Petition gegen die Streichung von Fächern am Kollegi Stans

Die Junge CVP hat eine Petition mit rund 600 Unterschriften eingereicht. Sie fordert, den Entscheid zur Streichung einzelner Schwerpunkt- und Ergänzungsfächer rückgängig zu machen.

Martin Uebelhart
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Die Junge CVP übergibt die Unterschriften (von links): Kevin Indelicato, Bildungsdirektor Res Schmid, Mario Röthlisberger und Cyrill Scheuber. (Bild: Martin Uebelhart (Stans, 17. Oktober 2018))

Die Junge CVP übergibt die Unterschriften (von links): Kevin Indelicato, Bildungsdirektor Res Schmid, Mario Röthlisberger und Cyrill Scheuber. (Bild: Martin Uebelhart (Stans, 17. Oktober 2018))

Vor den Sommerferien wurde der Entscheid des Mittelschulrats bekannt, Latein sowie Wirtschaft und Recht als Schwerpunktfächer am Kollegium St. Fidelis in Stans nicht mehr anzubieten. Auch bei den Ergänzungsfächern wurde ausgedünnt: Informatik, Philosophie und Sport entfallen, wobei Informatik aufgrund eines Entscheids der Schweizerischen Erziehungsdirektorenkonferenz neu als obligatorisches Fach geführt wird.

In einem offenen Brief habe sich die Junge CVP Nidwalden gegen diesen Abbau gewehrt, doch das habe nicht gereicht, schreibt die Jungpartei in einer Medienmitteilung. «Nachdem wir nicht einmal eine Antwort auf den Brief erhalten haben, haben wir eine Unterschriftensammlung gestartet», wird Parteipräsident Mario Röthlisberger zitiert.

Kollegi soll konkurrenzfähig bleiben

Am Mittwochabend hat die Junge CVP die Petition mit rund 600 Unterschriften an Bildungsdirektor Res Schmid übergeben. Ziel der Jungpartei ist es, dass dieser Entscheid rückgängig gemacht wird. «Wir haben festgestellt, dass sich die Argumentation der Bildungsdirektion sehr stark von jener des Bundes unterscheidet, denn dieser sieht unter anderem auch eine Steigerung der Schülerzahlen vor», sagt Mario Röthlisberger. Aus Sicht der Jungpartei muss das Nidwaldner Kollegium konkurrenzfähig bleiben und daher müssten die Schwerpunktfächer Wirtschaft und Recht sowie Latein weiterhin angeboten werden – zumal diese bei den Schülerinnen und Schülern beliebt seien. Leider seien diese Massnahmen beschlossen worden, ohne dabei die Schüler- und Lehrerschaft einzubinden. Diverse Gespräche hätten zudem gezeigt, dass dieser Entscheid in vielen Kreisen negativ aufgenommen wurde. «Insbesondere von den Direktbetroffenen wie Schüler und deren Eltern sind entsprechende Reaktionen gekommen», hält er im Gespräch mit unserer Zeitung fest. Auch auf politischer Ebene gab es Kritik, etwa von den Grünen Nidwalden.

Gespräch mit dem Mittelschulrat suchen

Die Junge CVP fordert mit der Petition, dass der Entscheid zum Fächerabbau rückgängig gemacht wird. Den Schülern werde sonst ein optimaler Anschluss zum Studium geraubt. Insbesondere die Streichung von Wirtschaft und Recht kritisierten die Vertreter der Jungpartei bei der Unterschriftenübergabe. Es sei anzumerken, dass rund 25 Prozent der Mittelschulabgänger Wirtschaft oder Recht studieren.

Bildungsdirektor Res Schmid begrüsste anlässlich der Übergabe der Unterschriften die Initiative der Jungpartei. Er hielt fest, dass es bei dem Entscheid des Mittelschulrates keineswegs ums Sparen gegangen sei. Ganz im Gegenteil: «Solange ich Bildungsdirektor bin, setze ich mich dafür ein, dass im Bildungswesen nicht gespart wird.» Er verwies dabei unter anderem auf den Ausbau der Stundentafel in der Primarschule. Bei den Schwerpunkt- und Ergänzungsfächern sei es um eine Fokussierung gegangen, um die notwendigen Klassengrössen zu erreichen und die Fächer weiterhin in guter Qualität anbieten zu können. Welche Fächer konkret auf dem Stundenplan stünden, liege in der Kompetenz des Mittelschulrates. Als dessen Mitglied ermunterte er die Junge CVP mit dem Gremium das Gespräch zu suchen und diese Themen zu diskutieren. In einem weiteren Schritt stünde auch die Möglichkeit offen, zum Beispiel über die Mutterpartei eine Motion einzubringen.

Nidwaldner Bildungsdirektor verteidigt Abbau an Fächern

Latein sowie Wirtschaft und Recht werden als Schwerpunktfächer am Kollegi in Stans gestrichen. Bildungsdirektor Res Schmid begründet im Interview den Entscheid, wobei es in der Sache keine «richtigen und falschen Lösungen» gebe.
Interview: Matthias Piazza