PILATUS: Hergiswil will Beitrag von Kriens

Die Abwasserleitung der Fräkmüntegg muss für 1,3 Millionen Franken saniert werden. Hergiswil will nicht allein dafür aufkommen. Ob Kriens mitzahlt, ist aber noch offen.

Martin Uebelhart
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«Jetzt ist der Zeitpunkt da, die Leitung richtig zu sanieren.» Remo Zberg, Gemeindepräsident Hergiswil. (Bild: pd)

«Jetzt ist der Zeitpunkt da, die Leitung richtig zu sanieren.» Remo Zberg, Gemeindepräsident Hergiswil. (Bild: pd)

Mit der neuen Luftseilbahn Dragon Ride und dem im letzten Jahr eröffneten Restaurant hat die Fräkmüntegg am Pilatus eine grosse Aufwertung erfahren. Doch nun kommen unliebsame Kosten auf das Ausflugsziel zu: 1,3 Millionen Franken soll die Sanierung der Abwasserleitung von der Fräkmüntegg hinunter zur Schönegg in Hergiswil kosten.

Die seit 1973 bestehende Leitung ist in die Jahre gekommen. «Jetzt ist der Zeitpunkt da, die Leitung richtig zu sanieren», sagt der Hergiswiler Gemeindepräsident Remo Zberg. Seine Gemeinde hat bis heute den Unterhalt allein getragen. Man habe dann und wann Reparaturen machen müssen. «Die Leitung liegt in Gelände, das sich leicht bewegt.» Daher kann es immer wieder zu Beschädigungen kommen. In jüngster Zeit hat die Gemeinde Hergiswil gleich zweimal Teilstücke repariert. Kostenpunkt: mehrere zehntausend Franken.

Wasserreinigung vor Ort ist zu teuer

Das Besondere an der ganzen Sache: Die Leitung für das Abwasser von der Fräkmüntegg führt zwar nach Hergiswil, doch ragt nur die Terrasse des Restaurants auf Hergiswiler Gemeindegebiet hinein. Der Rest des Gebäudes steht auf Krienser Boden. Die Gemeinden Hergiswil und Kriens sowie die Pilatus-Bahnen und Vertreter der beiden kantonalen Umweltämter haben sich deshalb kürzlich zu einer Besprechung getroffen, bestätigt Remo Zberg einen Bericht des Onlinemagazins «Zentral+». Thema sei die Notwendigkeit der Sanierung gewesen. «Wir haben eine Auslegeordnung gemacht», so Zberg. Auch eine Lösung vor Ort sei diskutiert worden. Eine lokale Abwasserreinigungsanlage komme allerdings aus umweltrechtlichen Gründen nicht in Frage. «Darüber hinaus wäre der Betrieb einer solchen Anlage nicht ökonomisch», betont Zberg.

Kriens gibt sich bedeckt

So führt kein Weg an der Sanierung der rund 4,5 Kilometer langen Leitung vorbei. Und hier will Hergiswil nicht länger allein zahlen, nicht zuletzt angesichts des hohen Investitionsbedarfs. Der Gemeinderat habe sich vorgenommen, entsprechende Ausgaben im Hinblick auf künftige Aufgaben zu limitieren, so Zberg. «Wir haben uns deshalb über einen Kostenteiler unterhalten», schliesslich spreche auch das Verursacherprinzip für eine Kostenbeteiligung.

Dieser Tage legt die Gemeinde Hergiswil den Beteiligten einen Vorschlag auf den Tisch. Über konkrete Details wollte sich Zberg nicht äussern. «Die Verhandlungen sind noch im Gang.» Die Gemeinde Kriens will sich nun erst den Vorschlag ansehen. «Bevor wir diesen nicht vorliegen haben, können wir dazu nicht Stellung nehmen», sagt Gemeindeammann Matthias Senn. Das Anliegen aus Hergiswil gelte es dann zu prüfen, genauso wie die rechtlichen Grundlagen, inwieweit Kriens zu einer finanziellen Beteiligung verpflichtet sein könnte. Ähnlich tönt es bei den Pilatus-Bahnen. Direktor Godi Koch möchte vor dem Abschluss der Verhandlungen nicht Stellung nehmen.

Lösung muss bis September her

Die Beteiligten haben sich laut Zberg vorgenommen, bis Ende September eine Lösung zu haben. «Bis dann müssen wir wissen, wie es aussieht, da wir unter Umständen Ende November der Gemeindeversammlung eine Botschaft vorlegen müssen.» Kann der Zeitplan eingehalten werden, wird die yLeitung im kommenden Jahr saniert.