Pilzkontrolle wird definitiv abgeschafft

In Nidwalden wird die Pilzkontrolle definitiv abgeschafft. Dies hat der Landrat am Mittwoch mit 35 zu 15 Stimmen beschlossen.

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Der Dallenwiler Paul Arnold hat rund 20 Jahre lang im Waaghuisli in Oberdorf die Nidwaldner Pilzkontrolle betreut. Nun geht er in Pension. (Bild: Romano Cuonz/Neue NZ)

Der Dallenwiler Paul Arnold hat rund 20 Jahre lang im Waaghuisli in Oberdorf die Nidwaldner Pilzkontrolle betreut. Nun geht er in Pension. (Bild: Romano Cuonz/Neue NZ)

Regula Wyss (Grüne) forderte, dass die Pilzkontrolle nicht aus dem Lebensmittelgesetz gestrichen wird. Nur weil der Bund von den Kantonen keine Pilzkontrolle mehr verlange, heisse dies nicht, dass deren Aufhebung sinnvoll sei.

Wyss wies darauf hin, dass rund 200 Personen 2010 ihre Pilze kontrollieren liessen. 14 Prozent der Pilze seien als ungeniessbar eingestuft worden.

16 Pilze seien vom Pilzkontrolleur als tödlich- giftig erkannt worden. Pius Furrer (SVP) plädierte dagegen für die Eigenverantwortung der Pilzsammler. Der Staat müsse sich nicht um Hobbies kümmern. Sepp Odermatt (CVP) entgegnete, die Pilzkontrolle sei für den Kanton nur eine kleine Aufgabe, die der Bevölkerung aber Sicherheit bringe.

Alice Zimmermann (CVP) unterstützte die Pilzkontrolle, sie sprach sich aber auch dafür aus, dass diese nicht kostenlos durchgeführt werde. Sepp Durrer (FDP) bezweifelte, ob von einer kostenpflichtigen Kontrolle Gebrauch gemacht werde.

Wie die Gleitschirmflieger

Regierungsrätin Yvonne von Deschwanden sprach sich ebenfalls gegen eine Pilzkontrolle aus. Die Kontrolle von Pilzen sei keine staatliche Aufgabe. Der Pilzler übe ein gefährliches Hobby aus. Er müsse sich deshalb selbst informieren und einen Kurs besuchen, sagte sie. Gleitschirmflieger würden dies auch tun.

Der Landrat sprach sich dann gegen eine Weiterführung der Pilzkontrolle aus und hiess das revidierte Lebensmittelgesetz nach zweiter Lesung einstimmig gut.

sda/ks