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OBERDORF: Karin Kayser: «Ich bewege gerne – mich und andere»

Karin Kayser liebäugelt mit dem Regierungsratsamt. Eine entscheidende Rolle spielten für die CVP-Gemeindepräsidentin auch der Rücktritt von Hugo Kayser – und der Buoholzbach.
Matthias Piazza
Regierungsratskandidatin Karin Kayser auf ihrem Balkon in Oberdorf. (Bild Corinne Glanzmann)

Regierungsratskandidatin Karin Kayser auf ihrem Balkon in Oberdorf. (Bild Corinne Glanzmann)

Den 21. August 2013 vergisst Karin Kayser wohl nicht so schnell. Damals gab CVP-Finanzdirektor Hugo Kayser bekannt, dass er diesen Frühling nicht mehr zur Wiederwahl antritt. «Da begann das Rädchen etwas schneller zu drehen», erinnert sie sich. Eigentlich hätte die CVP-Frau sich vorstellen können, nebst ihrem Amt als Gemeindepräsidentin zusätzlich einen Sitz im Nidwaldner Landrat anzupeilen. Doch der Rücktritt von Geri Odermatt (FDP) und besonders derjenige von Hugo Kayser (CVP) bewirkten bei ihr eine Planänderung. Sie kandidiert am 23. März für einen Sitz im Nidwaldner Regierungsrat.

Doch so leichtfertig fasste sie den Entschluss nicht. Es folgten viele Gespräche mit ihren Kindern Eliane, Sebastian, Jeremias und Melchior (Jahrgänge 1992 bis 1999) sowie ihrem Mann Andreas Kayser. «Wir diskutierten, was ein solcher Schritt für die Familie bedeuten könnte. Auf Bergtouren und Spaziergängen äusserten die Familienmitglieder ihre Bedenken und Gedanken. Den Rückhalt in der Familie habe ich, das ist mir wichtig. Der Entscheid zur Kandidatur war gefallen.»

Auf die Frage, was sie denn am Amt als Regierungsrätin reize, meint die 47-Jährige: «Als Gemeindepräsidentin kam ich in den vergangenen vier Jahren mit vielen Leuten in Kontakt. Mit jedem neuen Geschäft stieg auch die Freude an der Politik. Mich im Spannungsfeld zwischen gesetzlichem Auftrag und Partikularinteressen zu bewegen, erachte ich als die wohl grösste, aber auch spannendste Herausforderung in der Politik.»

Buoholzbach prägte sie

Eine wichtige Rolle spielte auch das Hochwasserprojekt beim Buoholzbach, das sie früher als Gemeinderätin betreute und jetzt als Gemeindepräsidentin unter sich hat. «Bei diesem Projekt spielt sich das gesamte politische Leben ab. Hier zeigt sich, was es braucht, damit Politik funktioniert, nämlich den Willen, eine gemeinsame Lösung zu finden, indem man miteinander redet und sich mit der Aufgabe sachlich auseinandersetzt.» Dass das Gespräch mit den Direktbetroffenen eine unabdingbare Voraussetzung ist, musste der Oberdorfer Gemeinderat selber erfahren, als er für den Hochwasserschutz die Industriebetriebe aussiedeln wollte. Der Widerstand war zu gross. Es musste ein Alternativprojekt erarbeitet werden.

«Ich habe dabei sehr viel gelernt», resümiert sie. «Einerseits muss die Behörde auf Probleme wie etwa eine Hochwassergefahr reagieren. Andererseits braucht es viel Fingerspitzengefühl im Umgang mit den direkt betroffenen Bürgern.»

Politik begann am Familientisch

Der Samen für die Politik wurde bei ihr bereits in der Familie im solothurnischen Oberdorf gelegt. Der Vater war Präsident der FDP Solothurn. «Am Familientisch wurde immer politisiert und debattiert», erinnert sich Karin Kayser. Nach der Lehre als Gärtnerin und Winzerin folgten Auslandsaufenthalte. 1993 zog sie ins hiesige Oberdorf – in ein schmuckes Haus an der Gerenmüli, wo die Familie auch heute noch lebt. Die Familie stand bei ihr im Mittelpunkt. Das änderte sich 2007. Bei der Hostatt Göhren gestaltet sie zusammen mit Schulklassen einen Ostergarten. Er wurde ein voller Erfolg. Rund 300 Leute besuchten den Ostergottesdienst und den Ostergarten an diesem aussergewöhnlichen Ort. Die Politikerin in ihr erwachte wieder. «Da spürte ich: Ich wollte aktiv sein, etwas bewegen, das die Leute zusammenbringt. Ich bewege gerne – mich und andere», bringt es die aktive Freizeitsportlerin auf den Punkt. Sie schaffte 2008 den Sprung in den Gemeinderat.

Aufgewachsen in einem liberalen Haus, den Sprung in den Gemeinderat als Parteilose geschafft, kandidiert sie nun in den Reihen der CVP. «Die Parteien an den beiden Polen sind für die Politik sehr wichtig, mit ihrer Gesinnung für mich als Kantonspolitikerin aber zu extrem und zu einseitig», erklärt sie. «Ich konnte mich lange keiner Partei richtig zuordnen.» Als Familienfrau mit wirtschaftsfreundlichem Denken fühle sie sich bei der CVP jetzt sehr wohl.

