OBERDORF: Fachleute streiten über die Haushöhe

Ein Haus in Oberdorf ist nach Parteianlässen zum neuen Baugesetz eines der bekanntesten in Nidwalden. Durfte es so gebaut werden? Fachleute sind sich uneinig.

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Sechsstöcker unter Zweistöcker: Das umstrittene Haus. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Sechsstöcker unter Zweistöcker: Das umstrittene Haus. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Die Geschichte des Hauses an der Schinhaltenstrasse 4 in Oberdorf ist irgendwie symptomatisch für die Diskussion um das neue Nidwaldner Baugesetz, über welches am 28. September abgestimmt wird. Durfte es so gebaut werden? Was ist mit dem heutigen Baugesetz möglich? Es ist nicht nur ein Haus «mit unverbaubarem Ausblick am sonnigsten Hang von Stans-Oberdorf» (Eigenwerbung), sondern mittlerweile auch bei den Politikern wohl bekannt.

Negatives Beispiel
An den Versammlungen aller Kantonalparteien ist das Haus in den vergangenen Tagen auf einer Folie gezeigt worden – als negatives Beispiel dafür, was das heutige Baugesetz alles erlaubt. Ennetbürgens Bauchef Christof Tofaute als Vater des Referendums gegen das neue Baugesetz schüttelte an der CVP-Delegiertenversammlung ungläubig den Kopf, als Baudirektorin Lisbeth Gabriel sagte, dieses Haus sei rechtmässig so gebaut werden, obwohl es in einer zweigeschossigen Wohnzone sechs Stockwerke aufweise. Sie insistierte: «Doch, es ist so. Wir habe das im Departement geprüft.» Sie sei selber überrascht gewesen. Dieser Meinung ist auch der Architekt. Er will nicht zitiert werden, betonte jedoch, dass er das Gesetz gut kenne.

Kehrtwendung beim Kanton
So weit, so gut. Doch nun macht Baudirektorin Gabriel eine Kehrtwende. Nach einer erneuten Prüfung durch Juristen des Kantons sagt sie heute über ihre eigenen Aussagen an der CVP-Versammlung: «Ich bin einem Irrtum aufgesessen, die Beurteilung war falsch. Das Haus hätte so nicht gebaut werden dürfen.»

Markus von Rotz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Nidwaldner Zeitung.