ONZ stellt ihren Betrieb ein

Am Freitag erscheint die letzte Ausgabe der Obwalden Nidwalden Zeitung (ONZ). Danach wird der Betrieb eingestellt. Allen Mitarbeitern wurde gekündigt.

Drucken
Teilen
Die ONZ stellt den Betrieb ein. (Bild: Neue LZ)

Die ONZ stellt den Betrieb ein. (Bild: Neue LZ)

Die Mitarbeiter erhalten ihren Lohn bis zum Ende der dreimonatigen Kündigungsfrist, also bis Ende Mai. Die Nachricht kam für das Personal aus heiterem Himmel. Dem Vernehmen nach wurde in diesen Tagen noch jemand angestellt. Laut onz.ch umfasst das Team 17 Mitarbeiter und weitere 17 Korrespondenten.

Verwaltungsratspräsident Thomas Gasser hält fest, dass die ONZ ihre Ziele in den vergangenen fast zwei Jahren erreicht und den Medienplatz Unterwalden enorm belebt habe. Im Inserate- und Abonnentenmarkt hingegen verlief die Entwicklung zu langsam, als dass die Zeitung wirtschaftlich hätte überleben können. Gemäss dem Businessplan war es das Ziel, im ersten Geschäftsjahr rund 4000 Abonnenten zu gewinnen und diese Zahl bis ins dritte Geschäftsjahr auf 8000 zu steigern. An der Generalversammlung im Mai 2011 hiess es, man habe rund 3000 Abonnenten. Die offizielle Beglaubigung im vergangenen Herbst allerdings lag wieder 10 Prozent unter diesem Wert. Im ersten Jahr schrieb die Zeitung einen Verlust von 1,4 Millionen Franken. Zusätzlich erreichte die ONZ jeden Monat mehr als 30'000 Online-Nutzer. Die App wurde mehr als 1500 Mal heruntergeladen. Die ONZ erschien täglich online und zweimal in der Woche als Bezahlzeitung. Sie informierte ausschliesslich über Lokales.

Im Inseratebereich lagen die Einnahmen stets rund einen Drittel unter den Erwartungen. Letztlich müsse nüchtern festgestellt werden, dass der Markt in Nidwalden und Obwalden das Produkt ONZ nicht wollte, schreibt Gasser auf onz.ch weiter. Entsprechend sei die Einstellung des Betriebes genauso wie damals seine Gründung ein rein unternehmerischer Entscheid.

Die ONZ wurde von einer Aktiengesellschaft herausgegeben. Sie ist ein Lizenzprodukt der Mikrozeitung von Urs Gossweiler aus Brienz (Jungfrau-Zeitung), welcher auch Mitglied des fünfköpfigen Verwaltungsrats ist. Die erste Ausgabe erschien im April 2010.

mvr/rem