Ob- und Nidwalden wollen Kurtaxe abschaffen

Die Kantone Ob- und Nidwalden schicken ein neues Tourismusgesetz in die Vernehmlassung. Es schlägt eine engere Zusammenarbeit der beiden Kantone und ein neues Finanzierungsmodell vor.

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Das Saarneraatal soll künftig zusammen mit Nidwalden durch eine regionale Tourismusorganisation vermarktet werden. Das fordert ein neues Gesetz des Obwaldner Regierungsrats. (Bild: Archiv/Neue OZ)

Das Saarneraatal soll künftig zusammen mit Nidwalden durch eine regionale Tourismusorganisation vermarktet werden. Das fordert ein neues Gesetz des Obwaldner Regierungsrats. (Bild: Archiv/Neue OZ)

Neue Tourismusgesetze werden in  Obwalden und Nidwalden seit Jahren kontrovers diskutiert. In beiden Kantonen wurden bereits Entwürfe in die Vernehmlassung geschickt, welche in der Folge aber nicht zustande kamen. Seit Sommer 2010 wird nun an der Idee einer gemeinsamen Tourismusorganisation gearbeitet. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Tourismuswirtschaft Luzern und dem Tourismusforum der Kantone Ob- und Nidwalden präsentiert nun die jeweiligen Regierungsräte ein neues Tourismusgesetz.

Regionale Tourismusorganisation

Der Obwaldner Regierungsrat spricht sich im neuen Gesetz gegen die heutige Organisation durch den Vierwaldstättersee Tourismus aus und möchte in Zukunft enger mit dem Kanton Nidwalden zusammenarbeiten. Vorgesehen ist eine Aktiengesellschaft, an der beide Kantone, vor allem aber Tourismusträger beteiligt sein sollen. Der Hauptfokus der neuen regionalen Tourismusorganisation liegt auf der Vermarktung des Sarneraatals und des Kantons Nidwalden in der Schweiz und im angrenzenden Ausland. Weiterhin eigenständig bleibt Engelberg-Titlis Tourismus, wo «kein organisatorischer Handlungsbedarf» festgestellt wurde.

Durch die neue Organisation erhofft sich der Regierungsrat, Doppelspurigkeiten zu vermeiden und bestehende Angebote zusammenzuführen. Büros sollen im Zuge dieser Umstellungen möglichst keine geschlossen werden.

Kurtaxe soll ersetzt werden

Weiterhin will die Obwaldner Regierung die Kurtaxe durch eine Förderungsabgabe ersetzten. Die Abgaben für den Tourismus orientieren sich nicht mehr an den effektiven Übernachtungszahlen, sondern werden Pauschal für alle Übernachtungen erhoben. Gut ausgelastete Betriebe würden so weniger belastet, argumentiert der Regierungsrat. Künftig sollen zusätzlich auch Transportunternehmen und Restaurants zur Kasse gebeten werden, damit auch der Tagestourismus seinen Beitrag beisteuert.

Auch der Nidwaldner Regierungsrat will von den Touristen keine Abgaben mehr direkt erheben und so den Aufwand verringern. Neu soll an Stelle der bisherigen kantonalen Beherbergungsabgabe und der kommunalen Kurtaxe eine Tourismusabgabe erhoben werden. Dabei handelt es sich um eine Pauschale für alle Übernachtungen. Der Abgabekreis wird zudem auf die öffentlichen Transportunternehmungen ausgedehnt. Damit sollen auch Tagesgäste eine Abgabe zugunsten des Tourismus leisten.

Die Vernehmlassung läuft bis zum 14. November. Das Tourismusförderungsgesetz wird voraussichtlich auf den 1. Juli 2012 in Kraft gesetzt.

pd/raz/bep