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OSTERTAGE: Diese Karfreitags-Speisen sind heute kaum mehr bekannt

Der Karfreitag galt als strengster Fasttag zwischen Fasnacht und Ostern. Bevor Osterhasen oder -lamm serviert wurden, waren einfache, heute kaum mehr bekannte Speisen angesagt. Im Zeitalter von vegetarischer Küche, könnten diese glatt wieder als modern gelten.
Zusammenstellung Markus von Rotz
Fotzelschnitte - ein traditionelles Menü am Karfreitag. (Bild: PD)

Fotzelschnitte - ein traditionelles Menü am Karfreitag. (Bild: PD)

Heute setzt man oft Essen am Karfreitag mit Fischen gleich. Sie kamen laut Karl Imfeld (siehe Quellenangabe unten) jedoch erst um 1920 auf den Tisch. Meistens Dorsch, der im Laden vorbestellt werden konnte. Später verkaufte in Obwalden Fischer Simon Sigrist aus Wilen Fisch in der Karwoche von Haus zu Haus.

Der Butterbrief des Bischofs

1469 ersuchten die Unterwaldner, weil in einer kargen Gegend ohne Olivenöl, Fisch oder Wein lebend, um Fastenmilderung. Zum Abstinenzgebot gehörte der Verzicht auf Milch, tierisches Fett, Eier und Fleisch. Der Bischof erlaubte dann in einem Butterbrief den Genuss von Butter und Milch. Ausgenommen blieb die Karwoche. Die Regelung galt in Nidwalden bis ins 17. Jahrhundert.

Vom Nutzen der Karfreitagseier

Am Karfreitag gelegte Eier sollen nicht faulen. Im Volksglauben halfen sie gegen die «Räiwi» (Entzündung in den Achselhöhlen) und den «Wolf» (Entzündung im Schritt). Das trocknende Ei sollte laut Imfeld der nässenden Entzündung anzeigen, wie sie trocknend heilen soll.

Weder Ballspiele noch Sport

Der Karfreitag gilt in Obwalden und Nidwalden als hoher Feiertag, in Obwalden seit 1558. Ausser dem Nötigsten in Haus und Stall waren früher alle Arbeiten verboten, den Kindern waren laute Gruppenspiele und Ballspiele untersagt, Bäcker durften nicht wie üblich nach der Messe den Laden offen halten. Noch heute verbieten die Ruhetagsgesetze beider Kantone wortgleich «Veranstaltungen nicht religiöser Natur sowie organisierte sportliche Übungen und Wettkämpfe». In Nidwalden können Gemeinden «ausnahmsweise kulturelle Veranstaltungen bewilligen, die dem Sinn des Tages angepasst sind.»

Visionen der Karfreitagskinder

Laut Karl Imfeld sagt man am Karfreitag geborenen Kindern nach, sie hätten die beschwerliche Gabe des so genannten zweiten Gesichts: Sie würden visionsartig Unglücke und Todesfälle vorhersehen. Der alte Volksglauben wolle auch wissen, dass sie nicht alt werden.

Rätsche statt Glocken

«D’Gloggä sind uf Rom», sagte man früher den Kindern, wenn die Glocken zugunsten der Rätsche oder Raffel vom Hohen Donnerstag bis Karsamstag verstummten. Mit dem Holzklappern stellten Mönche früher im abendlichen Chorgebet das Erdbeben beim Tod von Jesus Christus dar. Das schmale dünne Hartholzbrett wurde bei uns durch eine mechanische Nachfolgerin ersetzt.

Zusammenstellung Markus von Rotz

markus.vonrotz@nidwaldnerzeitung.ch

Quellen: Private Archive, swissmilk.ch und die Bücher: «Mässer, Gable, Leffel-Stiel» (Alte Nidwaldner Rezepte), Geschichte des Kantons Nidwalden, Volksbräuche und Volkskultur in Obwalden (Karl Imfeld).

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