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Pilatus Flugzeugwerke: Halle in Buochs wird so gross wie zwei Fussballfelder

Eine der grössten Holzhallen Europas wird momentan in Rekordzeit gebaut. Weil die Pilatus Flugzeugwerke beim Strukturbau des PC-24 auf Automatisation setzen, entstehen im neuen Kompetenzzentrum über 150 Arbeitsplätze.
Philipp Unterschütz
Die gigantische Halle nimmt Tag für Tag mehr Gestalt an. (Bild: Corinne Glanzmann (Buochs, 23. Oktober 2018))

Die gigantische Halle nimmt Tag für Tag mehr Gestalt an. (Bild: Corinne Glanzmann (Buochs, 23. Oktober 2018))

Die neue Strukturbauhalle S der Pilatus Flugzeugwerke auf dem Flugplatz Buochs wächst im Eiltempo. «S» könnte dabei durchaus für «Superlative» stehen. Nicht nur wegen der rekordverdächtig kurzen Bauzeit von nur gut einem Jahr, sondern auch wegen der Dimensionen – es entsteht eine der grössten freitragende Holzhallen Europas – und der Ausstattung mit hochmoderner Automatisierungstechnik: Pilatus setzt mit dem 45 Millionen Franken teuren Bauvorhaben einen neuen Meilenstein.

Realisiert wird die neue Halle von der Firma Strüby Konzept AG aus Seewen als Gesamtleistungsanbieter. Die neue Holzbau AG Lungern liefert das Fachwerk (bis 34 Meter lange vorgefertigte Teile mit einem Gewicht bis 16 Tonnen) und die bis 90 Tonnen schweren Binder (Bögen). «Es ist auch für uns ein Prestigebauwerk», sagt Bauleiter Max Kohlbrenner von Strüby. Es sei die grösste Halle, welche die Firma bisher gebaut habe. Das Bauwerk, für das 700 Pfähle in den Untergrund gebohrt wurden, wird eine Produktionsfläche von rund 11000 Quadratmetern umfassen bei einer Länge von knapp 200 Metern und einer Breite von 70 Metern. Grössenmässig entspricht das etwa zwei Fussballfeldern. «Nicht zuletzt dank der idealen Wetterverhältnisse sind wir auf Kurs», freut sich Max Kohlbrenner. Dem Einzug von Pilatus im Mai 2019 stehe aus heutiger Sicht nichts im Weg.

Blick aufs Dach der neuen Strukturbauhalle der Pilatus Flugzeugwerke beim Flugplatz Buochs. Bild: Corinne Glanzmann (Buochs, 23. Oktober 2018)
So wird die neue Strukturbauhalle der Pilatus Flugzeugwerke auf dem Flugplatz Buochs aussehen. Im Mai 2019 beginnt der Bezug der Halle. (Visualisierung: PD)
Visualisierung der zukünftigen Arbeitsweise mit der automatischen Nietmaschine in der neuen Strukturbauhalle S ab Juni 2019. (Visualisierung: PD)
Oscar J. Schwenk, Verwaltungsratspräsident der Pilatus Flugzeugwerke, in der bestehenden Holzhalle 25, die auch als Prototyp für die neue Strukturbauhalle dient.
Baustart für die Strukturbauhalle S auf dem Flugplatz Buochs und Abhumusierung am 4. April 2018. (Bild: PD)
Start der Pfählungsarbeiten am 4. Mai 2018. (Bild: PD)
Armierungen für das Fundament am 28. Mai 2018. (Bild: PD)
Giessen der Bodenplatten am 21. Juni 2018. (Bild: PD)
Übersicht am 13. August 2018. (Bild: PD)
Holzbau-Dachkonstruktion im Sektor 1 am 31. August 2018. (Bild: PD)
Holzbau-Dachkonstruktion im Sektor 2 am 17. September 2018. (Bild: PD)
Holzbau-Dachkonstruktion im Sektor 2 am 18. September 2018. (Bild: PD)
Dachmontage am 9. Oktober 2018. (Bild: PD)
Holzbau-Dachkonstruktion im Sektor 4 am 19. Oktober 2018. (Bild: PD)
Stand der Arbeiten am 23. Oktober 2018. (Bild: Corinne Glanzmann)
Max Kohlbrenner, Bauleiter der Strüby Holzbau AG Seewen. Bild: Corinne Glanzmann (Buochs, 23. Oktober 2018)
Besichtigung des Baus der neue Strukturbauhalle der Pilatus Flugzeugwerke beim Flugplatz Buochs. Bild: Corinne Glanzmann (Buochs, 23. Oktober 2018)
Besichtigung des Baus der neue Strukturbauhalle der Pilatus Flugzeugwerke beim Flugplatz Buochs. Bild: Corinne Glanzmann (Buochs, 23. Oktober 2018)
Für die neue automatische Nietmaschine wurde ein spezielles Fundament gelegt mit einer Belastungsgrenze von 5,5 Tonnen. Bild: Corinne Glanzmann (Buochs, 23. Oktober 2018)
Die Grösse der Strukturbauhalle entspricht insgesamt zwei Fussballfeldern. Bild: Corinne Glanzmann (Buochs, 23. Oktober 2018)
Die Strukturbauhalle verfügt auch über Büros, Lager und eine Kantine im oberen Geschoss. Bild: Corinne Glanzmann (Buochs, 23. Oktober 2018)
Blick ins künftige Lager, das vollautomatisch bewirtschaftet werden wird. Bild: Corinne Glanzmann (Buochs, 23. Oktober 2018)
Christian Fähndrich, Projektleiter Halle Süd und Abteilungsleiter Anlagenbeschaffung bei Pilatus (links) und Max Kohlbrenner, Bauleiter der Strüby Holzbau AG Seewen. Bild: Corinne Glanzmann (Buochs, 23. Oktober 2018)
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In Buochs baut Pilatus eine der grössten Holzhallen Europas

