OB-/NIDWALDEN: Stürmisch ging die Saison zu Ende

Wetter­kapriolen machten den Ski­gebieten zu schaffen. Teilweise entgegen kommt ihnen das frühe Osterwochenende. Doch die Bilanz bleibt durchzogen.

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Gestern Karfreitag auf Melchsee-Frutt (Gebiet Erzegg): 
tadellose Verhältnisse ohne Gedränge auf den Pisten. (Bild: Markus von Rotz)

Gestern Karfreitag auf Melchsee-Frutt (Gebiet Erzegg): tadellose Verhältnisse ohne Gedränge auf den Pisten. (Bild: Markus von Rotz)

Matthias Piazza

Die Hoffnungen ruhen auf einem schönen Osterwochenende. «Dass die Ostertage dieses Jahr so früh sind, ist ein Glücksfall», meint Sepp Odermatt, Geschäftsführer der Bergbahnen Beckenried-Emmetten. Denn das Skigebiet Klewenalp-Stockhütte beendet seine Wintersaison immer in der ersten April-Woche, das heisst, in diesem Jahr am Ostermontag. «Die Tage über Ostern sind noch wichtige Einnahmequellen, nebst Weihnachten und den Sportferien, welche die umsatzstärksten der ganzen Saison sind.» Darum lohne es sich auch, den Betrieb für diese Tage nochmals aufzunehmen, nachdem wegen Sturms und schlechten Wetters die Anlagen am Montag, Dienstag und Mittwoch ruhen mussten.

Als stürmisch bezeichnet Sepp Odermatt die Saison 2014/15, welche bestimmt nicht als Highlight in die Geschichte eingehe. «Die Saison endet so, wie sie anfing mit Wetterkapriolen.» Nach dem schneearmen Dezember waren auch die Weihnachtstage kein Highlight. «Über Silvester und Neujahr wendete sich das Blatt zum Glück.» Sehr zufrieden sei er grundsätzlich mit dem Februar. «Die fantastischen Schneeverhältnisse erlaubten gar Abfahrten bis ins Tal nach Beckenried.»

Durchzogene Bilanz

Von einer durchzogenen Winterbilanz spricht Thomas Küng, Geschäftsführer der Luftseilbahn Engelberg-Brunni AG. «Wir liegen 1 Prozent unter dem Vorjahr, das auch nicht so berauschend war.» Ein unglaublich guter Februar und ein durchschnittlicher März hätten die Saison mit dem miesen Start im Dezember immerhin etwas gerettet. «Die Betriebsschliessung am Montag und Dienstag wegen der Wetterkapriolen fällt nicht so ins Gewicht, da wir an diesen Tagen ohnehin keine hohen Frequenzen erwartet hätten.» Auch dieses Jahr endet die Wintersaison am Ostermontag, da viele das Osterwochenende noch zum Skifahren nutzen würden. Trotzdem: «Die wichtigste Zeit für uns sind die Fasnachts- und Weihnachtsferien», so Küng. Darum überlege man sich auch, künftig nicht mehr auf Ostern Rücksicht zu nehmen und den Betrieb immer Anfang April einzustellen. Die Haupt- und Schlittelpiste seien noch in einem guten Zustand, der Skilift Schonegg ist seit vergangener Woche geschlossen und die Klostermatte seit Mitte März. Die Zeit vom 7. April bis zur Eröffnung der Sommersaison an Auffahrt vom 14. Mai wird für Revisionen genutzt.

André Strasser, Verwaltungsratspräsident der Skilift Mörlialp AG, spricht von einer leicht unterdurchschnittlichen Wintersaison. «Unsere Saison startete schlecht und verspätet, statt am 20. erst am 28. Dezember. Die Vorsaison fiel wegen des fehlenden Schnees komplett aus.» Ins Gewicht falle zudem, dass der ganze Winter nur ein einziges schönes Wochenende gehabt habe. Gegen Schluss habe man aber dank guter Schneeverhältnisse und Wintersportwetter etwas aufholen können. Das Skigebiet beendete die Saison wie immer Mitte März. «Unsere Hauptkunden sind Familien mit kleinen Kindern, die wollen nicht mehr auf die Ski, wenn sich im Tal der Frühling anbahnt.»

Verspäteter Saisonstart

Auf Melchsee-Frutt liegt man 8 Prozent hinter dem Schnitt der vergangenen Jahre. «Der erste grosse Schnee kam erst am 26. Dezember, zu offiziellem Saisonbeginn am 13. Dezember konnten wir nur eine Anlage und eine Sesselbahn in Betrieb nehmen, mussten die Preise reduzieren», bilanziert Thomas Keiser, Leiter Marketing der Sportbahnen Melchsee-Frutt. «Der Januar und Februar verbesserte dann die Bilanz, während der März wieder schlechter abschnitt.»

Zurzeit seien die Schneeverhältnisse top. Dieses Jahr endet die Skisaison auf der Frutt am Ostermontag. Den Zeitpunkt des Saisonabschlusses wolle man aber künftig hinterfragen. «Denn die letzten Wochen vor Ostern bringen erfahrungsgemäss nicht mehr so viel ein, vor allem wenn Ostern erst am 20. April ist, wie im vergangenen Jahr.» Wenn im Tal der Frühling kommt, hätten die Leute weniger Lust mehr auf Wintersport, sagt Thomas Keiser.

Durchschnittlicher Winter

«Wir hatten einen durchschnittlichen Winter», blickt Hanny Odermatt, Geschäftsführerin der Luftseilbahn Dallenwil-Wirzweli AG zurück. «Noch im Januar lagen wir 16 Prozent hinter dem Vierjahresdurchschnitt, bedingt durch den späten Saisonstart am 29. Dezember. Dank des überdurchschnittlich guten Februars konnten wir diesen Rückstand vollständig aufholen.» Auf Wirzweli war am 15. März Saisonschluss. «Dann scheint die Sonne auf die Hänge, und der Schnee wird sulzig. Und zudem haben die Leute ab Mitte März auch keine Lust mehr auf Wintersport», begründet sie.