Ob- und Nidwalden verabschieden ihre Wehrmänner künftig gemeinsam 

Bislang wurden die Soldaten zur Entlassung oder Abrüstung in den Kanton des Wohnortes aufgeboten. Nicht so in diesem Jahr. Zusätzlich zu den 85 Wehrmännern aus Nidwalden werden 93 aus Obwalden am 4. Dezember in Oberdorf verabschiedet.

Marion Wannemacher
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Soldaten beim Abrüsten beim Amt für Militär und Bevölkerungsschutz in Oberdorf. (Bild: Corinne Glanzmann, 6. Dezember 2017)

Soldaten beim Abrüsten beim Amt für Militär und Bevölkerungsschutz in Oberdorf. (Bild: Corinne Glanzmann, 6. Dezember 2017)

Der Tag der Entlassung aus der Militärdienstpflicht ist in fast jedem Fall ein spezieller Tag, wie Mann oder Frau auch immer zu seinem Militärdienst gestanden hat. Der/die eine ist froh, sein Material abzugeben und dieses Lebenskapitel zu schliessen. Viele erinnern sich aber gern am letzten Tag mit den Kameraden an die gemeinsamen Erlebnisse und Anekdoten, trinken noch einen Kaffee zusammen und nehmen sich vor, in Kontakt zu bleiben. Bislang wurden die Soldaten zur Entlassung oder Abrüstung in den Kanton des Wohnortes aufgeboten. Nicht so in diesem Jahr. Zusätzlich zu den 85 Wehrmännern aus Nidwalden werden 93 aus Obwalden am 4. Dezember in Oberdorf verabschiedet.

Auf die Frage, ob das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sei, lacht Theo Küchler, Kreiskommandant von Nidwalden, und antwortet: «Wir haben immer schon freundschaftlich zusammengearbeitet, ich bin ausserdem ja selbst ein Obwaldner.»

Zusammenlegung beider Militärverwaltungen?

Immer wieder sei die Rede davon gewesen, die Militärverwaltungen beider Kantone zusammenzulegen. Er selber begrüsse diese Bestrebung, sagte Theo Küchler. «Die Zeit dafür ist aber noch nicht reif. Dafür streben wir an, die Zusammenarbeit zu intensivieren, Prozesse zu optimieren und Synergien freizusetzen», so der Nidwaldner Kreiskommandant. In erster Linie spart das Armeelogistikcenter Othmarsingen durch den Entlassungstermin am gleichen Tag und am gleichen Ort. Dieses wickelt die Abrüstung zusammen mit dem jeweiligen Kanton mit insgesamt 30 Personen ab. Nun müssen sie nur noch an einem Tag eingesetzt werden. Das seien Kosten, die der Steuerzahler finanziere.

Auch sei die Zahl der zu entlassenden Wehrmänner aufgrund der Weiterentwicklung der Armee (WEA) in beiden Kantonen erstmals deutlich zurückgegangen. Beispielsweise wurden 2002 in Obwalden noch 150 Soldaten aus der Militärdienstpflicht entlassen, weiss Heiri Wallimann, Kreiskommandant von Obwalden. Für die kommenden zwei bis drei Jahre geht er von ähnlich tiefen Zahlen aus. Auch er schätzt die gegenseitige Unterstützung der beiden Kreiskommandos beispielsweise bei Fahnenzeremonien, militärischen Rapporten oder in der Einarbeitung neuer Mitarbeiter in der Militärverwaltung. «Wir haben in der Vergangenheit aber auch schon unseren Nachbarkanton bei Personalengpässen im Arbeitsalltag unterstützt», berichtet Wallimann. Was die kantonalen Eigenheiten des Ablaufs der Entlassung anbelangt, werde sich nichts ändern, beruhigen beide Kreiskommandanten. Die Obwaldner werden weiter ihre Cremeschnitte mit Schweizer Kreuz geniessen können. Ausserdem erhalten sie ein Sackmesser. Die Nidwaldner feiern ihren Abschied traditionell mit einem Zvieri und bekommen ausserdem ein Billet aufs Stanserhorn. Auch sonst wird sich an den Abläufen der Abrüstung nichts ändern.

Anlagentest im Nachbarkanton

Künftig werden die Wehrmänner abwechselnd in Nid- und in Obwalden abgerüstet. Heiri Wallimann hat jedenfalls kein Problem damit, dass die erste gemeinsame Entlassung in Oberdorf stattfindet. Die Abrüstung dort findet im Zentrum für Bevölkerungsschutz statt. Dieses habe eine ähnliche Infrastruktur wie das neue Logistikzentrum des Zivilschutzes in Kägiswil.

«So können wir die Anlage bereits einmal austesten mit dem Aspekt, wie wir unser Logistikzentrum für den gleichen Zweck eventuell in den Folgejahren brauchen könnten», erklärt Wallimann.