OBERDORF: Feuerbrand wütet in einer Obstplantage

Harter Schlag für einen Oberdorfer Obstbetrieb. Der Feuerbrand zerstört einen Viertel aller Bäume. Die Kontrollen werden verstärkt.

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Die Obstanlage Krummenacher in Oberdorf ist vom Feuerbrand betroffen. Ganze Baumreihen sind verschwunden. (Bild pd)

Die Obstanlage Krummenacher in Oberdorf ist vom Feuerbrand betroffen. Ganze Baumreihen sind verschwunden. (Bild pd)

Albert Lussi hat am Dienstagmorgen vor einer Woche Beunruhigendes gesehen. Auf der Obstanlage Krummenacher in Oberdorf, die er zusammen mit Werner Zimmermann als Betriebsgemeinschaft führt, entdeckt er abgestorbene Blüten und Schleimtropfen am Blütenstiel: Zeichen, die auf Feuerbrand hindeuten. Der Verdachtsfall bestätigt sich, als Fachleute des Nidwaldner Amtes für Landwirtschaft einen Augenschein auf der Anlage nehmen.

Dann geht alles schnell. Die Betriebsleiter können beinahe zusehen, wie sich die durch Bakterien verursachte Krankheit auf der Anlage ausbreitet. Im Verlaufe des Tages werden auch einzelne Triebe entdeckt, die infiziert sind, ein zusätzliches Indiz auf das hohe Vermehrungspotenzial des Feuerbrand-Bakteriums. Am Abend schon werden die ersten Bäume gerodet und verbrannt.

Ein Viertel der Anlage musste gerodet werden
Da die Bäume auf der Obstanlage Krummenacher dicht und kompakt in Reihen stehen, erhöht sich das Infektionsrisiko zusätzlich. Befallene und gefährdete Bäume werden fortlaufend gefällt und den Flammen geopfert. Bis gestern Morgen hat der Obstbetrieb dadurch bereits 650 Bäume verloren. Dies entspricht gut einem Viertel der gesamten Anlage, die 2300 Bäume auf einer Fläche von rund 110 Aren umfasst. Der wirtschaftliche Schaden ist noch nicht eruiert.

Die Obstanlage Krummenacher ist laut Rainer Dipper der einzige Betrieb im Kanton Nidwalden, der Antibiotikum hätte einsetzen dürfen. Doch die Betriebsleiter verzichteten darauf, unter anderem, weil sie ihr Obst grösstenteils direkt vermarkten. «Allerdings», führt Dipper an, «hätte das Antibiotika Streptomycin den Befall durch Feuerbrand nicht verhindern können.» Er wäre einfach in einem viel geringeren Mass ausgefallen.

Feuerbrand-Verdacht muss gemeldet werden
Bisher ist der Feuerbrand-Fall in Oberdorf der einzige schwer wiegende im Kanton Nidwalden. Es habe zwar diverse Anrufe gegeben, sagt Rainer Dipper. «Die Feuerbrand-Verdachtsfälle stellten sich jedoch als Pilzbefall durch Mehltau heraus.» Dipper ruft dazu auf, aufmerksam auf die Pflanzen des eigenen Grundstücks zu blicken. Auch Landwirte werden angehalten, ihre Obstbäume zu kontrollieren. Es besteht eine Meldepflicht für Feuerbrand-Verdachtsfälle.

Das kantonale Feuerbrand-Team wird aber ab Mitte Juni Stichproben machen, vor allem auch an Orten, in denen schon vergangenes Jahr Feuerbrand aufgetreten ist. Zudem werden auch Kontrolleure der Gemeinden unterwegs sein.

Geri Wyss

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Nidwaldner Zeitung.