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Obbürger setzen sich für Tempo 30 ein

Mit einer Petition fordern Bewohner Verkehrsverbesserungen. Zu schnelle Autofahrer machen ihnen das Leben schwer. Bei der Gemeinde rennen die Anwohner offene Türen ein.
Martin Uebelhart
Initiantin Karin Feller (links) sammelt Unterschriften für mehr Verkehrssicherheit. (Bilder: Corinne Glanzmann, Obbürgen, 18. September 2019)

Initiantin Karin Feller (links) sammelt Unterschriften für mehr Verkehrssicherheit. (Bilder: Corinne Glanzmann, Obbürgen, 18. September 2019)

Wer mit dem Auto auf den Bürgenstock fahren will, kommt in Obbürgen vorbei. Karin und Marcel Feller stören sich wie viele Bewohnerinnen und Bewohner des Stansstader Ortsteils an Automobilisten, die teils deutlich zu schnell unterwegs sind und dazu noch mehr Lärm als nötig verursachen. «Der normale Verkehr ist nicht das Problem», sagt Marcel Feller. «Es geht um jene, die meist mit PS-starken Fahrzeugen schon zu schnell fahren und dann ausgangs Dorf auch noch kräftig beschleunigen auf der Strecke in Richtung Bürgenstock.

«Es hat Kinder im Dorf, die auf dem Schulweg sind, es gibt Stellen auf der Strasse, wo es nicht einmal ein Trottoir gibt», beschreibt Karin Feller die Situation. Vor allem an schönen Tagen und am Wochenende seien sehr viel mehr Autos auf der Strasse unterwegs. Wenig nützten die Verengungen am Strassenrand. Nach Ansicht von Marcel Feller ragen diese zu wenig weit in die Strasse hinein. Das verleite Autofahrer dazu, sich dennoch bei Gegenverkehr durchzuzwängen, und das könne dann eng werden.

Fellers haben sich entschlossen, etwas zu tun und mit Unterstützung weiterer Personen Unterschriften für eine Petition an den Regierungsrat zu sammeln. In dieser fordern sie unter anderem bauliche Massnahmen und Tempo 30. Der Auslöser, die Sache in die Hand zu nehmen, war ein Unfall, in den der heute 16-jährige Sohn der Familie Feller verwickelt war.

Anfang Juni wollte dieser mit seinem Töffli von der Hauptstrasse nach links in die Quartierstrasse abbiegen, in der die Familie wohnt. Dabei setzte ein Autofahrer hinter ihm zu einem Überholmanöver an. Es kam zur Kollision. Ihr Sohn kam mit ein paar Schürfungen und Prellungen am Bein davon. «Es ist glimpflich ausgegangen für ihn», sagt der Vater. «In so einem Moment überlegt man sich natürlich schon, was sonst noch hätte passieren können.» Der Fahrer sei wohl nicht so schnell unterwegs gewesen, wie andere, die das Dorf durchqueren, mutmasst er. Karin Feller ist überzeugt, dass eine Tempo-30-Zone durchs Dorf eine gewisse Wirkung hätte.

Karin Feller.

Karin Feller.

«Wenn 50 signalisiert ist, wird auch mal 60 gefahren, bei einem 30er-Schild wären es dann vielleicht nur 40.»

Zudem würde jemand, der bei 30 deutlich zu schnell unterwegs ist, härter bestraft.

Erste Sofortmassnahmen nach Begehung mit Kanton

Die Reaktionen auf die Unterschriftensammlung seien durchwegs positiv gewesen, hält Karin Feller fest. 103 Unterschriften hätten sie zusammenbekommen, auch der Gemeinderat und der Schulrat von Stansstad unterstützten die Anliegen der Petitionäre. Unterstützung hat auch das Bürgenstock Resort in Aussicht gestellt. «Von dort erwarten wir auch noch die eine oder andere Unterschrift», sagt Karin Feller. Via Gemeinde ist auch das kantonale Amt für Mobilität auf die geplante Petition aufmerksam geworden. «Wir hatten eine Begehung und auch ein Verkehrsplaner hat sich die Situation angeschaut», sagt Karin Feller.

Mit an der Begehung war auch Amtsleiterin Stephanie von Samson. «Wir haben die Anliegen aufgenommen und im Anschluss an die Begehung Sofortmassnahmen beschlossen.» So wird im Bereich der Schule in beiden Richtungen das Verkehrsschild «Achtung Kinder» mit dem Zusatz «Schule» auf die Strasse gemalt und ein Plakat der aktuellen Kampagne der Beratungsstelle für Unfallverhütung «Kinder überraschen» aufgestellt. Am Kandelaber vis-à-vis des Schulhauses wird zudem bergwärts eine Geschwindigkeitsanzeige aufgestellt, die mit einem Smiley mitteilt, ob man sich innerhalb des Tempolimits bewegt. Laut von Samson sollen die Sofortmassnahmen voraussichtlich am kommenden Donnerstag umgesetzt werden.

«Die Planung sieht vor, dass voraussichtlich im Jahr 2021 die Strasse in Obbürgen ohnehin saniert wird», erklärt Stephanie von Samson. Dann seien auch weitere Massnahmen zur Verkehrsberuhigung denkbar. «Bis Ende dieses Jahres wollen wir einen entsprechenden Ideenkatalog beisammen haben», hält sie fest. Selbstverständlich würden diese Massnahmen vorab mit der Gemeinde besprochen.

Gemeinde ist beim Kanton abgeblitzt

Bei der Gemeinde Stansstad rennen die Petitionäre mit ihren Forderungen offene Türen ein, wie Gemeindepräsident Beat Plüss bestätigt. Die Gemeinde hatte schon 2018 ein Gesuch für eine Tempo-30-Zone in Obbürgen beim Kanton eingereicht – untermauert mit einem Gutachten. Das Gesuch war jedoch damals abgelehnt worden, worauf Plüss an der Gemeindeversammlung vergangenen Mai sagte, die Gemeinde überlege sich rechtliche Schritte. «Solche haben wir bis jetzt nicht eingeleitet», hält er auf Anfrage fest. Die Gemeinde sei in dieser Sache nach wie vor in Verhandlungen mit dem Kanton: «Es laufen noch Abklärungen.» Dem Gemeinderat sei es ein Anliegen, die Verkehrssicherheit in Obbürgen für die Zukunft zu gewährleisten.

Fellers wollen die Petition in den nächsten Tagen bei der Staatskanzlei einreichen.

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