OBBÜRGEN/STANS: Sie flitzen mit der Badewanne durch den Umzug

Prognostiziert der Wetterschmöcker gutes Wetter, sausen sie mit dem Bob in die Tiefe. Die Fasnächtler vom Schwarzpeter-Club scheuten für ihren Umzugswagen keinen Aufwand. Auch die Hinfahrt hatte es in sich.

Matthias Piazza
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Die Obbürger Bobfahrer zeigten auch noch am Umzugsende in der Nägeligasse Energie für ihre Nummer. Bild: Markus von Rotz (Stans, 23. Februar 2017)

Die Obbürger Bobfahrer zeigten auch noch am Umzugsende in der Nägeligasse Energie für ihre Nummer. Bild: Markus von Rotz (Stans, 23. Februar 2017)

Die grosse Holzkonstruktion auf Rädern fiel auf am grossen Stanser Umzug vom Schmutzigen Donnerstag. Der Muotathaler Wetterschmöcker Martin Horat sitzt in der Fonduestube und prognostiziert gutes Wetter. Das heisst, grünes Licht für das Bobrennen auf der Schanze oben. Und da flitzt er schon in die Tiefe, der Bobschlitten in Form einer modifizierten Badewanne. Hinter dieser originellen und aufwendigen Konstruktion steht der Schwarzpeter-Club. Das sind gegen 30 fasnachtsbegeisterte Obbürger im Alter zwischen 16 und 30 Jahren. «Martin Horat sorgte im vergangenen Jahr für Schlagzeilen und inspirierte uns», erklärt Mitglied Marco Jann.

Wagenbauen ist eine gesellige Sache

Bei einer fröhlichen Runde habe man sich schliesslich für dieses Sujet entschieden. Und dafür haben die Obbürger auch keinen Aufwand gescheut. Befreundete Bauern liehen ihnen Traktor und Anhänger aus und sponserten das Holz für die Konstruktion. Auf etwa 24 Stunden beziffert Marco Jann den reinen Arbeitsaufwand fürs Zimmern, Nageln, Sägen und was sonst noch alles dazugehörte. «Wir sind alle handwerklich begabt. Der Wagenbau ist für uns darum kein Problem», klärt er auf. «Wir wollen uns mit dem Wagen von anderen abheben und den Leuten eine Freude machen. Auch das Wagenbauen selber ist schon eine gesellige Sache.» Da ist es für sie natürlich auch Ehrensache, dass sie bei jedem Fasnachts- und Älperchilbi-Umzug mit einem neuen Wagen auf­warten.

Definitiv ein Abenteuer für sich sei die Fahrt ins 10 Kilometer entfernte Stans gewesen, ist sich die Gruppe einig. Vom «Untermuisli» unterhalb des Bürgenstock-Resorts mussten sie mit dem Riesengefährt im Schneckentempo die kurvenreiche Bürgenstockstrasse runter, vorbei an vielen Baustellen. Auch die Höhe war zu beachten. Doch Hin- wie Rückfahrt habe man wie in den Vorjahren gut geschafft. Die Bobfahrt am Umzug wurde dann kurvenlos gemeistert.

 

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch