PILATUS: Abmontierte Schilder erregen die Gemüter

Private haben am Bandweg offizielle Schilder entfernt und eigene hingestellt. So gehts nicht, sagt Hergiswil – und ersetzt die Tafeln.

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Diese Tafeln sind von Pro Band ausgewechselt worden. (Archivbild Eveline Bachmann/Neue LZ)

Diese Tafeln sind von Pro Band ausgewechselt worden. (Archivbild Eveline Bachmann/Neue LZ)

Am 7. September 2000 donnerten unterhalb des Klimsenhorns östlich vom Bandweg rund 1500 Kubikmeter Fels talwärts. Der Gemeinderat von Hergiswil erklärte eine Woche danach den Bandweg für gesperrt und liess Warnschilder mit dem Vermerk «Lebensgefahr! Bandweg Fräkmünt - Pilatus ist wegen Felsabsturz- und Wegabsturzgefahr gesperrt» aufstellen. «Die Schilder wurden durch die Gemeinde bezahlt und durch Pro Pilatus aufgestellt», sagt Hans Wicki, Gemeindepräsident von Hergiswil.

Seit einigen Jahren wird der Bandweg am Pilatus deshalb nicht mehr offiziell unterhalten. Ein kleiner Kreis von Privatpersonen tut dies unter dem Namen «Pro Band» aber weiterhin. «Wir setzen uns ein, dass der Bandweg nicht vergandet, unkenntlich wird und schliesslich ganz verschwindet», sagt ein 77-jähriger Mann aus Luzern, der nicht namentlich genannt werden will.

Offizielle Schilder gewechselt
Pro Band hat bereits im Frühling an den offiziellen Schildern hantiert. «Wir haben damals die Tafeln, auf denen es heisst, der Weg sei gesperrt, ausgewechselt», sagt der Pro-Band-Mann. Das Wort «gesperrt» war ihm ein Dorn im Auge. «Es ist in Bergsteigerkreisen nicht nachvollziehbar. Der Bandweg war nie amtlich gesperrt», meint er. Auf dem Schild von Pro Band steht, dass das Betreten des Alpinwegs Bandweg auf eigenes Risiko geschehe und jegliche Haftung abgelehnt werde. Auch auf englisch wird auf die Gefahr hingwiesen. Nicht korrekt allerdings, denn der Satz, «Walk on owner's risk» suggeriert, dass das Begehen auf Risiko des Wegbesitzers, also der Korpoartion geschehe.

Die Gemeinde Hergiswil hat nun ihrerseits reagiert und wird die privaten Schilder ersetzen. «Der Auftrag zur Erstellung neuer Hinweistafeln mit korrektem englischen Wortlaut wurde bereits in Auftrag gegeben», sagt der Gemeindepräsident. Auf die Frage, wer für die Kosten der neuen Tafeln aufkommt, sagt er: «Die Gemeinde bezahlt die Schilder. Sollten diese aber wieder von fremden Leuten ausgetauscht werden, müssen wir uns überlegen, wie wir dagegen vorgehen werden.»

Roger Rüegger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Nidwaldner Zeitung.