Coronaregeln: Kantonspolizeien Obwalden und Nidwalden büssen einige «Unbelehrbare»

Die Coronadisziplin bröckelt. Die Polizeien Obwalden und Nidwalden mussten über Auffahrt Bussen aussprechen, weil sich Personen nicht an die Corona-Schutzmassnahmen hielten.

Philipp Zurfluh
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An Auffahrt lockte das frühsommerliche Wetter in den Kantonen Ob- und Nidwalden viele Ausflügler in die Berge und an die Seen. «Nebst Motorrädern und Autos waren auch extrem viele Camper unterwegs», sagt Martin Kathriner, Leiter der Obwaldner Verkehrs- und Sicherheitspolizei. «Zudem hatte es sehr viele Wanderer und Velofahrer.» Vor allem am Donnerstag und Sonntag habe die Polizei mehr Freizeitverkehr als sonst wahrgenommen. Massiv mehr Verkehr stellte die Kantonspolizei Obwalden am Glaubenberg und auf der Brünigstrasse fest.

Ein positives Fazit zieht Martin Kathriner zur Einhaltung der Schutzkonzepte bei Gastrobetrieben. «Einige Restaurants hatten einen grossen Ansturm zu bewältigen und trotzdem konnten diese ihr Schutzkonzept umsetzen. Die Polizei musste in diesem Bereich keine Verfehlungen feststellen.» Weil viele Ausflügler per Auto auf den Glaubenberg fuhren, waren die Parkplätze auf dem Pass besetzt. «Einige Fahrzeughalter missachteten die Fahr- und Parkverbote, wir mussten diverse Bussen aussprechen», sagt Kathriner.

Lautsprecherdurchsagen am im Sarner Seefeld

Auch abseits der Strassen stellte die Kantonspolizei Obwalden an Auffahrt sowie am Sonntag an diversen Ausflugsorten grössere Menschenansammlungen fest. So lockten die warmen Temperaturen viele Menschen an den Lungerer- und Sarnersee. «Im Grossen und Ganzen wurden die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten», so Martin Kathriner. Dennoch musste die Polizei im Seefeld in Sarnen im Rahmen ihrer Patrouillentätigkeit mit Lautsprecherdurchsagen auf die Regeln aufmerksam machen, weil es zu grösseren Menschenansammlungen kam. Kathriner meint:

«Wir stellen eine Ermüdung bei der Bevölkerung fest, was die Einhaltung des Versammlungsverbots und der Abstandsregeln betrifft.»

«Wir suchen den Kontakt mit den Leuten, dennoch fehlt ihnen ab und zu das Verständnis. Schlussendlich geht es um die Gesundheit jedes einzelnen.» Für einige Uneinsichtige mussten vereinzelt Bussen ausgesprochen werden.

Jugendliche im Kanton Nidwalden zeigen sich uneinsichtig

Auch bei der Kantonspolizei Nidwalden spürt man, dass das Verständnis für die Coronaregeln nachlässt. «Wir stellen eine gewisse Ermüdung fest», sagt Dario Habermacher von der Nidwaldner Kantonspolizei. «Für uns wird die Herausforderung immer grösser.»

Vor allem Jugendliche würden sich weniger an die Covid-Schutzmassnahmen halten. Primär an Seeufern wie in Buochs oder Beckenried musste die Kantonspolizei Nidwalden an Auffahrt eingreifen. «Die Gruppengrösse von fünf Personen sowie der Zwei-Meter-Abstand wurde teilweise nicht eingehalten», so Habermacher. «Obwohl wir das Gespräch suchten, waren einige uneinsichtig und mussten gebüsst werden.» Dennoch zieht die Nidwaldner Kantonspolizei eine positive Bilanz: «Die Bevölkerung akzeptiert grossmehrheitlich die Regeln», sagt Dario Habermacher von der Kantonspolizei Nidwalden.