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PC-7-Chefpilot: «Bürgenstock ist uns etwas im Weg»

Das PC-7-Team der Luftwaffe zeigt seine Show an der Iheimisch. Wir sprachen mit Oberstleutnant und Kommandant Daniel Stämpfli (47) vor der Vorführung über das Team, das Training und den PC-7.
Interview: Martin Uebelhart
Das Team des Flugzeugtyps PC-7 bei seiner Show zu den 80-Jahre-Feierlichkeiten des Militärflugplatzes Emmen. (Bild: Keystone/Urs Flüeler, 24. Mai)

Das Team des Flugzeugtyps PC-7 bei seiner Show zu den 80-Jahre-Feierlichkeiten des Militärflugplatzes Emmen. (Bild: Keystone/Urs Flüeler, 24. Mai)

Fliegen Sie am Freitag selber mit?

Daniel Stämpfli: Nein, leider nicht. Ich bin der, der am Boden bleibt und die Vorführung überwacht. Ich bin über Funk mit allen neun Piloten verbunden und kann etwa Korrekturen an der Formation durchgeben. Und insbesondere ist es meine Aufgabe, den Luftraum zu überwachen, dass es keine Vögel, andere Flugzeuge oder neuerdings auch Drohnen hat.

Wie oft trainiert das PC-7-Team?

Alle Piloten sind Berufsmilitärpiloten, die normalerweise jahraus, jahrein den F/A-18 fliegen. Das PC-7-Team ist für sie eine Zusatzaufgabe. Zu Beginn der Saison machen wir während zwei Wochen ausgiebige Trainings. Da werden zum Beispiel auch neue Piloten ins Team eingeführt. Anschliessend haben wir pro Jahr etwa 13 bis 15 Auftritte.

Wie nahe kommen sich die einzelnen Flugzeuge bei den Formationsflügen und wie schnell sind sie unterwegs?

Daniel Stämpfli. (Bild: PD)

Daniel Stämpfli. (Bild: PD)

Bei den Formationen ist der Minimalabstand drei Meter. Bei Kreuzungsflügen beträgt der Abstand dann eher 10 bis 50 Meter. Bei der Show sind die Piloten mit bis zu 500 Kilometern pro Stunde unterwegs. Beim Kulminationspunkt eines Loopings sind es etwa 180, die Vorbeiflüge passieren bei etwa Tempo 300.

Ist der PC-7 der Pilatus-Werke besonders gut für diese Flugmanöver geeignet?

Der PC-7 hat seine Vor- und Nachteile. Das Flugzeug ist sehr gutmütig und es ist das Grundschulflugzeug der Luftwaffe, auf dem die Piloten den ersten Teil ihrer Ausbildung absolvieren. Ein Nachteil ist, der PC-7 hat nicht wahnsinnig viel Leistung. Das ist besonders für jene Piloten eine Herausforderung, die an der Aussenseite einer Formation fliegen oder der Formation hinterherfliegen. Sie müssen längere Wege zurücklegen und mehr als Vollgas geben können sie nicht. Da würden sie sich manchmal noch 100 PS mehr wünschen.

Wozu gibt es das PC-7-Team?

Unser Team ist ein PR-Instrument der Armee. Dieses Jahr feiern wir übrigens unser 30-jähriges Bestehen. Die Luftwaffe kann zeigen, zu was sie fähig ist, und kann Präzision, Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft unter Beweis stellen. Zudem demonstrieren wir auch Swissness. Schweizer Piloten fliegen mir einem in der Schweiz gebauten Flugzeug.

Birgt die Vorführung an der Iheimisch besondere Herausforderungen?

Wir werden von Payerne her anfliegen und dann unser Programm zeigen. Das müssen wir geringfügig anpassen, weil uns der Bürgenstock bei gewissen Teilen etwas im Weg ist.

Wie gehen Sie mit Beschwerden wegen des Lärms um oder mit Kritik an solchen Events in Zeiten des Klimawandels?

Wir nehmen das sehr ernst und erklären den Leuten auch, warum wir das machen. Unter anderem geht es darum, den Nachwuchs für einen Beruf in der Aviatik zu begeistern. Wir zeigen das Programm nur an Anlässen, die auch eine gewisse Bedeutung haben. Die Klimadiskussion wird sehr emotional geführt und man zeigt gerne mit dem Finger auf andere, wenn es einen selber nicht betrifft. Der gesamte Luftverkehr inklusive Militär ist für 3 Prozent der Treibhausgase verantwortlich. Es braucht mehr Fakten in der Diskussion.

Flugshow des PC-7-Teams, Freitag, 31. Mai, von 14 bis 14.30 Uhr.

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