Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

OBERDORF: «Migi-Bräu» mischt heimischen Biermarkt auf

Getränke Lussi steigt ins Biergeschäft ein – als erste kommerzielle Brauerei Nidwaldens. Möglich macht dies ein neues Betriebsgebäude. Vor einem übersättigten Markt fürchte man sich nicht.
Matthias Piazza
Braumeister Marko Versteeg, im Hintergrund Alexandra Lussi und Bruno Christen. (Bild: Corinne Glanzmann (Oberdorf, 21. Februar 2018))

Braumeister Marko Versteeg, im Hintergrund Alexandra Lussi und Bruno Christen. (Bild: Corinne Glanzmann (Oberdorf, 21. Februar 2018))

Zwei grosse zylinderförmige Sudkessel aus Edelstahl thronen im Degustationsraum im ersten Stock der neuen Produktionshalle der Getränke Lussi AG in Oberdorf. Sie sind von Apparaten und Schläuchen umgeben, daneben steht die Kommandozentrale mit Bildschirm. Dies ist der neue Arbeitsplatz des Braumeisters Marko Versteeg. Durch eine riesige Fensterfront schweift der Blick auf die Oberdorfer Landschaft. «Das ist ein aussergewöhnliches Privileg, wenn ein Bierbrauer einen Arbeitsplatz mit Aussicht hat. Normalerweise ist eine Brauerei in einem Keller untergebracht», schwärmt der gebürtige Holländer.

Seit ein paar Wochen braut er hier Bier, Ende März soll es in den Verkauf gelangen. «Migi-Bräu Lager» und «Migi-Bräu naturtrüb» heissen die Marken – in ­Anlehnung an den Vornamen des Firmengründers Remigi Lussi und seines gleichnamigen Sohnes und aktuellen Inhabers. Das erste Lagerbier wurde bereits ­abgefüllt. Besucher können die neue Brauanlage und weitere Produktionsabteilungen bei einer Betriebsführung besichtigen.

Am ehemaligen Standort war Brauen nicht möglich

«Mein Vater hatte schon 2003 den Traum, eigenes Bier zu brauen. Leider war dies an den Standorten in Stans und Beckenried nicht möglich», erzählt Alexandra Lussi, die aus Krankheitsgründen ihren Vater im Geschäft vertritt. In Stans wurde gemostet und gebrannt, in Beckenried der Most abgefüllt. Platz für ein Sudhaus für die Zubereitung der Bierwürze hatte es nicht.

Mit dem kürzlichen Bezug des topmodernen Betriebsgebäudes an der Aawasserstrasse 6 in Oberdorf steigt nun die Getränke Lussi in das Biergeschäft ein. Nicht nur im eigenen Getränkemarkt in Stans, sondern auch in anderen Läden in Nidwalden und den umliegenden Kantonen wird das «Migi-Bräu» erhältlich sein. «Je nach Nachfrage können wir uns auch vorstellen, weitere Biersorten zu lancieren, unser Bierbrauer darf seine eigenen Ideen einbringen», hält Alexandra Lussi fest.

Die Produkteausrichtung der Getränke Lussi werde deswegen aber nicht auf den Kopf gestellt. «Unser selbst gebrautes Bier bleibt ein Nischenprodukt in unserem Sortiment», sagt Bruno Christen, Leiter Aussendienst. Er ist überzeugt, dass der Markt für ein Nidwaldner Bier vorhanden ist. «Der Nidwaldner will ein Nidwaldner Bier, das sich geschmacklich von den übrigen Bieren abhebt. Das können wir ihm bieten.» Zwar koste dieses Bier etwas mehr als ein handelsübliches. «Aber dank kurzer Vertriebswege hat unser Bier auch eine einzigartige Geschmacksnuance», sagt Bruno Christen. Viele würden die Lancierung des Bieres schon sehnsüchtig erwarten, ist Christen überzeugt.

Nicht zu vergleichen mit Mikrobrauereien

Immer mehr kleine Bierbrauereien entstanden in der Region. So sind Brisenbräu, Zweierlei-Brauerei, Lanz-Bier oder die Brauerei Sutton auf www.bier-verzeichnis.ch aufgeführt. Erträgt es da noch ein weiteres einheimisches Bier? Bruno Christen findet ja: «Die kleinen Bierbrauereien machen ihre Sache wirklich gut – aber als Hobby und mit viel Idealismus.» Brauen mit Kochtöpfen habe gewiss Charme. «Doch im Gegensatz zu diesen Mikrobrauereien stellen wir kommerziell Bier her, mit viel grösseren Mengen und einem professionellen Vertriebskanal», hält Bruno Christen fest. «Wir sind in diesem Sinne die erste und einzige kommerzielle Bierbrauerei Nidwaldens», ergänzt Alexandra Lussi.

«Zwar ist vieles automatisiert, aber es bleibt immer noch viel Handwerk», sagt Braumeister Marko Versteeg. Bier sei ein Naturprodukt, Schwankungen im Geschmack seien nie ganz aus­zuschliessen. Mit seinem ersten selbst gebrauten Nidwaldner Bier ist er zufrieden. «Es schmeckt vollmundig und süffig.»

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.