OBERDORF: Gemeinde rüstet auf hundert Prozent Wasserkraft um

Der Strom, den die Gemeinde für ihren Betrieb braucht, kommt neu zu 100 Prozent aus den Wasserkraftwerken des eigenen Kantons. Damit erhofft sich der Gemeinderat auch eine Signalwirkung.

Matthias Piazza
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Der Bannalpsee. Auch von hier kommt Strom fürs EWN. (Bild: Markus von Rotz (Bannalp, 17. September 2014))

Der Bannalpsee. Auch von hier kommt Strom fürs EWN. (Bild: Markus von Rotz (Bannalp, 17. September 2014))

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Die Gemeinde Oberdorf braucht für ihren Betrieb inklusive Feuerwehr jährlich etwa 140000 Kilowattstunden Strom. Nun ist dieser Strom nicht mehr «Allerweltsstrom», der aus verschiedenen Stromquellen wie Wasserkraftwerke oder Atomkraftwerke kommt. Neu decken die Nidwaldner Wasserkraftwerke den gesamten Strombedarf der gemeindeeigenen Betriebe Oberdorfs ab. Zumindest rechnerisch. Dies bestätigt das EWN Wasser-Zertifikat des Elektrizitätswerks Nidwalden (EWN). «Wir hoffen damit, dass die Bevölkerung uns zum Vorbild nimmt und ihren Strom künftig auch aus Nidwaldner Wasserkraft bezieht», begründet Gemeindepräsidentin Judith Odermatt diesen Schritt. Eine weitere Rolle spiele auch, dass der Strom teilweise vor der Haustüre entstehe – dank der Wasserkraftwerke Hostetten, Ursprung, Bueholzbach (anteilig) und dem Holzbau Kayser.

Der Strom des Pakets «EWN Wasser» ist einen Rappen pro Kilowattstunde teurer. Damit würden die Stromkosten der Gemeinde um 6 Prozent oder 1500 Franken steigen. Tun sie aber nicht. Oberdorf rüstet die gesamte Strassenbeleuchtung bis 2019 auf stromsparende LED-Leuchten um. «Damit können wir den Mehraufwand mehr als wettmachen», sagt Odermatt.

Da es ja nur ein Stromnetz gibt, fliesst nur buchhalterisch 100 Prozent Strom aus Nidwaldner Wasserkraft zu den Verbrauchsstellen der Gemeinde. Technisch kommt der Strom nach wie vor aus dem EWN-Netz mit rund 44 Prozent Kernenergie und etwa 52 Prozent Wasserkraft. Judith Odermatt hat mit dieser Diskrepanz kein Problem. «So fördern wir die Produktion erneuerbarer Energien.»

Auch Stans und Stansstad setzen auf Wasserkraft

Mit Oberdorf bezieht laut dem Elektrizitätswerk Nidwalden bereits die dritte Gemeinde «EWN Wasser», nach Stans im Jahr 2015 und Stansstad 2016.

Total beziehen rund 8 Prozent der EWN-Kunden Naturstromprodukte: 30 Kunden «EWN Sonne» (100 Prozent Solarstrom aus Nidwaldner Anlagen), 410 «EWN Natur» (80 Prozent Wasserstrom aus kleinen Anlagen und 20 Prozent Nidwaldner Fotovoltaikstrom) und 1560 Kunden «EWN Wasser».