Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

OBERDORF: Ein Stück vom Neat-Kuchen ergattert

850 Lärmschutzwände für die Neat: Die Holzbau Kayser AG arbeitet an einem der grössten Aufträge der Firmengeschichte.
Ruedi Käslin (links) prüft in der Produktionsstrasse die Balken, bevor sie in die Lärmschutzwand eingebaut werden. (Bild Philipp Unterschütz)

Ruedi Käslin (links) prüft in der Produktionsstrasse die Balken, bevor sie in die Lärmschutzwand eingebaut werden. (Bild Philipp Unterschütz)

Philipp Unterschütz

Die 850 Lärmschutzwände, welche die Holzbau Kayser AG in Oberdorf als Unterakkordant der Firma Edilstrada SA aus Lugano herstellt, werden bei Biasca die Anwohner eines rund vier Kilometer langen Abschnitts der Neat-Zufahrtsstrecke zum Gotthard-Basistunnel vor dem Krach der vorbeidonnernden Züge schützen. Die Alptransit Gotthard AG als Bauherrin der Neat wählte auf Wunsch des Kantons Tessin Lärmschutzwände aus Holz. Schalltechnisch sei Holz mit anderen Werkstoffen wie Beton gleichwertig, um den gewünschten Effekt zu erzielen, heisst es auf Anfrage bei der Alptransit in Luzern. Toni Furrer, Geschäftsführer der Holzbau Kayser AG, vermutet, dass beim Wunsch des Kantons Tessin wohl auch die Integration in die Landschaft eine Rolle gespielt haben könnte.

Eine Neuheit für die Zukunft

«Mit der Produktion der Lärmschutzwände haben wir einen der grössten Aufträge unserer Firmengeschichte an Land gezogen», freut sich Toni Furrer. Gut zwei Millionen Franken beträgt die Auftragssumme. Seit Mitte April bis Mitte September sind sechs bis acht Mitarbeiter permanent mit der Produktion der Lärmschutzelemente beschäftigt. «Für unseren Betrieb mit 60 Mitarbeitern bedeutet das eine schöne Auslastung von zehn Prozent für ein halbes Jahr.» Für Toni Furrer gibt es mehrere Gründe, warum der Grossauftrag für die Firma so wichtig ist. «Einerseits ist es toll, dass die Nidwaldner Steuerzahler nicht nur für die Neat zahlen müssen, sondern dass wir auch ein Stück vom Kuchen für die regionale Wirtschaft abschneiden können.» Anderseits sei der Auftrag für die Firma ein Referenzprojekt mit Zukunftsperspektiven. Bisher sei die Produktion von Lärmschutzwänden kein bedeutendes Segment für die Kayser AG gewesen. «Das ist eine Neuheit in unserem Angebot. Wir wollen von den Erfahrungen für weitere Submissionen profitieren. Mittelfristig streben wir mit Lärmschutzwänden einen Umsatzanteil von fünf bis zehn Prozent an», hofft Toni Furrer. Nun, bei Halbzeit des Projekts, sei man auf gutem Weg und «der Auftrag hat uns schon jetzt viele zusätzliche Erfahrungen auf allen Stufen gebracht – beim Verkauf, bei der Materialbeschaffung, der Produktion und Produktionsleitung oder der Logistik».

Konstruktion aus Schweizer Holz

Die Spezifikationen für die Lärmschutzelemente sind genau vorgeschrieben und werden von einer externen Prüfstelle kontrolliert. Der Aufbau besteht aus sieben verschiedenen Schichten, Holz, Mineralfaserdämmung und zementgebundenen Holzwolleplatten. Oben werden die Lärmschutzwände, die eine Lebensdauer von 40 Jahren haben, mit Kupferblech abgedeckt. Die Konstruktion wird zu 100 Prozent aus kesseldruckimprägniertem Schweizer Tannen- oder Fichtenholz gefertigt. Die Schalung besteht aus Lärchenholz, das aus Österreich kommt. «Wir brauchen 350 Kubikmeter Lärchenholz, eine solche Menge wäre in der Schweiz kurzfristig kaum zu beschaffen», erklärt Toni Furrer. Für diesen Auftrag habe sich der schwächelnde Eurokurs positiv ausgewirkt, weil man das Importholz nun etwas günstiger erhalte, als man zur Zeit der Offerte budgetiert hatte. Das gebe etwas Luft in die sehr enge Kalkulation.

Die grösste Herausforderung sei der Zeitdruck, weil der Auftrag relativ spät vergeben wurde. Anspruchsvoll sei auch die Transportlogistik. Die Teile müssten genaustens geordnet entsprechend dem Baufortschritt im Tessin eintreffen, sonst drohe im schlimmsten Fall ein Montageunterbruch. Für ganz grosse Teile habe man für den Transport auch schon nachts den Gotthardtunnel sperren müssen.

Keine Massenproduktion

Obwohl 850 Elemente für die Lärmschutzwände produziert werden, handelt es sich nicht um eine Massenproduktion. «Es gibt 60 verschiedene Masse oder Typen von 2,5 auf 5 Meter bis 4 auf 5 Meter», erklärt Daniel Christen, der für Kalkulation und Verkauf im Holzbau zuständig ist. «Teilweise sind es nur ein oder zwei gleiche Elemente, die grösste identische Serie sind 93 Stück.» Für die Produktion hat die Holzbau Kayser AG eine eigene Produktionsstrasse geschaffen. Trotzdem habe der Auftrag für die Mitarbeiter doch einen gewissen Wiederholungseffekt. «Sie brauchen sicher ­etwas Durchhaltewillen. Aber wenn möglich, machen wir auch Wechsel bei der Teamzusammenstellung», betont Toni Furrer.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.