Oberdorfer geben grünes Licht für Überbauung

Die Gemeinde kann die Parzelle nördlich des Landsgemeindeplatzes definitiv erwerben. Sie gibt sie im Baurecht an einen Investor weiter.

Matthias Piazza, René Meier
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Auf der rot eingezeichneten Fläche nördlich des Landsgemeindeplatzes ist eine Überbauung geplant.

Auf der rot eingezeichneten Fläche nördlich des Landsgemeindeplatzes ist eine Überbauung geplant.

Visualisierung: PD

Auf dem Kiesplatz nördlich des Landsgemeindeplatzes – heute Brache und Parkplatz – entsteht eine Überbauung. Die Oberdorfer haben am Sonntag an der Urne die Voraussetzungen dafür geschaffen. Mit 79,5 Prozent (1192 Ja- zu 307 Nein-Stimmen) ermächtigten sie den Gemeinderat zur Ausübung des Kaufrechts. Damit kann die Gemeinde die rund 2600 Quadratmeter grosse Parzelle für 2,9 Millionen Franken definitiv dem Kanton abkaufen. Deutlich, mit 74,3 Prozent Ja (1105 Ja- zu 382 Nein-Stimmen) genehmigten die Stimmberechtigten auch den Vorvertrag zum Baurechtsvertrag zwischen der Gemeinde und der Firma Rietpark Immobilien AG. Die Stimmbeteiligung beträgt 67 Prozent.

Der mit dem Unternehmen ausgehandelte Vertrag sieht eine Baurechtsdauer von 70 Jahren mit Option um Verlängerung um weitere 29 Jahre vor. Ab Rechtskraft der Baubewilligung erhält die Gemeinde einen jährlich indexierten Baurechtszins von 200'000 Franken. Bis Mitte nächsten Jahres soll das Wettbewerbsverfahren abgeschlossen sein und 2024 die Überbauung mit Wohnungen und Gewerberäumen nach einer rund eineinhalbjährigen Bauzeit bezugsbereit sein. Die Gemeinde hat mit der künftigen Baurechtsnehmerin zudem ausgehandelt, dass ihr bis Ende 2022 die im Investorendossier vorgesehene Nutzungsfläche für einen möglichen Standort der Gemeindeverwaltung freigehalten werden muss.

Bereits schon im Herbst 2015 genehmigten die Oberdorfer den Kaufrechtsvertrag zwischen dem Kanton und der Gemeinde mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 72 Prozent. Dies macht eine Ausarbeitung der Pläne überhaupt möglich. Inzwischen stimmte auch der Landrat dem Vorhaben zu. Möglich wird die Bebauung darum, weil es für die rund 80 Parkplätze einen Ersatz gibt. Ab nächstem Jahr können die Mitarbeiter der Swissint ihre Autos in der Tiefgarage des neuen Ersatzbau Süd parkieren, der südlich des Waffenplatzes entsteht.

Den Kaufabsichten der Gemeinde und der Weiterverwendung des Grundstücks war ein intensiv diskutierter Prozess vorausgegangen: So beschäftigte sich der Gemeinderat unter anderem damit, die Parzelle selber zu bebauen oder – wie nun genehmigt – den Weg mit einem Investor zu gehen. Die Firma Halter AG mit ihrer Tochterfirma Rietpark Immobilien AG setzte sich gegen über 160 weiteren angeschriebenen Investoren durch.

Unangetastet bleibt hingegen der vordere, historische Teil mit dem Ring, wo früher die Landsgemeinde abgehalten wurde. Dieser Platz verbleibt als Zeitzeuge im Besitz des Kantons Nidwalden und steht der Gemeinde Oberdorf als Pächterin für verschiedentliche kulturelle Aktivitäten zur Verfügung.

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