Nid-/Obwalden
Titlisbahnen sind irritiert über Pilatus-Werbung beim Fadenbrücke-Kreisel

Mit dem Pilatus-Flugzeug ist der Kanton Nidwalden um eine Kreisel-Attraktion reicher. Auch die Titlisbahnen hätten gerne ihre Seilbahn-Kabine mit dem Firmennamen beschriftet gehabt. Klare Antworten blieben aus.

Matthias Piazza
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Der Fadenbrücke-Kreisel mit dem Pilatus-Flieger.

Der Fadenbrücke-Kreisel mit dem Pilatus-Flieger.

Bild: Urs Hanhart (Buochs, 31. Mai 2021)

Wer das erste Mal den neuen Kreisel Fadenbrücke in Buochs befährt, dürfte nicht schlecht staunen. Ein echtes altgedientes Propeller-Flugzeug der Pilatus-Flugzeugwerke thront in dessen Mitte – was hier passender nicht sein könnte. Denn über jenen Kreisel kommt man zum Flugplatz Buochs. Für die Pilatus-Flugzeugwerke ist dies natürlich auch gute Werbung, prangt doch ihr Firmenlogo gut sichtbar auf beiden Seiten des Flugzeuges.

Der Kreisel bei der Kreuzstrasse mit einem Modell der Titlis-Rotair-Kabine.

Der Kreisel bei der Kreuzstrasse mit einem Modell der Titlis-Rotair-Kabine.

Bild: Urs Hanhart (Stans, 31. Mai 2021)

Dass Pilatus das Firmenlogo und den Firmenschriftzug im Kreisel zeigen darf, mag Urs Egli, Leiter Marketing der Titlisbahnen, dem grössten Arbeitgeber in Nidwalden gönnen. Doch sei er etwas irritiert: «Unser Modell der neuen Titils-Rotair-Kabine im Kreisel Kreuzstrasse durften wir nicht mit dem Namen Titlis beschriften, weil explizite schriftliche Werbung verboten ist.» Dabei hätte man den Namen sehr gerne verwendet. «Vor allem bei auswärtigen Betrachtern ist der Werbeeffekt viel höher mit Firmennamen. Denn von der Seilbahnkabine allein schliessen sie nicht automatisch auf die Titlisbahnen.» Aufgrund der offensichtlich geänderten Spielregeln gehe er davon aus, dass die Titlisbahnen ihren Namen auch verwenden dürfte, würden sie künftig einen Kreisel gestalten.

Stanserhorn-Bähnli trägt auch keinen Firmennamen

Auch der nachgebaute Wagen der früheren zweiten Sektion der Stanserhorn-Standseilbahn, der seit 2009 im Kreisel Stans Nord neben dem Länderpark steht, musste namenlos bleiben. Zumindest sucht man das Wort Stanserhornbahn vergebens.

Den Kreisel beim Länderpark schmückt ein Modell der Stanserhornbahn.

Den Kreisel beim Länderpark schmückt ein Modell der Stanserhornbahn.

Bild: Urs Hanhart (Stans, 31. Mai 2021)

Auf dem Sockel heisst es diskret «Stanserhorn». Direktor Jürg Balsiger hat damit kein Problem. «Solange wir unter den Bergbahnen gleichbehandelt werden, mag ich den Pilatus-Flugzeugwerken diese Werbung mit Firmenlogo von Herzen gönnen und freue mich darüber.»

Ein weiterer Blickfang in der Nidwaldner Kreisellandschaft ist der Kreisel beim Bahnhof Dallenwil. Zwei Geissenmodelle auf einer Felsenlandschaft schauen auf die Autofahrer herab. In der Mitte thront ein übergrosser Geissenkäselaib mit einem Durchmesser von 2,1 Metern mit dem Schriftzug «Willkommen in Dallenwil».

Ein Käselaib mit Geissen schmückt den Kreisel beim Bahnhof Dallenwil.

Ein Käselaib mit Geissen schmückt den Kreisel beim Bahnhof Dallenwil.

Bild: Urs Hanhart (31. Mai 2021)

Seit sechs Jahren darf die im Dorf ansässige Käserei Odermatt auf sich aufmerksam machen und Verkehrsteilnehmer gleichzeitig im Dorf willkommen heissen. Auch sie durfte den Firmennamen nicht verwenden. Für Inhaber Patrick Odermatt ist dies aber kein Problem. «Viele Leute erkennen unsere Firma daran, dass der Kreisel-Käse gleich gestaltet ist wie unser echter Käse, mit dem typischen Geissenbild.» Er spricht von einem grossen Werbeeffekt. «Die Geissen auf dem Kreisel sind eine Dorfattraktion. Es soll aber auch um das Dorf gehen.»

Justizdirektorin Karin Kayser äussert sich zum Thema schriftlich: Aus polizeilicher Sicht werde geprüft, ob mit der Kreiselgestaltung die Verkehrssicherheit gefährdet werde oder nicht. Hierbei sei man zum Schluss gekommen, dass diese durch den Flieger nicht gefährdet werde. Da er exakt so, wie er jetzt auf dem Kreisel stehe, jahrelang im Einsatz gestanden sei, sei der Platzierung in der vorliegenden Form zugestimmt worden. Nicht zulässig seien hingegen Werbebotschaften, welche speziell für einen Kreisel entworfen und gestaltet würden. Die Gemeinde Buochs konnte am Montag auf eine entsprechende Anfrage keine Auskunft geben.