Als Prototyp diente die bereits in Betrieb stehende Holzhalle 25, die ebenfalls von Strüby gebaut wurde. «Dadurch konnten wir Abläufe vereinfachen, so haben wir diesmal die Dachelemente vorfabriziert, was den Bau massiv beschleunigt hat.»

Swissness als Verkaufsargument

Mit dem neuen Kompetenzzentrum mit über 150 Arbeitsplätzen geben die Pilatus Flugzeugwerke ein weiteres starkes Bekenntnis zum Werkplatz Schweiz ab. Bisher war der zeitaufwendige Strukturbau für den PC-24, der viel Handarbeit enthält, ausgelagert. «Es gibt schon Stimmen, die sagen, wir hätten ganz schön Mut», sagt Verwaltungsratspräsident Oscar J. Schwenk.

Tatsächlich seien bei diesem Produktionsschritt die Lohnkosten massgebend und die Schweiz entsprechend teuer. «Wir sind aber zum Schluss gekommen, dass wir zu konkurrenzfähigen Preisen produzieren können, wenn wir die Prozesse automatisieren.» Schon bei der Konstruktion des neuen Businessjets habe man deshalb die Automatisierung berücksichtigt. «Wir wollen die Arbeitsplätze in der Schweiz behalten. Bei einem wettbewerbsfähigen Preis ist Swissness, die für Qualität, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit steht, durchaus ein Verkaufsargument für den PC-24», erklärt Schwenk.

Automatische Nietmaschine ist das Herzstück

«Die Umstellung der Produktion ist eine Herkulesaufgabe.» Christian Fähndrich, Projektleiter bei Pilatus für die Halle und Abteilungsleiter Anlagenbeschaffung, betont, dass bei der laufenden Produktion des PC-24 keine Auswirkungen spürbar werden dürfen. In der neuen Halle, wo künftig Sets aus Flügeln, Rümpfen und Steuerrudern für den Businessjet entstehen, wird ab Juni 2019 als Herzstück eine eigens entwickelte Nietmaschine in Betrieb gehen. «Nur mit ihr ist das ganze Projekt überhaupt zu rechtfertigen», betont der Projektleiter. Beim PC-24 handle es sich um sehr kostspielige Komponenten, die etwa dreimal teurer seien als beim PC-12. Die neue Maschine verringert das Ausschussrisiko stark und sie wird den manuellen Aufwand beim Setzen der 30000 Verbindungen pro Set um mehrere hundert Stunden reduzieren. Pro Jahr werden in der Halle rund 50 Sets produziert. «Zuerst werden die Bauteams auf der neuen Nietmaschine geschult, während die Produktion weiterhin im konventionellen Handbetrieb läuft. Anfang 2020 wollen wir auf die automatische Produktion umstellen», sagt Fähndrich. Bis 2024 sollen auch kleinere Bauteile in die Automatisation einbezogen werden.

Video in LD Komponente "Video Kaltura" verwenden und Embed-Code einfügen:

Gearbeitet wird in der Halle, zu der auch Lager für die nötigen Teile, Büros und eine Kantine für 80 Personen gehören, in zwei Schichten zu 8 Stunden. «Wir müssen aus Kostengründen die Halle und die Maschine optimal nutzen.» Bisher wurden die Strukturbauarbeiten für den PC-24 in einem von Pilatus gemieteten Gebäude in Kriens und extern bei Partnern in Deutschland gemacht. Aus Kriens werden deshalb 25 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze nach Stans verlegen.

2019 können wieder PC-24 bestellt werden

Die Produktion des PC-24 läuft auf Hochtouren. Über zehn Maschinen sind an Kunden ausgeliefert, pro Woche kommt eine weitere dazu. Die Hälfte der Flugzeuge geht nach Amerika, die übrigen nach Australien, Afrika und Europa. Nur 1,5 Prozent ihrer Produktion verkauft Pilatus an Kunden in der Schweiz. Laut Oscar J. Schwenk sollen in der ersten Jahreshälfte 2019 auch die Auftragsbücher wieder geöffnet werden.

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