Postulat zur Energiekrise
Landrat Paul Odermatt mahnt: «Noch haben wir Zeit, uns für das Worst-Case-Szenario zu wappnen»

Nidwaldner Landräte verlangen, dass der Regierungsrat aufzeigen soll, wie sich die Bevölkerung auf ein allfälliges Blackout vorbereiten und mit welchen Massnahmen ein solcher verhindert werden kann.

Philipp Unterschütz
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Ein Postulat fordert Klarheit zur Stromlage im Kanton Nidwalden.

Ein Postulat fordert Klarheit zur Stromlage im Kanton Nidwalden.

Symbolbild: Corinne Glanzmann

«Die steigenden Energiepreise und die Verfügbarkeit der elektrischen Energie sind in aller Munde. Aber auch die Angst vor einer Strommangellage oder gar eines Blackouts ist in der Bevölkerung enorm gross.» Das schreibt der Oberdorfer Mitte-Landrat Paul Odermatt in einem Postulat vom 19. August.

Landrat Paul Odermatt (Die Mitte, Oberdorf) will vom Regierungsrat einen Bericht zur Strommangellage.

Landrat Paul Odermatt (Die Mitte, Oberdorf) will vom Regierungsrat einen Bericht zur Strommangellage.

Bild: PD

«Das Energiekonzept des Bundes lässt viele Fragen offen. Es delegiert die Verantwortung und Organisation vor allem an die Kantone und deren Elektrizitätswerke. Der Strom kennt allerdings weder Kantons- noch Staatsgrenzen», heisst es im Postulat, das von Landrätin Karin Costanzo-Grob (Die Mitte, Hergiswil) und den Landräten Urs Amstad (SVP, Beckenried), Mario Röthlisberger (Die Mitte, Ennetbürgen), Remigi Zumbühl (FDP, Wolfenschiessen) und Toni Niederberger (SVP, Stans) mitunterzeichnet worden ist.

Angekündigte Notfallplanung noch nicht vorgestellt

Bereits im Sommer 2020 reichte Landrat Urs Amstad eine Interpellation zur Stromversorgungssicherheit in Nidwalden ein. In seiner Beantwortung vom Dezember 2020 räumte der Regierungsrat damals ein, dass das Risiko eines Blackouts und einer Strommangellage als realistisch einzustufen sei. Es wurde fürs Jahr 2021 eine Notfallplanung Blackout/Strommangellage in Aussicht gestellt. «Wenn die Lage bereits im Jahr 2020 angespannt war, dann ist sie heute mit dem Krieg in der Ukraine und den reduzierten Energielieferungen erst recht prekär», lässt sich Paul Odermatt in der Medienmitteilung zitieren. Deshalb bringt er das Thema mit einem Postulat erneut auf die politische Agenda und beantragt zugleich die Dringlichkeitserklärung.

«Die vor knapp zwei Jahren angekündigte Notfallplanung für die Szenarien Blackout und Strommangellage wurde der Bevölkerung bislang noch nicht vorgestellt», so Paul Odermatt. Dabei sei es in der aktuell angespannten Lage zentral, die Bürgerinnen und Bürger ins Boot zu holen. Mit dem Postulat verlangen er und die Mitunterzeichner vom Regierungsrat, dass dieser in einem Konzept aufzeigt, wie sich die Bevölkerung auf ein allfälliges Blackout vorbereiten kann. «Noch haben wir Zeit, uns für das Worst-Case-Szenario zu wappnen», mahnt Paul Odermatt. «Doch wir müssen handeln, bevor es zu spät ist.» Zugleich möchte er in seinem Vorstoss wissen, welche Massnahmen es braucht, um ein Blackout möglichst zu vermeiden.

Betrieben droht doppeltes Ungemach

Doch das Konzept soll noch weitergehen und auch auf Pflegeeinrichtungen, Blaulichtorganisationen und die vielen Unternehmen, die auf den Strom angewiesen sind, eingehen. Der Regierungsrat soll darlegen, wie lange die Pflegeeinrichtungen den Betrieb mit ihren Notstromversorgungen aufrechterhalten können. Ferner wirft das Postulat die Frage auf, wen das Elektrizitätswerk Nidwalden (EWN) in einer Notsituation mit Strom versorgen würde. Der Bericht soll auch aufzeigen, wie die Wasser- und Abwassersituation in einem solchen Fall gelöst wird.

Paul Odermatt sorgt sich zudem um die Grosskunden des EWN, die für das nächste Jahr zusätzlich mit massiv höheren Strompreisen rechnen müssen. «Dieser Preisaufschlag wird viele Unternehmen hart treffen», ist Odermatt überzeugt. Hier seien das EWN und die Politik gefordert, Lösungen zu finden, damit die zusätzliche finanzielle Belastung gelindert werden könne.