OB-/NIDWALDEN: Über 600 strampeln zum Arbeitsplatz

Unter dem Motto «Bike to work» lassen die Mitarbeiter das Auto zu Hause. Immer öfters auch Bankangestellte. Die Aktion hat auch Wettkampfcharakter.

Matthias Piazza
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Für die Aktion «Bike to work» steigen auch Ob- und Nidwaldner Mitarbeiter aufs Velo um. (Bild Stefan Kaiser)

Für die Aktion «Bike to work» steigen auch Ob- und Nidwaldner Mitarbeiter aufs Velo um. (Bild Stefan Kaiser)

Matthias Piazza

Wenn man den Eindruck hat, dass zurzeit aussergewöhnlich viele Velofahrer auf den Strassen Ob- und Nidwaldens unterwegs sind, kommt das nicht von ungefähr. Ziemlich genau 600 Velofahrer mehr sind es nämlich als sonst. 360 Obwaldner und 240 Nidwaldner, um genau zu sein. So viele Mitarbeiter von Ob- und Nidwaldner Unternehmen steigen im Mai und Juni aufs Velo um – im Rahmen der schweizweiten Aktion «Bike to work» mit landesweit über 50 000 Teilnehmern, der grössten Velo- und Gesundheitsförderungsaktion schweizweit, wie der Veranstalter schreibt.

Immer mehr Teilnehmer

Die Aktion kommt auch in unserer Region an. «Wir haben Jahr für Jahr mehr Teilnehmer», freut sich Monika Küng von Pro Velo Unterwalden. Immer mehr Firmen lassen sich für die Aktion begeistern. So auch die beiden Kantonsspitäler, die gesamte Obwaldner Kantonsverwaltung, die Gemeindeverwaltungen von Kerns, Sachseln, Sarnen und Stansstad, Maxon, Bio-Familia, das Elektrizitätswerk Obwalden, um nur einige zu nennen. Und die Liste wird dieses Jahr um zwei bedeutende Unternehmen ergänzt. Neu mit im Boot sind nun auch die Raiffeisenbank Obwalden und die Obwaldner Kantonalbank. «Dass diese zwei Banken mitmachen, freut mich besonders», sagt Monika Küng. Auch wenn noch Potenzial bei den Teilnehmerzahlen vorhanden sei.

Pedalen auch für Preise

Dabei geht es nicht darum, einfach unverbindlich das Velo statt das Auto zu nehmen. Die Aktion hat auch ein bisschen Wettkampfcharakter. In Viererteams geht es darum, mindestens 50 Prozent der Arbeitswege im Mai/Juni mit dem Velo zurückzulegen. Erfolgreiche Teams nehmen an der Verlosung von Preisen von total rund 120 000 Franken teil.

Verschwindet nach der Aktion das Velo dann wieder im Keller? Nicht bei allen, weiss Monika Küng. «Ich kenne Mitarbeiter, die auf den Geschmack kommen und regelmässig mit dem Velo zur Arbeit fahren oder sich gar ein E-Bike kaufen.» Sie höre immer wieder von positiven Erfahrungen. «Die Teilnehmer erzählen mir, dass der Arbeitsweg sich mit dem Velo besser zurücklegen lasse, als sie es sich zu Beginn vorgestellt hätten.» Als weiteres Plus werde ins Feld geführt, dass man Arbeitsweg und Sport ideal verbinden könne. «Auch für die Unternehmen liegt der Vorteil auf der Hand, wenn Mitarbeiter vom Auto aufs Velo umsteigen. Sie brauchen weniger Parkplätze.»

Aktion stiess auf offene Ohren

Sportlich unterwegs ist wie erwähnt auch erstmals die Obwaldner Kantonalbank (OKB). Von den rund 190 Angestellten liessen sich 20, also 5 Teams, für den Arbeitsweg mit dem Velo begeistern, darunter auch vier Lehrlinge. OKB-Personalchef Christoph Amstad spricht von einer erfreulichen Teilnehmerquote fürs erste Mal. «Die Initiative für diese Aktion kam von unseren Mitarbeitern und stiess bei uns auf offene Ohren, weil wir darin verschiedene positive Aspekte sehen, wie Gesundheitsförderung oder Förderung des Teamgeistes», sagt Amstad, der von seinem Wohnort Luzern auch nach Möglichkeit mit Zug und Velo unterwegs ist. Mit dem Business-Anzug aufs Velo? Für Amstad kein Widerspruch, da viele Mitarbeiter im Kanton wohnen und teilweise einen kurzen, flachen Arbeitsweg haben, den sie auch mit dem Bike oder dem E-Bike zurücklegen können.

Er ist überzeugt, dass die Aktion den einen oder anderen dazu ermuntert, auch künftig den Drahtesel öfters für den Weg zur Arbeit zu nehmen.

Hinweis

Weitere Informationen unter www.biketowork.ch