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Ökozone am See ersetzt in Stansstad den Firmen-Lagerplatz

Als wirkungsvolle Massnahme wird im Industriegebiet der Steinag Rozloch AG eine Flachwasserzone mit Inselschüttung realisiert. Das Projekt ist eine Kompensationsmassnahme für den Betrieb des Steinbruchs Rüti.
Philipp Unterschütz
Links von der Mündung des Rotzbachs (Mitte) das Stansstaderried, rechts der Bereich vor der Industriezone der Steinag Rozloch AG, der zur Flachwasserzone wird. (Bild: Markus Bolz/PD)

Links von der Mündung des Rotzbachs (Mitte) das Stansstaderried, rechts der Bereich vor der Industriezone der Steinag Rozloch AG, der zur Flachwasserzone wird. (Bild: Markus Bolz/PD)

Das Seeufer beim Werkareal der Steinag Rozloch AG erfährt eine markante Aufwertung. Seit dem 4. Juli liegt ein Projekt für eine Revitalisierung des Seeufers für 30 Tage öffentlich auf. Das Bauprojekt der Steinag sieht insbesondere folgende Massnahmen vor: Neugestaltung des Seeufers auf einer Länge von 55 Metern und einer Fläche von 1060 Quadratmetern sowie Schüttung einer neuen Insel als Vogelansitz und Wellenbrecher von rund 300 Quadratmetern. Dafür wird die heutige Uferverbauung mit Felsblöcken entfernt und die aktuelle Seeuferlinie rund 5 Meter landeinwärts verlegt.

Die Steinag Rozloch AG löst im Bereich der Massnahmen Lagerflächen auf. Markus Bolz, der mit seiner Firma Bolz Umwelt GmbH Buochs das Projekt leitet, spricht von einer wirkungsvollen Massnahme in einer Industriezone. «Intakte Flachwasserbereiche mit Schilfbeständen sind ein Mangelbiotop am Vierwaldstättersee», erklärt Bolz. Zum Projekt der Flachwasserzone im Rotzloch gehören ein neuer Kiesstrand und die Schaffung eines Schilfraumes von rund 430 Quadratmetern. «Wir pflanzen dort aber kein Schilf an, dieses wird sich vom Stansstaderried her selber vermehren und sich in wenigen Jahren seinen Platz erobern.» Die künftige Insel ist etwa 20 Meter vom Ufer entfernt, sie wird auf einer Grösse von rund 15 mal 7 Meter aus dem Wasser ragen.

Der revitalisierte Bereich soll den verschiedensten Pflanzen und Tieren, die in Ufernähe leben, einen zusätzlichen Lebensraum bieten. Markus Bolz erwähnt schilfbrütende Vögel von Haubentauchern bis Blesshühner; oder Hechte, die im Bereich laichen könnten. Das weiter hinten liegende Lager der Steinag Rozloch AG wird durch grosse Felsbrocken von der neuen Aufwertungsmassnahme getrennt. Diese bieten zugleich einen Unterstand für Reptilien wie Eidechsen oder Blindschleichen.

Die Natur bleibt sich selber überlassen

«Bachmündungen sind besonders sensible Orte», weiss Markus Bolz. Das Projekt, das vom See her gesehen rechts von der Bachmündung liegt, verbessere auch die natürlichen Funktionen der Rotzbach-Mündung massiv. «Und es resultiert ein Schulterschluss zum Stansstaderried, das links von der Bachmündung liegt.»

Für die Öffentlichkeit werden die Massnahmen allerdings kaum sichtbar, man wird nicht zu Vogel- oder Naturbeobachtungen ausrücken können. Das Gebiet ist nicht öffentlich zugänglich. «Es ist ein isolierter Bereich in der Industriezone der Steinag Rozloch AG, also auf privatem Grund», erklärt Markus Bolz. Die Natur bleibt sich selber überlassen. Auch vom See her gilt mindestens für die Bereiche, in denen Schilf wächst, dass Boote Abstand halten müssen.

Kompensationsmassnahme für Steinbruch Rüti

Auslöser für das Öko-Projekt ist der Steinbruch Rüti in Ennetmoos. Bereits seit 10 Jahren bezieht die Steinag mittlerweile ihr Rohmaterial von da. Bis es soweit war, musste das Steinbruch-Projekt einige Hürden nehmen, unter anderem mussten auch Einsprachen der Umweltverbände beigelegt werden. 2002 zogen die Umweltverbände diese zurück, nachdem die Steinag in die Schaffung eines mit 80'000 Franken dotierten Landschafts- und Naturschutzfonds einwilligte. «Im Rahmen der Baubewilligung wurden schon 2003 verschiedene Kompensationsprojekte abgesteckt», erklärt Roger Schmid, Geschäftsführer der Steinag Rozloch AG. «Die Revitalisierung des Seeufers auf unserem Werkareal ist eine der letzten Massnahmen daraus, die in Zusammenarbeit mit der Begleitkommission des Steinbruchprojekts definiert wurden.» Ursprünglich sei das Projekt kleiner gewesen, es ist aber später optimiert und vergrössert worden.

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