PENSIONSALTER: Nidwaldner Staatsangestellte sollen bis 70 weiterarbeiten können

Die Staatsangestellten von Nidwalden sollen künftig bis maximal zum 70. Altersjahr arbeiten können. Dies schlägt der Regierungsrat in einer Vorlage zur Flexibilisierung des Altersrücktritts vor.

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Nidwaldner Staatsangestellte sollen bis zum 70. Lebensjahr weiterarbeiten können. (Symbolbild) (Bild: Corinne Glanzmann)

Nidwaldner Staatsangestellte sollen bis zum 70. Lebensjahr weiterarbeiten können. (Symbolbild) (Bild: Corinne Glanzmann)

Ziel der am Freitag veröffentlichen Vernehmlassungsvorlage zu Änderungen beim Personal- und Pensionskassengesetz ist eine vom Parlament gewünschte Flexibilisierung des Rentenalters und einfachere Regelung im Gesetz. Damit soll das Potenzial älterer Mitarbeiter besser genutzt werden können.

Heute gilt in Nidwalden ein ordentliches Pensionsalter von 65. Wird eine pensionierte Person beschäftigt, wird dies in einem neuen Arbeitsverhältnis geregelt. Die vorzeitige Pensionierung ist ab dem vollendeten 60. Altersjahr möglich.

Neu sollen Kantonsangestellte bis maximal zum 70. Altersjahr weiterarbeiten können. Ein Anrecht darauf haben sie der Vernehmlassungsvorlage zufolge jedoch nicht.

Die Betroffenen müssen weiterhin in die Pensionskasse einzahlen und können eine höhere Altersrente erzielen, was zurzeit nicht möglich ist. So soll es für Mitarbeitende attraktiver werden, länger als bis zum 65. Geburtstag zu arbeiten. Die Möglichkeit zu einer Teilpension besteht weiterhin.

Ersatzrente bei Frühpensionierungen

Die Regierung will auch Frühpensionierungen ab 62 neu regeln. Die Zeit bis zum ordentlichen Pensionsalter soll mit einer AHV-Ersatzrente überbrückt werden. Sie ist auf maximal 60 Prozent der ungekürzten maximalen einfachen AHV-Rente begrenzt. Pro vollendetes Dienstjahr werden vier Prozent ausgerichtet. Das bedeutet, dass nur Mitarbeitende mit mehr als fünfzehn Dienstjahren die volle Ersatzrente erhalten.

Finanziert wird die Ersatzrente mittels Einlage in der Pensionskasse. Im Gegensatz zur heute geltenden Übergangsregelung haben die Arbeitnehmenden bei Kündigung zukünftig keinerlei Anspruch mehr auf eine Überbrückungsrente.

Die Vorschläge stammen von einer Arbeitsgruppe aus Arbeitnehmer- und -geberkreisen, Vertretern der Gemeinden, selbständigen Anstalten und der Kantonsverwaltung. Die Vernehmlassung dauert bis 30. Juni.

Das Geschäft geht auf ein Anliegen aus dem Landrat zurück. Dieser hat im September 2016 eine Motion von Pius Furrer und Jörg Genhart (SVP) gutgeheissen.

Das heutige Pensionsalter von 65 sei zu starr, hiess damals im Rat. Es entspreche nicht mehr der heutigen demografischen und gesellschaftlichen Entwicklung. Es gebe Arbeitnehmer, die gerne länger arbeiten würden. Zudem stehe der Kanton vor einer grossen Pensionierungswelle. (sda)