«Ich kann mit allem leben»

Mit ihr kandidiert auch noch Othmar Filliger für den frei werdenden CVP-Sitz. «Zehn Kandidaten für sieben Sitze: Eine Prognose zu erstellen, wäre Kaffeesatzlesen. Ich kann mit allem leben.» Falls sie den Sprung in den Regierungsrat nicht schaffen würde, bliebe sie gerne Gemeindepräsidentin. Dem Familienmenschen Karin Kayser ist es wichtig, dass die Familie auch beim anspruchsvollen Job als Regierungsrätin nicht zu kurz kommt. «Die Kinder brauchen mich nach wie vor – auch wenn sie älter sind.» Auch auf die verschiedenen Sportaktivitäten will sie nicht verzichten. Sie ist eine begeisterte Wandererin, Bergsteigerin (Mitglied des SAC Titlis), Bikerin und Tourenfahrerin. «Ausgleich ist für mich wichtig, und den hole ich am besten mit aktiver Erholung.» Dies alles unter einen Hut zu bringen, sei als Regierungsrätin machbar.

Lieber nicht die Finanzdirektion

Auch über das Departement machte sie sich schon Gedanken – und möchte dabei mit einer Tradition brechen, die besagt, dass die Finanzdirektion in CVP-Hände gehört. Und wie verhält sich diese Aussage, wenn Othmar Filliger die Finanzen übernehmen möchte? «Ich begleite sehr gerne Finanzprojekte, aber fürs Finanzdepartement wäre ich wohl nicht die Geeignete.» Das frei werdende Volkswirtschaftsdepartement könne sie sich sehr gut vorstellen. Und natürlich habe sie als studierte Ingenieurin auch eine Affinität zum Bauwesen.

Doch unabhängig vom Departement würde sie einen Schwerpunkt beim Thema demografischer Wandel setzen. «Unsere Gesellschaft verändert sich. Wir werden immer älter. Da kommen grosse Herausforderungen auf uns zu, sowohl im sozialen Bereich als auch in der Raumplanung. Was alles finanzielle Auswirkungen mit sich bringt.»

Das sagen andere

Beat Plüss (FDP), Gemeindepräsident Stansstad:
«Karin Kayser habe ich als sehr aufgeschlossene, kommunikative Kollegin kennen und schätzen gelernt. Sie hat ein grosses Fachwissen, setzt sich intensiv mit der Materie auseinander und weiss, wovon sie spricht. Ich bin überzeugt, dass sie auch eine engagierte und fähige Regierungsrätin wäre, egal in welchem Departement.»

Daniel Daucourt, Ortsgruppenleiter Grüne Oberdorf:
«In Oberdorf hat Karin Kayser als Gemeindepräsidentin bewiesen, dass sie eindeutig Führungsqualitäten besitzt.
Als Oberdörfler erachte ich aber den Zeitpunkt ihrer Kandidatur für den Regierungsrat als verfrüht: Mit ihrem Abgang wird der Gemeinderat, der schon durch viele Austritte geprägt ist, in gefährlicher Weise geschwächt.»

Die Kandidatin persönlich

Werdegang
Lehre als Gärtnerin, Ausbildung in Management/Leadership, Ingenieurin HTL – Ausbildung für Obst-, Wein- und Gartenbau in Wädenswil.

Familie
Verheiratet mit Andreas Kayser, vier erwachsene Kinder: Eliane (1992), Sebastian (1995), Jeremias (1997), Melchior (1999).

Internet
www.karinkayser.ch

Lieblingsort
Mit dem Mountainbike bin ich oft Richtung Gibel am Buochserhorn unterwegs. Bevor man den Gibel erreicht, öffnet sich vor einem das Brisengebiet. Ein Anblick, der mich jedes Mal von neuem überwältigt. Ein Ort, um Energie zu tanken, ist zudem das Chänzeli am Stanserhorn.

Lieblingsmenü
Leberli mit Rösti und ein feiner Salat.

Aktuelle Lektüre
«Léon und Louise» von Alex Capus, «Inferno» von Dan Brown.

Schönste Kindheitserinnerung
Spontan fallen mir die ersten Rollschuhe ein, welche mir der Osterhase ins Osternestli gelegt hat.

Entweder – oder

Bratwurst oder Cervelat?
Bratwurst schmeckt mir besser als Cervelat.

Freeriding oder Pisten?
Als begeisterte Tourenfahrerin bin ich schon lieber abseits der markierten Pisten unterwegs. Ich gehe sehr gerne an die Grenzen. Als aktive Bergsteigerin habe ich gelernt, sie nicht zu überschreiten.

Migros oder Lädeli?
Wenn möglich bevorzuge ich den Bäcker und Metzger in der Nähe. Dort ist Einkaufen noch lustvoll. Shopping in einem Einkaufcenter hat für mich wenig mit dem viel gepriesenen Einkaufserlebnis zu tun.

Bier oder Wein?
Als gelernte Winzerin bevorzuge ich klar den Wein.

Sommer oder Winter?
Im Sommer geniesse ich es, draussen sein zu können. Aber der Winter mit seinen Farben und dem Schnee ist meine Lieblingsjahreszeit.

Auto oder Postauto?
Je nach Zeitbedarf benutze ich das Auto oder das Postauto. In letzter Zeit war es vermehrt das Auto. Damit bin ich gerne unterwegs. Oberdorf ist sicher nicht auf Rosen gebettet, was das ÖV-Angebot betrifft. Aber das ist auch eine Kosten-Nutzen-Frage.

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