OB-/NIDWALDEN: Ostern setzt fulminanten Schlusspunkt unter eine traumhafte Skisaison

Die Osterfeiertage läuteten in einigen Skigebieten das Ende der Saison ein. Und brachten die Leute noch einmal so richtig in Wintersportlaune. Den idealen Pistenverhältnissen sei dank. Am Saisonschluss wird aber nicht gerüttelt.

Matthias Piazza
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Überaus schneereicher Ostermontag auf der Frutt, unterwegs auf dem Skilift Balmeregg, (Bild: Markus von Rotz (Melchsee-Frutt, 2. April 2018))

Überaus schneereicher Ostermontag auf der Frutt, unterwegs auf dem Skilift Balmeregg, (Bild: Markus von Rotz (Melchsee-Frutt, 2. April 2018))

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Tief verschneite Landschaften, wohin das Auge reicht, ideale Pistenverhältnisse: Wer am Osterwochenende auf der Frutt die Hänge hinuntersauste, wähnte sich noch mitten im Winter – und dies im Frühling. «Es gab an Ostern noch rund eineinhalb Meter Neuschnee. Solche Schneemengen sind aussergewöhnlich für Anfang April», sagt Daniel Dommann, der Geschäftsführer der Sportbahnen Melchsee-Frutt, gegenüber unserer Zeitung. Aktuell sind es über drei Meter.

Die Super-Pistenverhältnisse mit rund drei Metern Schnee auf der Frutt ändern aber nichts am «Fahrplan» der Sportbahnen: Am kommenden Sonntag endet die Wintersaison, die als durchschnittlich in die Geschichte eingeht. «Eine stabile Hochdrucklage fehlte für eine Spitzensaison. Die Leute bevorzugen schönes Wetter, was vor allem an den Wochenenden fehlte.»

Nicht mehr in Wintersportlaune

Eine flexiblere Handhabung des Saisonschlusses ist für Daniel Dommann aus mehreren Gründen keine Option: «Wenn es im Tal Frühling wird, sind die Leute nicht mehr in Wintersportlaune.» Viele würden ihre Ski schon nach den Fasnachtsferien versorgen. «Das zeigt sich auch an den Gästezahlen, die am Ostermontag bei für die Jahreszeit guten 5000 lagen, unter der Woche aber bei wenigen Dutzend liegen.» An einem Spitzentag mitten in der Wintersaison zähle man rund 7000 Wintersportler.

Eine Verlängerung der Saison würde sich darum wirtschaftlich nicht rechnen. «Auch bei besten Pistenbedingungen kommen Anfang April nicht mehr genug Gäste auf die Frutt.» Käme hinzu, dass viele Mitarbeiter nur in der Wintersaison auf der Frutt angestellt seien und im Sommer einer anderen Arbeit nachgingen. «Zusätzlich stehen auch Revisionen unserer Bahnen an.»

Abgeschlossen mit der Wintersaison hat man auch auf Klewenalp/Stockhütte. Die Bahnen sind seit gestern in Revision. Paul Odermatt, Geschäftsführer ad interim der Bergbahnen, bedauert das Saisonende nicht, trotz des erfolgreichen Osterwochenendes mit 70 Zentimetern Neuschnee. «So viel Schnee Anfang April ist aussergewöhnlich. Das habe ich noch nie erlebt. Aber die Leute haben genug vom Skifahren und bei Temperaturen von gegen 15 Grad ist der Schnee am Nachmittag nicht mehr befahrbar.» Auch er spricht nicht von einer Spitzensaison. «Sturm, Regen und Kälte trübten die Bilanz.»

Hochbetrieb herrschte auch am Titlis. «Wir hatten an Ostern rund 30 Prozent mehr Gäste auf den Pisten als an Ostern Mitte April 2017», sagt Norbert Patt, Geschäftsführer der Titlisbahnen. An den Spitzentagen Karfreitag und Ostermontag wurden je rund 8000 Gäste gezählt, 3000 mehr als an einem durchschnittlich guten Wintertag. Norbert Patt spricht von einer anspruchsvollen, im wahrsten Sinne des Wortes stürmischen, aber trotzdem sehr guten laufenden Saison.

Im Gegensatz zu den meisten Wintersportorten ist am Titlis noch nicht Schluss. Die meisten Pisten sind bis Ende April schneesicher. Auf dem Gletscher und bis Trübsee kann man gar bis Ende Mai Ski fahren. Die Nachfrage sei da. «Viele Skifahrer reden von der schönsten Zeit der Saison. Sie sind bis am Mittag auf den Ski und am Nachmittag auf dem Bike oder im Garten.»

Brunni-Bahnen mit Rekordfrequenzen

Auch Thomas Küng, Geschäftsführer der Brunni-Bahnen in Engelberg, blickt zufrieden auf die am Ostermontag zu Ende gegangene Saison zurück. Er spricht von der besten der Unternehmensgeschichte. «Wir hatten auch unter der Woche gute Frequenzen, dank durchgängig idealen Pistenverhältnissen.» Das vergangene Osterwochenende habe allerdings nicht mehr allzu viel dazu beigetragen, da generell Januar und Februar die stärksten Monate seien.

Auf der Mörlialp hat man bereits am 18. März die Saison beendet – mit einem durchschnittlichen Ergebnis, wie Verwaltungsratspräsident André Strasser gegenüber unserer Zeitung festhält.

Das eingeschneite Alpenhotel (ehemals «Glogguis» (Bild: Markus von Rotz (Melchsee-Frutt, 2. April 2018))

Das eingeschneite Alpenhotel (ehemals «Glogguis» (Bild: Markus von Rotz (Melchsee-Frutt, 2. April 2018))

Sonnengeniessen auf dem Bonistock. (Bild: Markus von Rotz (Melchsee-Frutt, 2. April 2018))

Sonnengeniessen auf dem Bonistock. (Bild: Markus von Rotz (Melchsee-Frutt, 2. April 2018))

Viel Neuschnee gab es zum Saisonende auch noch auf der Klewenalp. (Bild: Corinne Glanzmann (Klewenalp, 28. Februar 2018))

Viel Neuschnee gab es zum Saisonende auch noch auf der Klewenalp. (Bild: Corinne Glanzmann (Klewenalp, 28. Februar 2018))

Das sonnige Wetter zieht auch viele Touristen auf den Titlis. (Bild: Eveline Beerkircher (Engelberg, 8. März 2018))

Das sonnige Wetter zieht auch viele Touristen auf den Titlis. (Bild: Eveline Beerkircher (Engelberg, 8. März 2018))