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OBERDORF: Eingliederung statt Rente

Die Holzbau Kayser AG ist für die berufliche Eingliederung eines Mitarbeiters mit psychischen Beschwerden ausgezeichnet worden. Der Preisverleihung ging ein ganz spezielles Referat voraus.
Robert Hess
Preisverleihung (von links): Monika Dudle-Ammann, Direktorin Ausgleichskasse/IV-Stelle Nidwalden, Peter Murer, Präsident der gemeinnützigen Stiftung des Rotary Club Stans, Fredy Odermatt, Holzbau Kayser AG, und Marc Geissbühler, Präsident Rotary Club Stans. (Bild: Robert Hess (Oberdorf, 11. Januar 2018))

Preisverleihung (von links): Monika Dudle-Ammann, Direktorin Ausgleichskasse/IV-Stelle Nidwalden, Peter Murer, Präsident der gemeinnützigen Stiftung des Rotary Club Stans, Fredy Odermatt, Holzbau Kayser AG, und Marc Geissbühler, Präsident Rotary Club Stans. (Bild: Robert Hess (Oberdorf, 11. Januar 2018))

Robert Hess

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

«Digitale Transformation: Chance und Risiko für die Eingliederung» lautete der Titel des Input–referates zu Beginn der diesjährigen Arbeitgeberveranstaltung der Ausgleichskasse/IV-Stelle Nidwalden. Referentin vor rund 70 Personen war am Donnerstagabend Andréa Belliger vom Institut für Kommunikation und Führung, Luzern. Sie hat ursprünglich Theologie studiert, ist heute unter anderem Professorin an der Pädagogischen Hochschule Luzern und befasst sich intensiv mit der Digitalisierung der Gesellschaft. Belliger servierte den anwesenden Arbeitgebern, Mitgliedern des Rotary Clubs Stans ­sowie Mitarbeitenden der Ausgleichskasse/IV-Stelle Nidwalden in der Aula Oberdorf keine leichte Kost. Anschaulich war immerhin der Einstieg, um die rasante Entwicklung der sozialen Netzwerke und Digitalisierung aufzuzeigen: Zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung seien heute online, 3,7 Millionen aktiv in Facebook. Zum Vergleich blickte die heute 47-jährige Referentin zurück: «In den 1980er-Jahren demonstrierten wir im Zuge der Fichenaffäre noch gegen die Volkszählung und damit gegen die Preisgabe von persönlichen Daten.»

Digitalisierung wird Hälfte aller Jobs verändern

Welche Entwicklung seither, mit der heutigen Neigung vieler Menschen zur Selbstdarstellung in den sozialen Medien! «So fotografieren Senioren im Heim ihr Mittagessen und veröffentlichen Bilder im Facebook, um gegen die Qualität zu protestieren.» Alle Dienstleitungen und Produkte würden heute in den Netzwerken gemessen. «Und der kostenlose Zugang zum Internet ist zum Menschenrecht geworden», sagte Belliger. Zur Entwicklung in der Arbeitswelt meinte die Kommunikationswissenschafterin, «dass sich in den kommenden 30 Jahren 50 Prozent der Jobs verändern.» Nicht Fliessbandberufe, sondern solche, die mit Daten zu tun haben. Dabei würden oft nicht einfach ganze Jobs verschwinden, aber wegen der Digitalisierung Anteile davon. Anderseits würden neue Jobs kreiert.

Von der digitalen zur realen Welt der Menschen zurück, führte Monika Dudle-Ammann, Direktorin der Ausgleichskasse/IV-Stelle Nidwalden. Angesagt war im zweiten Teil der Veranstaltung «die jährlich gute Gelegenheit, eine Nidwaldner Firma vorzustellen, die sich bei der beruflichen Eingliederung besonders verdient gemacht hat», erklärte Marc Geissbühler, Präsident des Rotary Clubs Stans.

Immer mehr Renten aus psychischen Gründen

Der mit 2000 Franken dotierte Preis wird jeweils von der gemeinnützigen Stiftung des Clubs gespendet und wurde nun bereits zum elften Mal verliehen. Der diesjährige Preis gehe an die Holzbau Kayser AG in Oberdorf, gab Geissbühler bekannt. Ein seit 125 Jahren bestehendes Unternehmen mit 60 Mitarbeitenden. «Idee und Realisierung des Preises sind ein Gemeinschaftswerk des Rotary Clubs Stans und der Ausgleichskasse/IV-Stelle Nidwalden, erklärte deren Direktorin Monika Dudle-Ammann in ihrer Laudatio. Die Anzahl der Personen mit psychischen Erkrankungen, die eine IV-Rente beziehen, nehme zu, fuhr sie fort. «Dass es auch anders geht und Eingliederung statt Rente funktionieren kann, zeigt die Holzbau Kayser AG.» Ein Mitarbeiter sei wegen psychischer Beschwerden für lange Zeit ausgefallen. Der Arbeitgeber habe ihm einen stufenweisen Wiedereinstieg im Unternehmen ermöglicht. «Dies ist eine grosse Herausforderung für ein Unternehmen», weil sich eine Rückkehr an den Arbeitsplatz lange hinziehe und ein Auf und Ab sein könne. «Die Verantwortlichen der Firma haben jedoch unbeirrt am Ziel festgehalten», betonte Dudle. Dass der Mitarbeiter, dessen Name nicht bekannt gegeben wird, «heute wieder im gleichen Rahmen wie vor seiner Krankheit arbeite, bestätigte Herbert Graf, stellvertretender Leiter Palettenwerk der Firma. «Angepasste Programme und organisatorische Massnahmen hätten zum schönen Erfolg geführt», sagte er.

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