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OBERDORF: Hat Schulrat bei den Spesen überbordet?

Gleich vier von fünf Mitgliedern der Finanzkommission nehmen den Hut. Sie erhoben gestern schwere Vorwürfe an den Schulrat.
Schulpräsident Benno Odermatt: «Es sind in der Vergangenheit Fehler passiert», (Bild: Archiv Corinne Glamzmann/Neue NZ)

Schulpräsident Benno Odermatt: «Es sind in der Vergangenheit Fehler passiert», (Bild: Archiv Corinne Glamzmann/Neue NZ)

Das ist starker Tobak, mit dem sich der Präsident der Oberdorfer Finanzkommission (Fiko), Thomas Stadler, am Mittwochabend an die Adresse des Schulrates wandte. «Es sammelten sich über Jahre Spesen an, die den vertretbaren Rahmen deutlich überschreiten. Das unverhältnismässige Gebaren bei den Spesenabrechnungen können wir nicht länger tolerieren und verantworten.» Bereits in der Botschaft auf die gestrige Gemeindeversammlung war von einem «gestörten Vertrauensverhältnis» zwischen Finanzkommission und Schulrat die Rede. Nun ist das Fass offenbar überlaufen. Neben Stadler werfen auch Alex Gander, Andreas Durrer und Volker Zaugg das Handtuch und treten vorzeitig aus der fünfköpfigen Fiko zurück.

Der Fiko-Präsident nahm vor den über 170 Stimmberechtigten und im Gespräch mit der neuen Nidwaldner Zeitung am Rande der Gemeindeversammlung kein Blatt vor den Mund: «Der Schulrat ist alles andere als sparsam mit den Steuergeldern umgegangen.» So sei beispielsweise im Anschluss an Sitzungen wiederholt Wein und Essen in der Höhe von mehreren hundert Franken konsumiert worden. Die Fiko legte den verdutzten Bürgern gestern zahlreiche Belege vor. Auch bei Reisen habe der Schulrat ohne mit der Wimper zu zucken gegen die eigenen Spesen-Richtlinien verstossen. Insgesamt spricht der Fiko-Präsident von teilweise undurchsichtigen Spesen von jährlich bis zu 20'000 Franken. «Als Kontrollinstanz haben wir das Verhalten mehrmals beanstandet. Der Schulrat zeigte sich uneinsichtig.» Die Empfehlung der Fiko, ein Spesenreglement vor die Gemeindeversammlung zu bringen, um derlei Ausgaben zu legitimieren, sei auf kein Gehör gestossen. «Der Schulrat hat uns stets als Polizist betrachtet.» Der Zwist gipfelte darin, dass der Schulrat laut Stadler Belege intransparent machte und in einem Schreiben de facto die Zusammenarbeit mit der Fiko kündigte.

Schulrat kontert Vorwürfe nicht

Nach Bekanntmachung der Vorwürfe sah sich der Schulrat nicht veranlasst, darauf zu reagieren. Scheinbar wusste der im Frühjahr 2016 zurücktretende Präsident Benno Odermatt aber, was auf ihn und seine Schulratskollegen zukommt, und gab vor den Anschuldigungen bereits eine Stellungnahme ab. «Es sind in der Vergangenheit Fehler passiert», räumte er ein. Einige Anlässe seien zu grosszügig durchgeführt worden. Dies sei inzwischen aber korrigiert worden, versicherte Benno Odermatt. «Wir weisen heute alles transparent aus.» Er warf seinerseits der Fiko vor, ihre Vorgehensweise sei nicht vertrauensfördernd gewesen. Auch betonte er, dass es beim Budget jeweils keine Beanstandungen gegeben habe.

Oliver Mattmann

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