Ob- und Nidwaldner Werkbeiträge 2020 gehen an zwei bildende Künstlerinnen

Die Kantone Obwalden und Nidwalden schreiben seit 2014 gemeinsam Werkbeiträge für Kulturschaffende aus. Eine fünfköpfige Fachjury hat die diesjährigen Preisträger ausgewählt. Der grosse Werkpreis geht an Olivia Abächerli, den kleinen Werkbeitrag erhält Brigitta Würsch.

Simon Zollinger
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Mit dem gemeinsamen Ausschreiben von Werkbeiträgen verfolgen die beiden Kantone Obwalden und Nidwalden die Absicht, Kulturschaffende mit Bezug zur Region unmittelbar und personenbezogen zu fördern. Dies schreibt Stefan Zollinger, Leiter des Amts für Kultur Nidwalden, in einer Medienmitteilung. Seit 2017 beziehe die Ausschreibung alle Kultursparten mit ein. Die Bewertung der sieben dieses Jahr eingegangenen Dossiers nahm eine eigens zusammengestellte Fachjury vor. Ihr gehörten Reto Ambauen (Theaterschaffender), Laura Breitschmid (Kuratorin), Isa Wiss (Musikerin), Hansjörg Bucher (Vertreter Kulturkommission Obwalden) und Eva-Maria Odermatt (Vertreterin Kulturkommission Nidwalden) an. Die Jury hat entschieden, den grossen Werkpreis in der Höhe von 20'000 Franken an Olivia Abächerli und den mit 10'000 Franken dotierten kleinen Werkbeitrag an Brigitta Würsch zu vergeben.

Künstlerin Olivia Abächerli erhält den grossen Werkpreis für ihr Projekt «JVDB, Artistic Research zu Johanna van den Berg».

Künstlerin Olivia Abächerli erhält den grossen Werkpreis für ihr Projekt «JVDB, Artistic Research zu Johanna van den Berg».

Bild: PD

Olivia Abächerli, geboren 1992, aufgewachsen in Nid- und Obwalden, arbeitet in ihrem Projekt «JVDB, Artistic Research zu Johanna van den Berg» mit einer künstlerischen Form von Recherche, die die wissenschaftliche Recherche ergänzt. Ihr Interesse gilt dabei der Spurensuche nach Johanna van den Berg, der indigenen Ehefrau des sogenannten «Borneo Louis» aus Nidwalden, der im 19. Jahrhundert in holländischen Militärdiensten stand und nach seiner Rückkehr Gemeindepräsident von Ennetbürgen wurde. Ihr gemeinsamer Sohn wurde später sogar der erste «Nationalrat of Color» in der Schweiz. Über sie ist kaum Genaueres bekannt. In Olivia Abächerlis Projekt geht es um die Erschaffung möglicher Perspektiven auf diese Person, die in eine Publikation sowie in eine Einzelausstellung im Jahr 2021 münden werden.

Künstlerin Brigitta Würsch erhält für «Turn on» den mit 10'000 Franken dotierten kleinen Werkpreis.

Künstlerin Brigitta Würsch erhält für «Turn on» den mit 10'000 Franken dotierten kleinen Werkpreis.

Bild: PD

Brigitta Würsch, geboren 1966, aufgewachsen in Nidwalden, will in ihrem Projekt «Turn on» ihr eigenes künstlerisches Schaffen reflektieren. Ein Auslandaufenthalt und der darauffolgende Atelierwechsel haben einen Umbruchprozess in Gang gesetzt, den sie nutzen will, um neue Impulse – oder eben «Turn-ons» – für ihre künstlerische Arbeit zu erhalten. Dabei arbeitet sie mit unterschiedlichen Materialien und experimentiert mit temporären Räumen. Die Übergabe der beiden Werkbeiträge findet am Dienstag, 1. Dezember, in Stans statt.

Hinweis
Weitere Informationen zu den Künstlerinnen online unter oliviaabaecherli.ch beziehungsweise brigittawuersch.ch.