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OBERDORF: Das Alter mit Humor angehen

Die Gemeinde beschreitet in ihrer Alterspolitik neue Wege. An drei Abenden will sie die Bevölkerung sensibilisieren, sich auf lustvolle Weise mit dem Thema auseinanderzusetzen. Dafür hat sie gar einen Comedian engagiert.
Marion Wannemacher
Vergnügt und mit hintergründigem Humor erzählt Maria Huwiler-Stocker von ihrem langen Leben. (Archivbild Luzerner Zeitung)

Vergnügt und mit hintergründigem Humor erzählt Maria Huwiler-Stocker von ihrem langen Leben. (Archivbild Luzerner Zeitung)

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@ nidwaldnerzeitung.ch

Hand aufs Herz. Sehen Sie sich im Alter eher als der Typ «Johanna», genannt «JoJo» mit spektakulären sportlichen Hobbys wie Kitesurfen, dem Leitsatz «Man bereut nicht, was man getan hat, sondern was man nicht getan hat»? Oder können Sie sich eher mit Typ «Gertrud», «Trudi», identifizieren, deren Leben sich um Gesundheit und Vorsorge dreht und die mittels Disziplin und Daten möglichst viel aus Kopf und Körper herausholen möchte? «80 ist das neue 60. 70- bis 80-Jährige fühlen sich heute um 16 Jahre jünger, sie sind gesünder und zufriedener», behauptet Stephan Bertoud, Referent von der Swiss Life AG, in einem Vortrag über «Digital Ageing, unterwegs in die alterslose Gesellschaft». Dieser ist Teil eines Themenabends der Gemeinde Oberdorf am kommenden Mittwoch.

«Oberdorf ist sogar überdurchschnittlich von der Überalterung betroffen. Das ist aber kein Problem, sondern eine Herausforderung», hält David Schmid, Sozialvorsteher der Gemeinde, fest. Aktuell sind von 3140 Oberdorfern 752 über 60-jährig, das entspricht einem Prozentsatz von 24 Prozent. «Wir haben in Oberdorf kein Pflegeheim und drei ganz unterschiedlich strukturierte Ortsteile, sind nicht optimal an den öffentlichen Verkehr angebunden und haben nur noch den Denner und die Käserei Fahrmattli als Einkaufsmöglichkeit vor Ort.»

Doch statt zu jammern, wolle man sich auf die Stärken konzentrieren. «Was fördern und was unterstützen wir?», so Schmid. Es gelte die Stärken zu fördern und zu würdigen, betont er. «Unsere Stärken bestehen in der Nachbarschaftshilfe. Ich erlebe immer wieder, dass Oberdorfer Kranken oder Älteren enorm unterstützend zur Seite stehen. Es geht darum, dass Leute möglichst lange daheim bleiben.»

Öffentlichkeit soll sensibilisiert werden

Nach der demografischen Entwicklung wird sich die Zahl der über 65-Jährigen bis 2035 verdoppeln. Demnach wird also die Hälfte der Dorfbevölkerung aus älteren Menschen bestehen. 2015 hatte die Gemeinde Oberdorf eine Umfrage zum Thema Alter gestartet und in einer Arbeitsgruppe Leitsätze formuliert. Einer der Leitsätze war der Punkt, die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. Drei Themenabende im März, am 17. Mai und am 30. August sollen Kultur und Information miteinander verbinden.

Die Gemeinde will bewusst Einwohner ab vierzig Jahren ansprechen und das Thema «lustvoll angehen, mit Information und Kultur», wie David Schmid betont. Für den Anlass am Mittwoch hat die Gemeinde den Comedian Daniel Gundelfinger ­engagiert. Dieser habe den Standpunkt: Die Generation der 60-Jährigen werde in der Comedy vernachlässigt. Sein Auftritt wird sich um die Themen seniorengerechtes TV-Programm, Sex im Altersheim und Werbung für und mit Senioren drehen. Insgesamt sind drei Themenabende geplant. Am ersten geht es um das dynamische Alter, am nächsten um das fragile Alter, unter anderem um das Thema Demenz. Die Organisatoren möchten den Film «Nebelgrind» zeigen und eine Podiumsdiskussion organisieren. Der dritte Abend im August dreht sich dann rund um das Thema daheim bleiben und wird voraussichtlich gemeinsam mit verschiedenen Organisationen, unter anderem Pro Senectute, veranstaltet.

Tipps von Menschen mit Beeinträchtigungen

Und wie soll es nach den Themenabenden weitergehen? In den weiteren Leitthemen geht es unter anderem auch um den öffentlichen Raum. «Aufgrund von Tipps aus der Bevölkerung von Menschen mit Beeinträchtigungen werden wir beispielsweise darauf achten, ob es genügend Bänke gibt, wie gut die Beleuchtung ist, wie die Wege», kann sich Sozialvorsteher David Schmid vorstellen.

Weitere konkrete Themen seien Sturzprävention sowie der Umgang mit Menschen mit ­Demenz. Ein schwieriges Thema sei sicher der bezahlbare Wohnraum. Wohnen im Alter sei kostspielig und ein mittel- bis langfristiges Aufgabenfeld, so Schmid.

Hinweis

Der erste Themenabend zur Serie «Beste Jahrgänge» ist am Mittwoch, 21. März, um 19.30 Uhr in der Aula der Schule Oberdorf. Unter anderem mit Comedian Danny Gundelfinger. Der Eintritt ist kostenlos.

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