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OB-/NIDWALDEN: Nationalfeiertag findet auswärts statt

Auswärts feiern dieses Jahr Kerns und Stans den 1. August. Schwierig scheint es in Nidwalden zu sein, Gastredner zu finden.
Hudi und Läsi als Wildma und Wildfrau an der Älplerchilbi sind eines der Sujets des Abendprogramms «Chärnser Jahr», das in Gossau gezeigt wird. (Bild: PD)

Hudi und Läsi als Wildma und Wildfrau an der Älplerchilbi sind eines der Sujets des Abendprogramms «Chärnser Jahr», das in Gossau gezeigt wird. (Bild: PD)

Als erste Obwaldner Gemeinde ist Kerns in diesem Jahr Gastgemeinde in der Stadt Gossau. Bislang waren 35 Gemeinden in Gossau zu Gast. «Für uns ist das eine Ehre», sagt Gemeindepräsident André Windlin auf Anfrage. «Kerns kann sich mit seiner Tourismusregion Melchsee-Frutt positiv als Wohn- und Ferienregion darstellen.» Unter dem Motto «Kerns lebt und bewegt» wird eine Delegation von 160 Vertretern aus Vereinen und Politik in Gossau vertreten sein. Zu Stande gekommen ist die Einladung durch Regierungsrat Paul Federer, der in Gossau geboren wurde. Er hat den Kontakt zwischen der Gemeinde Kerns und dem Gossauer Stadtpräsidenten Alex Brühwiler eingefädelt.

Als Dreingabe ein Geschenk

Und was kostet die Gemeinde so eine Teilnahme als Gastkanton? «Gossau ist sehr grosszügig», berichtet Windlin. «Die Stadt zahlt die Cars, die Auftritte und Verpflegung der Auftretenden und finanzierte ausserdem mit 10'000 Franken ein Wasserspiel auf dem Spielplatz des neuen Kernser Kindergartens.»

Verantwortlich für das Unterhaltungsprogramm zeichnen die beiden Vorjodlerinnen des Jodlerklubs Fruttklänge, Andrea Rohrer-Rohrer und Petra Vogler-Rohrer. Unter dem Titel «Chärnser Jahr» präsentieren sie das Abendprogramm mit speziellen Auftritten für jeden Monat: Die Drei Könige eröffnen den Reigen mit dem Januar, die Guuggenmusig Arvi-Hyler präsentiert die Fasnacht im Februar. Im August steht beispielsweise der Frutt-Schwinget an mit dem Schwingclub Kerns. Ebenfalls mit dabei: Ivan Bucher als Fitness-Weltmeister und Hudi und Läsi als Wildma und Wildfrau an der Älplerchilbi.

Auch kulinarisch wird sich Kerns im besten Licht zeigen: In Zusammenarbeit mit einem Anbieter vor Ort werde es Älplermagronen von Pasta Röthlin geben. Ob so viel Engagement nicht auch den Feiern vor Ort in Kerns im Dorf und auf der Frutt gutgetan hätte? «Es gibt sicher auch kritische Stimmen. Aber Gossau ist eine einmalige Sache, und aus unserer Sicht geht alles gut aneinander vorbei», betont André Windlin.

Stans feiert in Altdorf

Auch Stans feiert den Nationalfeiertag nicht «zu Hause», sondern in Altdorf. «Der Auftritt im Urner Hauptort bietet eine gute Gelegenheit, unsere Gemeinde zu präsentieren – auch touristisch», begründet Gemeinderat Lukas Arnold den Gastauftritt. Rund 120 Stanser, von der Harmoniemusik über den BSV bis zu lokalen Gastronomiebetrieben und Tourismus Stans, wollen für einen unvergesslichen Auftritt bei den Altdorfern sorgen. Eine Festwirtschaft wartet mit Nidwaldner Spezialitäten wie etwa Nidwaldner Kalbsgeschnetzeltem auf. Der Landratspräsident Conrad Wagner wird eine Grussbotschaft überbringen und die Festansprache halten.

«In Altdorf sind solche 1.-August-Feiern zur Tradition geworden. Auch ausländische Gemeinden waren schon zu Gast, da kommt jeweils Volksfestcharakter auf», schwärmt Arnold, selber gebürtiger Altdorfer. Die Einnahmen aus der Festwirtschaft sollen die Ausgaben für den Auftritt decken, sodass für die Gemeinde keine zusätzlichen Kosten entstehen. Dass man hingegen in Stans selber mit dem Orgelfeuerwerk um 18 Uhr in der Pfarrkirche den Nationalfeiertag relativ bescheiden feiere, habe mit der Winkelriedfeier vom 9. Juli zu tun. «Zwei grosse Feiern in so kurzem Zeitabstand würden sich nur gegenseitig konkurrenzieren», ist Lukas Arnold überzeugt. Überdies soll die auswärtige Feier eine einmalige Sache bleiben.

Wo bleiben die Festredner?

Nidwalden mw.In Obwalden stehen gleich mehrere Behördenvertreter und Private am 1. August am Rednerpult. In Nidwalden scheinen offizielle Ansprachen hingegen out zu sein. Bis vor kurzem war dies nicht so. In Stansstad etwa unterhielt im vergangenen Jahr Comedian Michael Elsener die Gäste, vor zwei Jahren sprach Bundesrat Alain Berset zum feiernden Volk. Heuer bleibt das Mikrofon stumm. «Wir haben keinen geeigneten Gastredner gefunden», erklärt OK-Mitglied Thomas Elsener auf Anfrage. Allein acht potenzielle Redner habe man im diesjährigen Gastkanton Solothurn angefragt. «Von manchen haben wir nicht einmal eine Antwort bekommen», ist er alles andere als erfreut.

Als Grund für das mangelnde Interesse vermutet Elsener, dass viele, vor allem Behördenvertreter, auf eigene, private Veranstaltungen gehen. Bei der Auswahl setze man jeweils Prioritäten, erzählt er: «Ein Gastredner muss aus dem Gastkanton kommen, eine gewisse Bekanntheit mitbringen, Charisma haben und darf nicht zu sehr polarisieren.» Selbst wenn es heuer nicht geklappt hat, werde man es, so Elsener, nächstes Jahr im frisch gelosten Gastkanton wieder versuchen.

Gemeinschaft kommt vor Predigt

Auch in Oberdorf sind Reden gang und gäbe gewesen, im vergangenen Jahr brachte Künstler Rochus Lussi die Geschichte und Herkunft der Cervelat auf unterhaltsame Art näher. Zum Aderlass bei den Rednern meint Gemeindepräsidentin Judith Odermatt-Fallegger: «Man engagiert sich auch weniger in der Politik, man will sich nicht festlegen, das ist eine Entwicklung unserer Gesellschaft.» Und irgendwie glaube sie, «die Menschen hören besser zu, wenn an diesem Tag einer aus dem Volk redet».

Am 1. August fänden in der Gemeinde auch viele Quartierfeste statt, deshalb feiere man in Büren und Oberdorf bereits am Vorabend und in Niederrickenbach am Morgen des Nationalfeiertags. «Für mich hat dann Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit oberste Priorität, man muss es leben und nicht einfach nur predigen», so Judith Odermatt. >

Marion Wannemacher, Mitarbeit Matthias Piazza

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