Obwaldner Polizei richtete Augenmerk auf Drogendelikte

Die Zahl der Straftaten blieb 2019 etwa im Rahmen des Vorjahres. In Obwalden wurden allerdings mehr Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz geahndet – dies aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung. Nidwalden verzeichnet einen Rückgang von Vermögensdelikten.

Matthias Piazza
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Drogendelikte nehmen in Obwalden zu.

Drogendelikte nehmen in Obwalden zu.

Symbolbild: Manuela Jans

Eine Zahl sticht bei der am Montag veröffentlichten Obwaldner Kriminalstatistik 2019 ins Auge. 146-mal wurde gegen das Betäubungsmittelgesetz verstossen. Dies entspricht einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr von 62 Prozent. Und dies, obwohl der reine Besitz von Cannabisprodukten unter zehn Gramm seit Mitte 2019 auch bei Jugendlichen nicht mehr bestraft und damit nicht mehr in der Kriminalstatistik aufgeführt wird. In der Statistik zugenommen haben sowohl Besitz und Konsum wie auch Handel von Cannabisprodukten, Kokain und anderen Betäubungsmittel.

«Wir haben im vergangenen Jahr bei unseren Patrouillen und Streifen und kriminalpolizeilichen Ermittlungen das Augenmerk vermehrt auf Betäubungsmitteldelikte gelegt. Dies wegen Hinweisen aus der Bevölkerung zur leichten Erhältlichkeit von Drogen in Obwalden», erklärt Christoph Fries, Leiter der Obwaldner Kriminalpolizei. Die höheren Zahlen stehen dem nationalen und Zentralschweizer Trend entgegen – dort sind die Zahlen rückläufig.

Mehr Einbrüche als im Jahr zuvor

Gesamthaft wurden im vergangenen Jahr 1344 Straftaten in Obwalden verübt, dies sind leicht weniger im Jahr zuvor (1377). 2019 wurden 8 Gewaltstraftaten mehr begangen als im Jahr zuvor, was einer Steigerung von sechs Prozent entspricht. Schwere Körperverletzungen wurden keine registriert (im Gegensatz zu 5 im Vorjahr). Die Zahl der einfachen Körperverletzungen stieg von 15 auf 20.

Im vergangenen Jahr wurden 724 Vermögensdelikte in Obwalden begangen, das sind 5 Prozent weniger als 2018. Während die Zahl der Diebstähle um 12 Prozent zurückging, wurden im vergangenen Jahr 55 Einbrüche registriert, 5 mehr als im Jahr zuvor.

Die Aufklärungsquote im Kanton Obwalden für Straftaten liegt mit 53,7 Prozent über dem nationalen Schnitt von 39,2 Prozent.

Weniger Straftaten in Nidwalden

Nidwalden verzeichnete im vergangenen Jahr 1130 Straftaten, was einer Abnahme von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Fast in allen Kategorien gingen die Zahlen zurück, so etwa auch bei Diebstählen (von 278 auf 252). Die Zahl der Delikte gegen Leib und Leben sank gegenüber dem Vorjahr um 2 auf 15. Dabei handelt es sich um 3 schwere und 12 leichte Körperverletzungen. Es kam zu keinem Tötungsdelikt, wie der ebenfalls am Montag veröffentlichten Nidwaldner Kriminalstatistik zu entnehmen ist.

649 Vermögensdelikte wurden 2019 begangen, 11 Prozent weniger als im Jahr zuvor. 252 Straftaten entfallen auf Diebstähle und 124 auf Sachbeschädigungen. 8 Raubdelikte wurden verzeichnet. Die Zahl der angezeigten Erpressungsdelikte verdoppelte sich von 7 auf 14, was vor allem auf Erpressungen im Internet zurückzuführen ist. Die Zahl der Sachbeschädigungen stieg von 117 auf 124 an.

Fast dreimal so oft wie 2018 wurde im vergangenen Jahr eine Straftat gegen die sexuelle Integrität verübt (24 Fälle). Der Grossteil der Fälle betrifft illegale Pornografie im Internet. Markant mehr Anzeigen gab's auch wegen sexueller Belästigung (7, Vorjahr 1). Die Straftaten im Bereich der häuslichen Gewalt sank von 59 auf 47, was dem tiefsten Stand seit 2013 entspricht. Gegen das Betäubungsmittelgesetz wurde 128-mal verstossen (2018: 129). Meistens ging's um Besitz und Konsum von Hanfprodukten. Pro tausend Einwohner in Nidwalden wurden im vergangenen Jahr 26,1 Tatbestände im Strafgesetzbuch-Bereich verzeichnet (Schweiz: 50,6 Straftatbestände). Die Sicherheitslage in Nidwalden könne somit als gut bezeichnet werden, schreibt die Nidwaldner Kriminalpolizei.