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OB-/NIDWALDEN: Riesige Raupe begeistert Naturfreunde

Über die Alpen fliegt der grosse Falter mit Totenkopf auf dem Rücken zu uns. In Beckenried landete er nun unter einem Kinderbett.
Am Lopper geknipst: Knallig gelb und rund 10 Zentimeter lang ist diese Totenkopfschwärmer-Raupe. (Bild: Leserbild David Howson)

Am Lopper geknipst: Knallig gelb und rund 10 Zentimeter lang ist diese Totenkopfschwärmer-Raupe. (Bild: Leserbild David Howson)

Christoph Riebli

«Ich war relativ überrascht von der Grösse des Tieres», sagt Christian Zumbühl aus Beckenried. Darum hat er gestern ein Bild des toten Falters auf Facebook gepostet. «Er hat unter dem Kinderbett gelegen und ist beim Putzen zum Vorschein gekommen», erzählt Zumbühl weiter. Wohl habe ihn die Katze in die Wohnung und schliesslich dorthin getragen, mutmasst er. Es ist ein Totenkopfschwärmer (siehe Kasten), der es wegen seines totenkopfähnlichen Musters auf dem Rücken gar schon in Hollywood zu Bekanntheit gebracht hat. Im Thriller «Das Schweigen der Lämmer» spielt er neben Jodie Foster und Anthony Hopkins eine Schlüsselrolle.

Ein rarer Fund

Fast noch eindrücklicher als der ­grosse schwarz-gelbe Falter ist dessen Raupengestalt. Anfang Woche hat darum David Howson aus Kriens mächtig gestaunt, als er am Lopper klettern war: «In Alpnach etwa dort, wo der F/A-18 abgestürzt war – hing die Raupe von einem Ast», erzählt er begeistert. «Es war ein riesiges Ding! Wir hatten noch nie etwas in dieser Grössenordnung gesehen.» Nach dem Griff zum Smartphone ­schickte er ein Bild an einen tierinteressierten Arbeitskollegen. Dessen Antwort fünf Minuten später fiel euphorisch aus: ein rarer Fund!

«Ein solcher Fund ist nichts Alltäg­liches, aber auch nichts Einmaliges», erklärt der Giswiler Biologe Beat von Wyl auf Anfrage. Er selbst habe erst wenige Exemplare zu Gesicht bekommen. Unregelmässig erhalte er jedoch Hinweise von Sichtungen aus der Bevölkerung. Zuletzt vor einem Jahr, erinnert er sich.

«Günstige Bedingungen»

Totenkopfschwärmer und deren Raupen haben zurzeit Hochkonjunktur, wie es scheint: Im Internet werden fleissig Bilder gepostet, «20 Minuten» berichtet von Sichtungen in St. Gallen, Schwyz, Schaffhausen und Cham.

Doch weshalb kommt das auffällige Tier besonders jetzt zum Vorschein? «Mit dem heissen und trockenen Wetter scheinen gerade günstige Bedingungen zu herrschen», stellt Biologe Beat von Wyl fest. Der Falter gehöre zu der Familie der Schwärmer. Es handelt sich also um einen Wanderfalter «aus dem südlichen Mittelmeerraum oder gar aus Afrika». Dieser sei auf der Suche nach einem neuen Lebensraum. Der erwachsene Falter überquere dafür die Alpen, um seine Eier in Mittel- und ­Nordeuropa abzulegen. «Bei warmer Witterung können sich die Raupen entwickeln und anschliessend verpuppen. Vereinzelt kommt es vor, dass im September noch Falter ausschlüpfen», so Beat von Wyl weiter. Kälte mögen sie hingegen nicht. Ob im Stadium der Raupe, der Puppe oder des Falters: Den Schweizer Winter überlebt der Totenkopfschwärmer in der Regel nicht.

Viel grösser als ein Fünfliber: der Totenkopfschwärmer. (Bild: Leserbild Maria Semlikou)

Viel grösser als ein Fünfliber: der Totenkopfschwärmer. (Bild: Leserbild Maria Semlikou)

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