Oberdorf: Informationen zum Alter werden rege genutzt

Einen bunten Markt voller Informationen rund ums «dr heimä bliibe» bot die Gemeinde ihren Einwohnern am letzten Abend zum Thema Alter. Sozialvorsteher David Schmid zieht eine positive Bilanz.

Marion Wannemacher
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Das Publikum macht mit: Fitnessübungen mit Instruktorin Karine Studer-Häcki (rechts). (Bild: Marion Wannemacher, Oberdorf, 30. August 2018)

Das Publikum macht mit: Fitnessübungen mit Instruktorin Karine Studer-Häcki (rechts). (Bild: Marion Wannemacher, Oberdorf, 30. August 2018)

«Es ist wichtig, sich übers Alter zu orientieren, man weiss nie, was kommt. Hier findet man Impulse, wo man Hilfe holen kann», sagte Marguerite Mathis aus Oberdorf. Sie informierte sich am vergangenen Donnerstagabend am Marktstand bei Franziska Schöpfer, der Geschäftsführerin des Roten Kreuzes Unterwalden, über die Angebote der Organisation. An den Marktständen und an den Apérotischen herrschte reger Austausch. Die Gemeinde Oberdorf hatte eingeladen, die Aula der Schule Oberdorf war bis fast auf den letzten Platz besetzt. Am dritten und letzten Abend zum Thema Alter ging es ums «dr heimä bliibe».

Die Alzheimervereinigung Obwalden/Nidwalden, das SRK Unterwalden und Pro Senectute, Spitex sowie die Begleitgruppe von schwerkranken und sterbenden Menschen in Nidwalden stellten sich vor. Esther Christen von der Bereichsleitung Pflege der Spitex Nidwalden moderierte die Runde. Sie zeigte sich vom Anlass begeistert: «Es ist nicht einfach trockene Theorie. Ein Event, Soziales mit Kultur gepaart: ideal.»

Alle wollen Hemmschwellen abbauen

Nach der Vorstellung gab es eine Fragerunde: «Wenn jemand Hilfe von der Spitex braucht, muss er sich dann direkt an die Spitex oder an den Hausarzt wenden?» wollte jemand wissen. Wenn es sich um ein kleineres Anliegen handele wie um den Bedarf eines Duschstuhls, könne die Spitex direkt helfen, ansonsten müsse man sich in erster Linie an den Hausarzt wenden, lautete die Antwort. Und wen man kontaktieren solle, wenn man nicht wisse, wer helfe, fragte Sozialvorsteher David Schmid die Experten. «Im Zweifelsfall einfach irgendeine Organisation» hiess es entgegenkommend aus der Runde.

So viel wurde an diesem Abend klar: Kompliziert tut hier niemand, alle sind bemüht, Hemmschwellen abzubauen und den Zugang zu Pflege- und Hilfsleistungen für ältere Personen zu erleichtern. «Warten Sie nicht, sich an die entsprechende Stelle zu wenden, bis Sie vom Arzt aufgefordert werden», appellierte Franziska Schöpfer eindringlich. Esther Christen pflichtete ihr bei: «Manchmal entwickeln sich Prozesse schleichend, es ist wichtig, frühzeitig Hilfe und Entlastung zu holen.»

Präventionsberatung ab Herbst in Oberdorf

Dass Fachleute bei älteren Personen mehr Autorität haben als deren Angehörige, darüber waren sich Zuschauer und Experten in Oberdorf einig. Ab Herbst kommen die Einwohner in den Genuss des gemeinsamen Präventionsprojekts von Nidwalden Spitex und Pro Senectute. Dieses war als Pilotprojekt in Dallenwil und Stansstad gestartet worden. Ziel sei, dass ältere Personen möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können, erläuterten Walter Wyrsch, Geschäftsführer der Spitex Nidwalden, und Brigitta Stocker, Geschäftsleiterin von Pro Senectute Nidwalden, am Themenabend. Stürze und Isolation seien die häufigsten Gründe, warum ältere Personen ins Heim müssten. Die Kosten für die Beratung werden dabei von der Gemeinde Oberdorf getragen. «Wir haben ein grosses Interesse daran, dass unsere Einwohner möglichst lange daheimbleiben können», betonte Sozialvorsteher David Schmid.

Ums Altwerden in den eigenen vier Wänden ging es im Vortrag von Bauberater Josef Arnold Lussi. Er vertritt den Verein Hindernisfreies Bauen Nidwalden und Obwalden und berät Personen, die möglichst lange daheimbleiben wollen. Kurz und übersichtlich stellte Josef Arnold Lussi eine pragmatische Checkliste für Haus oder Wohnung vor. Ob Treppe oder Rampe als Zugang, normgerechte Eingänge von mindestens 80 Zentimetern, WC und Bäder mit Griffen vorhanden sind, entscheide darüber, ob eine Wohnung altersgerecht ist oder nicht.

Fitness-Instruktorin bringt das Publikum in Schwung

Gymnastische Übungen von Fitness-Instruktorin Karine Studer-Häcki brachten das Publikum in Bewegung. Die Unterhaltungsmusik der Familie Leuthold aus Stans und Oberdorf, die mit drei Generationen auftrat, rundeten den Abend ab. David Schmid zog eine positive Bilanz der drei Anlässe: «Dank der Mischung von Kultur und Information ist es uns gelungen, die Leute in die Aula zu bringen.» Die Bandbreite der Themen vom positiven, dynamischen und lustvollen Alter über das schwere Thema Demenz mit Podiumsdiskussion und die praktischen Tipps am letzten Abend hätten Anklang gefunden: «Das zeigt, dass das Bedürfnis nach Information zum Thema sehr wohl da ist», so David Schmid.