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OB-/NIDWALDEN: So scharf waren Obwalden und Nidwalden noch nie

Swisstopo gibt für Teile der Zentralschweiz neue Landeskarten heraus. Versprochen wird der grösste Quantensprung seit 60 Jahren.
Die Kartenproduktion ist heute teilautomatisiert, bei komplexen Situationen ist aber nach wie vor Handarbeit gefragt. (Bild: PD)

Die Kartenproduktion ist heute teilautomatisiert, bei komplexen Situationen ist aber nach wie vor Handarbeit gefragt. (Bild: PD)

Regelmässigen Benutzern der elektronischen Landeskarten der Zentralschweiz dürfte es vielleicht aufgefallen sein. Das Portal map.geo.admin.ch wartet seit Mitte Mai mit zahlreichen Verbesserungen auf. Die Karten 1:25 000 sind farbiger als früher, die Gemeindegrenzen sind violett und die Bahnlinien rot dargestellt. Die Strassen können nach Hart- und Naturbelag unterschieden werden. Auch typografisch wurde das Werk überarbeitet. Dank der neuen Beschriftung der Inhalte soll das Kartenbild laut Bundesamt für Landestopografie (Swisstopo) ruhiger und besser lesbar daherkommen.

Damit noch nicht genug: Im Internet lassen sich Wanderwege oder Wildruhezonen ebenso problemlos und separat einblenden wie Gebäude- und Wohnungsregister aufrufen – mit einem Mausklick an der richtigen Stelle.

Ebenfalls neu: Wer wissen will, wie zum Beispiel Stans vor 20, 50 oder 100 Jahren aussah, kann sich virtuell auf eine Zeitreise begeben, so einfach, wie noch nie. Aus heute dicht besiedelten Quartieren wird auf früheren Karten wieder Wiesland.

Zwar nicht virtuell, aber ebenfalls spürbar aufgerüstet kommen die gedruckten Landeskarten der Region daher. Swisstopo spricht vom grössten Quantensprung seit 60 Jahren. Die Blätter Hochdorf, Zug, Luzern, Rigi, Alpnach, Beckenried, Muotathal, Melchtal, Engelberg und Schächental gehören zur dritten Erneuerungsserie – nach der Region Olten/Aarau 2014 und Zürich. Der Erneuerungsprozess über die gesamte Schweiz sollte voraussichtlich 2020 abgeschlossen sein.

Google stimulierte die Entwicklung

«Der Wunsch nach einer flexibleren Datennutzung und anderen Darstellungsvarianten war schon seit langer Zeit vorhanden», begründet Ruedi Bösch, Leiter Kommunikation von Swisstopo, die umfassende Erneuerung. Ausserdem seien so auch schnellere Aktualisierungen möglich. Denn die Inhalte für die neue Generation der Landeskarten werden aus einer riesigen Datenbank abgeleitet. Damit können viele bisherige Prozesse automatisiert und die Kartennachführungen vereinfacht werden. Bösch gesteht ein, dass private Kartenanbieter wie Google Maps den Geodatenmarkt stimuliert und das Interesse an solchen Daten bei der Bevölkerung auch stark gefördert hätten. Allerdings habe Swisstopo mit gesetzlichem Auftrag einen anderen Fokus. «Beim Inhalt der topografischen Karten stehen seit jeher die Präzision und die detaillierte und gute kartografische Darstellung im Vordergrund», hält er fest.

Dank eines neuen Produktionsprozesses erhalten die Landeskarten eine neue – noch bessere und genauere Grundlage – und gleichzeitig werde die Karte, die seit 1952 praktisch unverändert aussehe, in ihrer Grafik modernisiert. «Die Kombination aus neuen technischen Daten und neuer Grafik schafft noch mehr Einsatzmöglichkeiten und erhöht die Flexibilität der Daten für vielfältige Anwendungen in Verwaltung, Wirtschaft, Forschung und bei privaten Anwendern.»

Gedruckte Karten bleiben gefragt

Trotz der fast unbegrenzten digitalen Möglichkeiten: Die gedruckten Karten sind noch immer gefragt, besonders dort, wo die digitale Nachfolge an ihre Grenzen stösst, wegen Netzverfügbarkeit, Akkulaufzeit oder Datenmengen. Darum spielten sie noch immer eine wichtige Rolle, sei es etwa bei den Wanderern, den Schneesportlern oder beim Militär.

Eine Verschiebung hin zu den digitalen Produkten finde allerdings statt. Doch seien die Grenzen fliessend. «Ein Wanderer greift im Regen gerne auf die wasserfeste Karte zurück und gleichzeitig nutzt er ein Smartphone, um sich direkt auf Swiss Map Mobile – den Landeskarten für das Smartphone – den Fahrplan der nächsten Haltestelle anzeigen zu lassen», sagt Ruedi Bösch. «Viele Kunden drucken sich den Ausschnitt für ihre Wanderung aus dem Geodatenportal aus, um ein Back-up zu haben, wenn der Akku des Mobiltelefons leer ist oder kein Empfang besteht. Gleichzeitig verfolgen sie ihre Route mit einer App, die den Weg aufzeichnet.» Von den gedruckten Landeskarten würden jährlich mehrere hunderttausend verkauft. Auf das Online-Portal wird täglich bis zu 30 000-mal zugegriffen.

Dank der Automatisierung sind die verbesserten gedruckten Karten nach wie vor für 14 Franken erhältlich. Und die Nutzung übers Internet bleibt gratis. Der volkswirtschaftliche Nutzen der Geobasisdaten soll in den Vordergrund gerückt werden – das haben Bundesrat und Parlament so entschieden.

Matthias Piazza

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