OBERRICKENBACH: Luftseilbahn Fellboden – Bannalpsee erlebt eine Wiedergeburt

Nach einer Rundumerneuerung nimmt die Luftseilbahn Fellboden–Bannalpsee wieder Fahrt auf. Viel Idealismus und Eigenleistung ermöglichten das zweite Leben.

Matthias Piazza
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Die erneuerte Luftseilbahn Fellboden–Bannalpsee. (Bild: PD)

Die erneuerte Luftseilbahn Fellboden–Bannalpsee. (Bild: PD)

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

«Das ist eine gefreute Sache, dass es nach zwei Jahren Planung nun so weit ist», blickt Urs Waser, Geschäftsführer der Luftseilbahnen Bannalp, dem kommenden Freitag entgegen. Dann setzt sich die Luftseilbahn Fellboden–Bannalpsee – auch bekannt unter dem Übernamen «s rotä Bähnli» – erstmals für die Fahrgäste wieder in Bewegung. Hinter sich hat die Bahn einen speziellen Winterschlaf: Nach Saisonschluss Ende Oktober wurde die Bahn von Mitte Dezember bis Anfang Mai komplett erneuert. Und das war auch bitter nötig, um einen Weiterbetrieb zu garantieren, wie Urs Waser erklärt. «Der Antrieb aus dem Jahr 1967 hatte das Ende seiner Lebenszeit erreicht, ebenso die über 30-jährige Steuerung. Auch gab es dafür fast keine Ersatzteile mehr.» Mit der Erneuerung wird die Bahn auch leistungsfähiger, da sie neu mit bis 6 Meter statt wie früher mit 4 Meter pro Sekunde fahren kann. Die Transportkapazität erhöht sich dabei um 20 auf neu 90 Personen pro Stunde beziehungsweise 2,5 Fahrten pro Stunde.

Dafür sorgt ein moderner Kompaktantrieb. Auch die beiden achtplätzigen Kabinen inklusive Laufwerke wurden einer Totalsanierung unterzogen, ebenso sämtliche Umlenkräder ersetzt. Glasfasern stellen neu die Verbindung zwischen der Tal- und der Bergstation sicher. Ein Rettungspodest auf der Stütze dient einer allfälligen Bergung. Auf Vordermann gebracht wurden auch die Toiletten bei der Talstation sowie der Gästebereich mit Kasse, Eingang und Perrons.

Die Frequenzen stimmen

Viele Seilbahnbetreiber kämpfen mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten, einigen droht gar das Aus, weil sie das Geld für die Sanierung nicht aufbringen können. Nicht so bei den Luftseilbahnen Bannalp. «Wir sind finanziell gut aufgestellt und gesund», begründet Urs Waser die Erneuerung. Die Frequenzen würden stimmen. Rund 20 000 Gäste benutzten im vergangenen Sommer die Seilbahn auf den Bannalpsee, gar etwa 50 000 das benachbarte Luftseilbähnchen, «s blaue Bähnli», von Fell auf Chrüzhütte, welches auch im Winter fährt. Die Bahn wurde 2009 modernisiert. «Viele Wanderer fahren auf ihrem Ausflug mit der einen Seilbahn auf Chrützhütte, wandern zum Bannalpsee und nehmen von dort die andere Bahn ins Tal», weiss Waser. Vor Jahren tauchte die Idee auf, eine neue Luftseilbahn zu bauen, um die bestehenden zwei Bahnen zu ersetzen. Rückblickend betrachtet ist Urs Waser froh, dass man beide Bahnen beibehalten habe, um den Touristen diese beliebte Rundwanderung anbieten zu können.

Rund eine Million Franken kostete die Kompletterneuerung. Das meiste bezahlte das Unternehmen aus der eigenen Tasche, dazu kam ein zinsloses Darlehen von der Neuen Regionalpolitik (NRP), ein Instrument des Bundes und der Kantone, um unter anderem Berggebiete zu unterstützen. Im Geld schwimme man natürlich schon nicht gerade. «Möglich wurde der Schritt nach vorne nicht zuletzt, weil wir auch selbst bei der Modernisierung mit anpackten und so viel Eigenarbeit beisteuerten», lobt Urs Waser sein vierköpfiges Team mit seinem Idealismus.

Die Feuerprobe sei bereits bestanden. «Die Bahn fährt einwandfrei, das Interkantonale Konkordat für Seilbahnen und Skilifte hat uns die Betriebsbewilligung erteilt.» Langweilig bis zur Eröffnung werde es dem Team trotzdem nicht. So stünden noch zahlreiche Kleinigkeiten an wie etwa das Montieren von Beschriftungstafeln sowie Maler- und Reinigungsarbeiten.

Hinweis

Am Freitag, 12. Mai, um 18 Uhr wird die Wiedereröffnung mit der Einsegnung gefeiert.