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OBERDORF: Wasserversorgung tritt «Baby» ab

Die Wirtschaftlichkeit der Wasserversorgung Schwanden ist nicht gegeben. Nun soll sie in die Stanser Wasserversorgung übergehen. Diese fordert aber einen Beitrag von 100 000 Franken. Nicht ohne Grund.
Oliver Mattmann
Ein Brunnen mit Wasser (Symbolbild). (Archivbild LZ)

Ein Brunnen mit Wasser (Symbolbild). (Archivbild LZ)

Die Flurgenossenschaft Schwanden, im Jahr 2005 gegründet, hat im Lauf der Zeit feststellen müssen, dass sie ihre Wasserversorgung nicht wirtschaftlich betreiben kann. Deshalb soll sie nun ins Stanser Netz übergehen, Oberdorf selber verfügt über keine Wasserversorgung. Auf dem Papier scheint dies unproblematisch zu sein, doch entstehen der Stanser Wasserversorgung Kosten wegen Anpassungen an der Steuerung des Reservoirs. Zudem entgehen ihr Gewinne wegen Anschlussgebühren, die nicht fakturiert werden können. Auch wird bei einer Übernahme von einem jährlichen Defizit von rund 17 000 Franken im Gebiet Schwanden ausgegangen.

Dennoch zeigt sich die Stanser Wasserversorgung nach längeren Verhandlungen zur Übernahme bereit – unter der Bedingung, dass ihr ein einmaliger Beitrag von 100 000 Franken bezahlt wird. Der Gemeinderat Oberdorf hat sich darauf geeinigt, 80 000 Franken zu leisten, wenn die Wasserversor­- gung Schwanden die restlichen 20 000 Franken übernimmt. Mit einem entsprechenden Antrag werden die Stimmbürger an der Gemeindeversammlung vom 23. November konfrontiert.

Zahn der Zeit nagt an Friedhofsmauer

Weiter legt der Gemeinderat das Budget 2017 vor, das bei einem Gesamtaufwand von knapp 3,4 Millionen Franken mit einem Minus von 156 340 Franken rechnet. Dieses soll durchs Eigenkapital gedeckt werden, wie es in der Botschaft zur Gemeindeversammlung heisst. «Wir vertreten die Meinung, dass eine Steuererhöhung zum jetzigen Zeitpunkt, trotz geplanten grossen Investitionsprojekten, nicht erforderlich ist», schreibt der Gemeinderat. In Zukunft müsste bei grösseren Aufwandüberschüssen jedoch eine Erhöhung in Betracht gezogen werden.

Unter anderem werden je 10 000 Franken budgetiert für die Optimierung der Einmündung an der Wilstrasse und der St.-Heinrich-Strasse. Für Lampenerneuerungen seien 40 000 Franken vorgesehen. Daraus sollten indes tiefere Energiekosten und eine längere Lebensdauer der Leuchtmittel entstehen. Weitere 25 000 Franken werden für die Umlegung des Müli­-bachs/Rossibachs reserviert. Mit 33 000 Franken sollen ferner die Zerfallserscheinungen der Mauer beim Friedhof Büren gestoppt werden. Weiter erwartet der Gemeinderat einen kleineren Anteil aus dem Finanzausgleich als noch im Vorjahr. «Dieser rund 190 000 Franken tiefer budgetierte Ausgleich belastet die Rechnung sehr», schreibt er.

Von einem Defizit im nächsten Jahr geht auch die Schulgemeinde aus. Dieses beträgt 246 830 Franken bei einem Totalaufwand von knapp 7,4 Millionen Franken. In der Primarschule führt der Ausbau der Stundentafel zu Mehrkosten. Für 35 000 Franken müssen die Fenster beim Schwimmbad saniert werden; das Laboratorium der Urkantone hatte bei einer Kontrolle Mängel festgestellt. Diese Sanierung wird Mindereinnahmen zur Folge haben, da das Bad in dieser Zeit nicht vermietet werden kann. Auch die Schulgemeinde plant mit einem deutlich tieferen Finanzausgleich; 288 560 Franken weniger als im Vorjahr.

Da aber auch die Schulgemeinde über sehr grosses Eigenkapital verfügt, soll der negative Abschluss auf diese Weise abgefangen werden, ohne eine Steuererhöhung beantragen zu müssen.

Tourismusabgabe soll minimal ausfallen

Ferner hat die Gemeindeversammlung über den Abgabefuss der neuen kommunalen Tourismusabgabe zu entscheiden. Der Gemeinderat schlägt vor, diesen beim Minimum von 0,4 anzusetzen. An einem runden Tisch mit den touristischen Leistungsträgern habe sich gezeigt, dass eine verstärkte finanzielle Förderung angesichts der guten Auslastung derzeit nicht nötig sei, begründet der Gemeinderat. Ein Abgabesatz von 0,4 ergibt eine jährliche Summe von rund 10 000 Franken, mit welcher der lokale Tourismus unterstützt werden kann.

Hinweis

Gemeindeversammlung: Mittwoch, 23. November, 19.30 Uhr, Aula Schulhaus Oberdorf.

Oliver Mattmann

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