Postauto quert neu zwei Bahnübergänge mehr in Stans

Vom geplanten Einbahnregime in Stans sind auch drei Postautolinien betroffen. Die Abfahrtszeiten bleiben bestehen, trotzdem müssen sich die Fahrgäste umgewöhnen.

Matthias Piazza
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Ein Postauto unterwegs auf der Robert-Durrer-Strasse. (Bild: Matthias Piazza, Stans, 11. September 2018)

Ein Postauto unterwegs auf der Robert-Durrer-Strasse. (Bild: Matthias Piazza, Stans, 11. September 2018)

Der geplante Einbahn-Versuchsbetrieb auf der Robert-Durrer- und der Stansstaderstrasse in Stans war auch Thema an der Verkehrskonferenz vom Montag, an der sich die ÖV- und Tourismusszene in Sachen öffentlicher Verkehr auf den neusten Stand bringen liess. Denn das Einbahnsystem betrifft nicht nur den Autoverkehr, sondern auch drei Postautolinien. Die Postautos können nicht mehr auf der Robert-Durrer-Strasse zum Länderpark, nach Stansstad und nach Sarnen fahren, da diese Strasse ab der Einfahrt in den Bahnhof Stans nur noch in der Gegenrichtung befahrbar ist.

Die stündlich bis zu sechs Kurse müssen dann die Route über die Stansstaderstrasse nehmen (welche zwischen Dorfplatz und Karli-Kreisel nur dorfauswärts befahrbar ist) und dabei zwei zusätzliche Bahnübergänge überqueren – jenen bei der Buochserstrasse und jenen beim Karli-Kreisel.

Diese beiden Bahnübergänge könnten sich als Achillesferse der neuen Route herausstellen. «Hat der Zug der Zentralbahn Verspätung, könnte sich dies negativ auf den Fahrplan des Postautos auswirken», sagte Dominik Erni, der von der Surseer Firma Viaplan für die Gemeinde Stans das Konzept entwickelte. Die geänderte Route hat auch zur Folge, dass die Haltestelle Kantonalbank in Richtung Stansstad verschoben wird. Die Postautos der Linien Stans, Bahnhof–Länderpark und Stans, Bahnhof–Stansstad, Bahnhof halten neu nicht mehr bei der Kantonalbank, sondern an der Stansstaderstrasse vor dem Kreisel. Die Postautos der Linie Stans–Sarnen via Ennetmoos, Kerns fahren vom Bahnhof Stans ohne Halt zum Kantonsspital Nidwalden. Eine Pförtneranlage mit Busbevorzugung soll sicherstellen, dass das Postauto vom Bahnhof Stans in die Buochserstrasse einbiegen kann. Staut sich der Verkehr auf der Robert-Durrer-Strasse, schaltet die Ampel für den Verkehr auf der Buochserstrasse von Buochs herkommend auf Rot.

Ob der einjährige Versuchsbetrieb wie geplant am 11. Juli gestartet werden kann, ist allerdings noch fraglich. Es sind drei Einsprachen eingegangen (siehe Ausgabe vom 14. Juni). «Wir sind mit den Beschwerdeführern im Gespräch», gab sich Gemeinderätin Sarah Odermatt zuversichtlich.

Mit dem Einbahnverkehr erhalten die Velofahrer, die nach wie vor in beide Richtungen fahren dürfen, mehr Platz. Damit setze man den Hebel am richtigen Ort an, rührte Sarah Odermatt die Werbetrommel für den Versuch. «In Sachen Fussgänger- und Velosicherheit haben wir am meisten Aufholbedarf in unserer Gemeinde.»

Die sanierungsbedürftige Robert-Durrer-Strasse biete wegen der engen Platzverhältnisse aber keine Möglichkeit für zusätzliche Velospuren. «Darum wollen wir vor dem Start der Belagssanierung das Einbahnsystem testen», erklärte sie. Während des Versuchs würden auch Verkehrsmessungen durchgeführt.

Weniger Passagiere auf der S4 der Zentralbahn

Die Zentralbahn (ZB) transportierte in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres 2,4 Prozent mehr Passagiere als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Nicht auf allen Linien gab’s eine Zunahme zu verzeichnen. Auf der S4 (Luzern–Wolfenschiessen) ging die Zahl der Passagiere um 2,4 Prozent zurück. Die Zahl der beförderten Personen im vergangenen Jahr ging um 100000 auf 10,1 Millionen zurück gegenüber 2017.

ZB-Geschäftsführer Michael Schürch vermutet als Hauptgrund die je einmonatige Sperrung der Strecke zwischen Hergiswil und Giswil im April des vergangenen Jahres und zwischen Luzern und Alpnachstad diesen Frühling. «Einige Pendler verzichteten auf den Bahnersatzbus und organisierten stattdessen Fahrgemeinschaften oder arbeiteten von zu Hause aus. Viele haben sich daran gewöhnt und kehrten nicht mehr auf den Zug zurück.»

Anschluss an den Zug in Flüelen

Auf eine Verbesserung dürfen sich Reisende mit Ziel Tessin freuen. Ab dem Fahrplanwechsel vom 15. Dezember fährt der Winkelriedbus zwischen Stans und Altdorf zweimal den Bahnhof Flüelen an, womit die Fahrgäste Anschluss auf den Zug ins Tessin haben.