OB- UND NIDWALDEN: Die «Streuer»-Rinder müssen bluten

Die Rinderseuche BVD soll ausgerottet werden. In Ob- und Nidwalden müssen knapp 300 Tiere liquidiert werden. In zwei Jahren soll die Seuche ausgerottet sein.

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Im Stall von Martin von Flüe aus Flüeli Ranft wird ein Kalb auf BVD getestet. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Im Stall von Martin von Flüe aus Flüeli Ranft wird ein Kalb auf BVD getestet. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

BVD, der gefährliche Rindervirus, soll ein für alle mal ausgerottet und aus der Schweiz verbannt werden: Das wollen der Bund und die Zuchtverbände. Die Tierseuche BVD (Bovine Virusdiarrhoe) richtet in der Schweiz jährlich Schäden von etwa 10 Millionen Franken an. 

Betroffene Kühe und Rinder stecken andere Tiere an und müssen getötet werden. Dieses Jahr müssen insgesamt 1,5 Millionen Tiere der Rindergattung getestet werden. 19 000 in Obwalden und 12 500 in Nidwalden. Am 1. Oktober beginnt die eigentliche Ausrottungskampagne. Dies, nachdem in der Vorphase bereits alle Tiere getestet wurden, welche auf die Alp zogen. 

230 Tiere mussten sterben
In Ob- und Nidwalden ist man dem Fahrplan weit voraus. Denn über 80 Prozent des Bestandes ist bereits getestet worden  der schweizerische Durchschnitt liegt bei 34 Prozent. «Ob- und Nidwalden weisen viele Alptiere auf. Zudem haben wir vorwärts gemacht und viele Tiere im Stall auch schon getestet», erklärt Josef Risi, Kantonstierarzt beim Laboratorium der Urkantone, den Vorsprung. Das Laboratorium koordiniert die Ausrottung der Tierseuche für die Kantone Obwalden, Nidwalden, Uri und Schwyz. 

Die bisherigen Ergebnisse liegen laut Risi im Schnitt. In Obwalden sind 145 infizierte Tiere entdeckt und getötet worden. Das entspricht 0,93 Prozent der getesteten Tiere. Risi geht davon aus, dass beim Testen der restlichen Rinder und Kühe noch etwa 30 weitere infizierte Tiere hinzukommen. In Nidwalden mussten 82 von der Seuche betroffene Tiere liquidiert werden (0,79 Prozent). Risi rechnet hier mit etwa 25 weiteren. 

Ungeborene Kälber sind gefährdet
Normalerweise hat eine BVD-Infektion nur vorübergehende Auswirkungen auf ein Rind. Das Tier bildet Abwehrstoffe und erholt sich schnell wieder von der Krankheit. Die grösste Gefahr birgt das Virus für ungeborene Kälber. 

Wenn sich Rinder, die noch keinen Kontakt mit der Seuche hatten, mit dem Virus anstecken, werden die ungeborenen Kälber zum Träger des Virus, «Streuer» genannt. Sie geben ihr ganzes Leben lang die Viren, welche sich über die Luft verbreiten, weiter. Auf diese «Streuer» zielt die Ausrottungsaktion.

Luca Wolf

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Nidwaldner Zeitung.