Die Woche der Religionen in Nidwalden will offen sein für alle

Anfang November lädt der Verein Religionen im Dialog unter anderem ein zu einer Lesung und einem Podium.

Marion Wannemacher
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Nidwalden Mit dem existenziellen Thema «Geburt und Tod in den Weltreligionen» befasst sich dieses Jahr die Woche der Religionen in Nidwalden. Der Titel der Veranstaltungsserie «Leben geben – Leben nehmen» und das Bild dazu in den Medienunterlagen versetzen dem Leser einen kleinen Stich in die Magengrube: Ein Baby blickt gebannt auf einen kahlen Totenschädel vor sich – ein junges Leben und sterbliche Überreste.

Die Besucher der seit zwölf Jahren stattfindenden Woche der Religionen sind parat für neue Eindrücke. 2018 tanzten zwei Derwische durch die Hergiswiler Pfarrkirche, 2015 diskutierten Vertreter verschiedener Religionen im Stanser Kollegi darüber, wie viel Humor Religion verträgt und vor zwei Jahren testeten Gäste zu Beginn der Veranstaltungswoche, wie Religion durch den Magen geht.

Krimilesung im gruseligen Beinhaus in Stans

Dieses Jahr startet die Woche der Religionen mit einer speziellen Lesung von Krimiautor und Pfarrer Ulrich Knellwolf im Beinhaus Stans mit dem Titel «Erde bist du und zur Erde kehrst du zurück». Knellwolfs Geschichten, Gedichte und Gedanken zum Tod werden atmosphärisch verdichtet durch Akkordeonklänge von Katrin Wütrich.

Mit Vertretern von Buddhismus, Islam und Christentum diskutiert SRF-Sternstunden-Moderatorin Olivia Röllin in einem Podiumsgespräch über «die grossen Fragen zum Anfang und zum Ende». Gäste sind die Theologin und Seelsorgerin am Ob- und Nidwaldner Kantonsspital Monika Hug, der buddhistische Lehrer Lothen Dahortsang und Islam- und Religionswissenschaftlerin Hannan Salamat. Dabei geht aus Sicht der verschiedenen Religionen um so elementare Themen wie Geburt, das Ende eines Lebenszyklus oder das Töten.

Das Echo auf die Veranstaltungen sei jeweils sehr unterschiedlich, so Esther Hug vom Vorbereitungsteam. Man habe schon Anlässe mit rund 20 Besuchern durchgeführt, mittlerweile aber auch solche mit bis zu 300 Teilnehmern. Für sie selber ist der interreligiöse Dialog eine Herzensangelegenheit. «Wir leben miteinander und haben verschiedene Hintergründe. Es geht darum, Verständnis und Toleranz füreinander aufzubringen», erklärt sie. Ein Schritt sei, sich im Gespräch zu öffnen, ein weiterer, vielleicht in der anderen Religion eine Bereicherung zu sehen und noch ein weiterer, sich neu auszurichten. Auf die Frage, weshalb man denn teilnehmen solle an der Nidwaldner Woche der Religionen, antwortet sie: «Um zu erleben, was es bedeutet, miteinander unterwegs zu sein. Und zu erfahren, wie das klingt, wenn verschiedene Religionsgemeinschaften für den Frieden beten.»

Woche der Religionen: Montag, 4. November, 19:30 Uhr Beinhaus Stans, Mittwoch, 6. November, 19:30 Uhr, Oeki Stansstad, Samstag, 9. November, 18 Uhr, Kapuzinerkirche Stans. www.woche-der-religionen-nidwalden.ch