzierung dank einem Sponsoring der Obwaldner Kantonalbank. Unterstützt wird das Projekt zudem vom Unterwaldner Musikverband (UMV), von der Schindler-Kulturstiftung, der Kulturförderung Obwalden und Nidwalden, der Kulturkommission Hergiswil, den Musikfreunden Nidwalden und weiteren Gönnern aus der Privatwirtschaft. Dank diesen Geldgebern beträgt der Beitrag für die teilnehmenden Jugendlichen noch 250 Franken. Darin inbegriffen ist die Probewoche Anfang Oktober in einem Engelberger Hotel mit Unterstützung von erfahrenen Registerleitern. Der Teilnehmerbeitrag schneidet im Vergleich zum nationalen Jugendblasorchester, bei dem die Teilnehmer 650 Franken bezahlen, relativ günstig ab.

Gefühle erleben und ausleben

«Gemeinsames Musizieren hilft den Menschen, ihre Sensibilität, ihr Verantwortungsgefühl und ihre Toleranz zu stärken», sagt Olivia Rava aus Kerns, die Leiterin des Projektes. Aus ihren Worten spricht langjährige Erfahrung im Umgang mit jungen Musiktalenten. Denn Olivia Rava ist Dirigentin und Klarinettenlehrerin an den Musikschulen von Kerns und Buochs sowie ­stellvertretende Musikschulleiterin an der Musikschule Region Sursee. Sie weiss sehr wohl, dass gemeinsames Musizieren sich positiv auf die Gruppenbildung auswirken und das Ausleben von Gefühlen ermöglichen kann. «Beim gemeinsamen Musizieren können die Musikanten ganz verschiedene Gefühle erleben und ausleben wie Aggressivität, Wut, Bedrohung, Angst, Nervosität, Hektik, aber auch Zärtlichkeit und Ruhe», erklärt Rava.

Die gute Seele im Hintergrund

Die positiven Erfahrungen mit der musikalischen Jugend aus Unterwalden hat sie bewogen und motiviert, sich auch für die dritte Staffel des Jugendblas­orchesters zur Verfügung zu stellen. So amtet sie als Gesamtleiterin, zeichnet verantwortlich für alles Organisatorische und ist Ansprechperson für die über 70 jugendlichen Spieler. Ihre abgeschlossenen Studien in Klarinette und Musikdirektion sowie für Musikmanagement und Musikschulleitung an der Hochschule für Künste in Bern kommen ihr dabei entgegen. Auch ausserhalb der Blasmusik ist die freischaffende Musikerin viel gefragt, sei es im Orchester in der Operette Arth, als Kammermusikerin oder Zuzügerin in verschiedenen Orchestern. Als Dirigentin für Blasmusik hat sie ebenfalls Erfahrung, dirigiert sie doch zurzeit die Jugendmusik Buochs und früher eine Zeit lang die Blasmusik Ennetmoos, den Musikverein Hergiswil sowie die Ortsmusik Rüediswil-Ruswil.

Uraufführung auf dem Programm

Dirigent des 70-köpfigen Jugendblasorchesters ist der Obwaldner Musiker Beat Blättler (57) – dies bereits zum dritten Mal. Er und Olivia Rava sind ein eingespieltes Team, welches das Orchester zu Bestleistungen führen wird. Das Konzert, welches am 9./10. Oktober in Hergiswil und Sarnen aufgeführt wird, verspricht schon jetzt viele Höhepunkte. So steht mit dem Stück «Youngblood» vom Nidwaldner Komponisten Thomas Gabriel gar eine Uraufführung auf dem Programm, und vom jungen Obwaldner Nicolas Blättler ist ein verheissungsvolles Trompetensolo zu hören. Bis es aber so weit ist, haben die jungen Musiker noch eine Menge zu üben.

Und was macht die viel beschäftigte Musikerin und Organisatorin Olivia Rava, wenn das Projekt danach abgeschlossen ist? «Ich bin grosser Asienfan», verrät sie gegenüber unserer Zeitung. So wünscht sie sich, nach Abschluss dieses Projektes wieder einmal eine Reise nach Vietnam und Japan zu unternehmen. «Aber ohne Klarinette, um auch richtig abschalten zu können.»

Hinweis

Die Konzerte finden statt am Freitag, 9. Oktober 2015, in Hergiswil (Aula Grossmatt) und am Samstag, 10. Oktober, in Sarnen (Aula Cher). Eintritt frei – Türkollekte. www.jbo-uw.ch

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