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Ob- und Nidwaldner Feuerwehren: Chefs holen sich das Rüstzeug

Vergangene Woche bildeten sich 26 Offiziersaspiranten und 19 angehende Kommandanten aus Ob- und Nidwalden weiter. Dabei wurden auch Probleme der heutigen Zeit angesprochen.
Richard Greuter
Offiziersanwärter Marco von Glutz und Pius Würsch zeichnen eine Unfalsituation auf, die sie beim Schulhaus angetroffen haben.(Bilder: Edi Ettlin, Ennetbürgen, 2. Mai 2019)

Offiziersanwärter Marco von Glutz und Pius Würsch zeichnen eine Unfalsituation auf, die sie beim Schulhaus angetroffen haben.(Bilder: Edi Ettlin, Ennetbürgen, 2. Mai 2019)

Das Bild, das sich der Feuerwehr am vergangenen Donnerstag bot, war eindrücklich. Im Untergeschoss der Turnhalle in Ennetbürgen stellten Passanten eine grosse Rauchentwicklung fest und alarmierten die Feuerwehr. Aus allen Ritzen strömte beissender Rauch ins Freie. Für die ausgerückte Feuerwehr keine leichte Angelegenheit.

Dies war eines von vier Szenarien, welches Instruktor Kilian Röthlin mit sieben angehenden Offizieren analysierte. Ihre Aufgabe bestand darin, sich ein Bild der Lage zu verschaffen und die notwendigen Befehle zu erteilen.

Kursbesucher machen sich ein Bild über die Ausbildung

Am Besuchstag informierten sich zahlreiche Gäste über den Verlauf des diesjährigen Offiziers- und Kommandantenkurses der Ob- und Nidwaldner Feuerwehren. Unter den Gästen war auch Peter Meyer, Geschäftsführer der Nidwaldner Sachversicherung, der Obwaldner Polizeikommandanten Stefan Küchler und Peter Truttmann, Gemeindepräsident von Ennetbürgen. Sie alle nutzten die Gelegenheit, um den Instruktoren und Kursteilnehmern über die Schulter zu schauen. Für Kurskommandant Remo Kuster, der eine Besuchergruppe zu den verschiedenen Posten führte, ist die eingangs geschilderte Schadenlage mit einem verrauchten Keller eine grosse Herausforderung. Dies, weil der Zutritt oft eingeschränkt und die Rauchbildung stark sei. «Im Keller gibt es verschiedene Probleme, welche die Situation verschlimmern», erklärte Remo Kuster.

Innerhalb der vergangenen Woche lernten die künftigen Offiziere die Grundlagen der Führung, aber auch Methodik und Didaktik für Ausbildungslektionen innerhalb ihrer Feuerwehr. Am Donnerstag trainierten sie den Einsatz am Schadenplatz. Und an der gestrigen Abschlussübung konnten sie einen grösseren Brand bei einer Transportfirma und einen Karstwasseraustritt mit rund 200 Litern pro Minute bekämpfen.

Für die 19 angehenden Feuerwehrkommandanten, davon einige Frauen, galt es primär, die Schulbank zu drücken. Denn während Feuerwehroffiziere an der Front Führungsaufgaben wahrnehmen, treffen Kommandanten strategische Entscheidungen innerhalb der Feuerwehr. In ihrer Kurswoche befassten sie sich unter anderem mit Erwachsenenbildung, technischer Brandschutz, Administration sowie Personal-, Kader-, Notfall- und Einsatzplanung.

Am Modell analysieren die Offiziersanwärter zusammen mit Klassenlehrer Meck Zurfluh eine komplexe Unfallsituation.

Am Modell analysieren die Offiziersanwärter zusammen mit Klassenlehrer Meck Zurfluh eine komplexe Unfallsituation.

Toni Käslin, kantonaler Feuerwehrinspektor von Ob- und Nidwalden, rechnet in nächster Zeit mit personellen Veränderungen innerhalb der Feuerwehren. Am Besuchstag gab er einen Kurzüberblick über die Nidwaldner Notorganisation und die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und den Behörden.

Doppelbelastung als Problem für Feuerwehren

Aufgezeigt wurde am Besuchstag auch, was bei einer Brandmeldung passiert. Wählt jemand die Telefonnummer 118, gelangt er zur Polizei. Anhand der geschilderten Schadenslage bietet die Polizei die notwendigen Einsatzkräfte auf. Oft sind es eher mehr als vielleicht notwendig. Dies hat einen Grund: «Die Feuerwehr ist ein Milizsystem», erklärte Toni Käslin. Es sei nie klar, wie viele Einsatzleute erscheinen. Damit spricht er ein Problem an, mit dem sich viele Feuerwehren beschäftigen müssen: «Die Tagesverfügbarkeit während der Arbeitszeit ist ein grosses Problem.» Ähnlich sieht es bei der Kaderplanung aus. «Nicht jeder ist bereit, mehr Verantwortung zu tragen», meinte Käslin. Geeignete Leute seien oft auch im Beruf stark engagiert. Diese Doppelbelastung von Beruf, Familie und Feuerwehr unter einen Hut zu bringen, könne nicht jeder, berichtete der Feuerwehrinspektor.

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